Mosel-Saar-Ruwer

Größ­tes Ries­ling-Anbau­ge­biet in Deutsch­land mit ins­ge­samt 10 400 ha Wein­ber­gen, davon die Hälf­te mit Ries­ling bestockt. Der Ries­ling des Anbau­ge­biets gilt als Inbe­griff des leich­ten, säu­rebeton­ten, deut­schen Weins, der spä­tes­tens seit Ende des 19. Jahr­hun­derts welt­weit hohes Anse­hen genießt. Die ande­re Hälf­te der Wein­ber­ge ist mit Müller-Thurgau, Elb­ling und Ker­ner kul­ti­viert. Das Anbau­ge­biet reicht von der Gren­ze bei Luxem­burg fast bis zur Mün­dung der Mosel in den Rhein bei Koblenz (246 Kilo­me­ter). Ihre vol­le Rei­fe erhal­ten die Trau­ben nur in den war­men, nach Süden aus­ge­rich­te­ten Lagen in Fluss­nä­he. Sol­che Lagen fin­det man v. a. an der Mit­tel­mo­sel, die von Zell bis nach Trier reicht, wobei der Fluss, aber auch der blaue Devon-Schiefer, der die Ober­flä­che bedeckt, die Funk­ti­on eines Wär­me­spei­chers über­neh­men. An den stei­len, zur Mosel abfal­len­den Hän­gen bei Bern­kas­tel, Weh­len, Brau­neberg, Graach, Erden und Trit­ten­heim wach­sen die bes­ten Qua­li­tä­ten. Wein­gü­ter wie J. J. Prüm, Fritz Haag und Dr. Loo­sen haben den Welt­ruhm des Mosel-Rieslings in den letz­ten Jah­ren fort­ge­schrie­ben. Aber auch an der unte­ren Mosel (von Zell bis Koblenz) mit ihren Grau­wa­cke­bö­den wach­sen gro­ße Ries­lin­ge. Dazu kom­men die bei­den Mosel-Nebenflüsse Ruwer und Saar. Die Saar-Rieslinge sind wegen ihrer hohen Säu­re berühmt, die Ruwer-Rieslinge wegen ihrer fili­gra­nen Art. Letz­te­re wer­den heu­te v. a. durch die Wein­gü­ter Maxi­min Grün­häu­ser und Kart­häu­ser­hof ver­tre­ten, die Saar durch Egon Mül­ler (Scharz­hof­berg). Die Wei­ne wer­den tra­di­tio­nell in klei­nen, nur 600 oder 1000 Liter fas­sen­den Fudern ver­go­ren und aus­ge­baut und oft mit Res­ten von Koh­len­säu­re auf die Fla­sche gefüllt. Am bes­ten kommt der facet­ten­rei­che Cha­rak­ter des Mosel-Rieslings bei Wei­nen zum Aus­druck, die eine zar­te Rest­sü­ße besit­zen. Wegen der hohen Säu­re ist die­se Rest­sü­ße oft­mals kaum schmeck­bar. Ins­be­son­de­re gilt das für die Wei­ne von Saar und Ruwer, die die höchs­ten Säu­re­wer­te auf­wei­sen. Eine hoch­ge­schätz­te und teu­re Spe­zia­li­tät sind die edel­sü­ßen Aus­le­sen, Bee­ren­aus­le­sen und Tro­cken­bee­ren­aus­le­sen, die über­wie­gend an der Mit­tel­mo­sel gewon­nen wer­den. Die Saar ist dage­gen für ihre Eis­wei­ne berühmt.

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