Likörwein

Wein­recht­li­che Bezeich­nung für alle Wei­ne mit einem Gesamt­al­ko­hol­ge­halt von mind. 17,5 Vol.%. Die­ser hohe Wert ist nur bei Vor­han­den­sein von Rest­zu­cker erreich­bar. Likör­wei­ne sind daher fast zwangs­läu­fig (mehr oder min­der) süße Wei­ne, obwohl das Gesetz einen Min­dest­zu­cker­ge­halt nicht aus­drück­lich fest­legt. Sie wer­den aus Tro­cken­bee­ren oder getrock­ne­ten Bee­ren (wie z. B. beim Vin San­to) gewon­nen. Dar­über hin­aus dür­fen sie zusätz­lich mit Trau­ben­most gesüßt wer­den. Die wich­tigs­te Bestim­mung aber lau­tet, dass der tat­säch­lich vor­han­de­ne Alko­hol­ge­halt zwi­schen 15 und 20 Vol.% lie­gen muss. Damit fal­len prak­tisch nur die in Süd­eu­ro­pa bzw. in war­men Anbau­ge­bie­ten der Neu­en Welt gewon­ne­nen Süß­wei­ne in die­se Kate­go­rie: der sizi­lia­ni­sche Mos­ca­to eben­so wie der tos­ka­ni­sche Vin San­to oder die zypri­schen Mav­ro und Xinis­te­ri. Auch Toka­jer und Rus­ter Aus­bruch in der tra­di­tio­nel­len Stil­rich­tung sind (meist) Likör­wei­ne. Dage­gen wer­den die Vins Doux Natu­rels sowie Sher­ry, Port­wein, Madei­ra, Banyuls und Mar­sa­la zu den Likör­wei­nen gezählt, obwohl sie nach dem Buch­sta­ben des Geset­zes (Wein) nicht in die­se Kate­go­rie gehö­ren. Ihr tat­säch­li­cher Alko­hol­ge­halt beträgt zwar 15 Vol.% oder mehr, aber er ist nicht »aus­schließ­lich durch alko­ho­li­sche Gärung« zustan­de gekom­men, son­dern durch Auf­spri­ten mit Alko­hol, Destil­la­ten oder Brannt­wein. Bee­ren­aus­le­sen, Tro­cken­bee­ren­aus­le­sen, Eis­wei­ne und die Elsäs­ser Sélec­tion de Grains Nobles gehö­ren dage­gen nicht zu den Likör­wei­nen. Ihr tat­säch­li­cher Alko­hol­ge­halt liegt oft unter 10 Vol.%.

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