Report Italien Piemont

Paradies Piemont: 2010er Barolo und viele, viele Trüffel

November im Piemont
November im Piemont
Jens Priewe war im November bei Gaja, Conterno, Clerico, Scavino, Altare, Cogno & Co. Dienstlich natürlich. Neben der flüssigen musste er auch reichlich feste Nahrung zu sich nehmen, insbesondere Trüffel. Ein harter Job. Hier ist der erste Teil seiner Reisenotizen.

Jens Priewe war im Novem­ber bei Gaja, Con­ter­no, Cler­i­co, Sca­vi­no, Alta­re, Cogno & Co. Dienst­lich natür­lich. Neben der flüs­si­gen muss­te er auch reich­lich fes­te Nah­rung zu sich neh­men, ins­be­son­de­re Trüf­fel.  Ein har­ter Job. Hier ist der ers­te Teil sei­ner Rei­se­no­ti­zen.

November im Piemont
Novem­ber im Pie­mont

Novem­ber im Pie­mont: Die Tage sind licht­los und grau, die Wein­ber­ge kahl. Die Son­ne hat sich längst abge­mel­det. Es nie­selt. In den Dör­fern ist es still gewor­den. Die Tou­ris­ten sind fort, seit der Trüf­fel­markt in Alba Ende Okto­ber sei­ne Tore geschlos­sen hat. Nebel­schwa­den wabern um die Häu­ser. Ein Hauch von Melan­cho­lie liegt über der der Lang­he. So heißt die Welt um die Stadt Alba.

Paradies für Feinschmecker

Für mich ist Novem­ber der Zeit­punkt, die Kof­fer zu packen und sich auf­zu­ma­chen ins Land des Baro­los und der wei­ßen Trüf­fel, des Car­ne Cru­da (Kalb­sta­tar), des Taleg­gio (Käse), der Agno­lot­ti (Knopf­ra­vio­li) und der vie­len ande­ren Rot­wei­ne, die die Hügel um die Städ­te Alba her­vor­brin­gen (die Lang­he wur­den gera­de zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt). Ein Par­dies für Wein­lieb­ha­ber und Fein­schme­cker. So unge­müt­lich es draus­sen auch sein mag, so hei­me­lig ist es drin­nen, in den Gast­stu­ben, in den Wein­gü­tern, auch in den engen Gas­sen der Dör­fer, durch die der Duft von geschmor­tem Fleisch und gären­dem Wein wabert.

Barolo im Glas
Baro­lo im Glas

Das Leben im Para­dies ist aller­dings anstren­gend. Ers­tens: Die Wei­ne sind schwer, alko­hol­reich, tan­nin­hart und mit­un­ter ziem­lich kom­pli­ziert. Sie zu ver­kos­ten und zu ver­ste­hen, ist kei­ne leich­te Auf­ga­be. Zwei­tens: Nach dem Ver­kos­ten wer­den sie getrun­ken, und da man nicht nur einen Wein ver­kos­tet, trinkt man auch vie­le. Das Schlimms­te aber ist: Zum Trin­ken gehört immer fes­te Nah­rung. Aus drei Gän­gen wer­den dann schnell fünf, und wenn man die zahl­rei­chen Vor­spei­sen mit­zählt, die unauf­ge­for­dert an den Tisch gebracht wer­den, auch acht. Aber wer hat gesagt, dass das Leben im Para­dies leicht ist?

Massolino: grandioser Jahrgang 2010

Etikett Barolo Parafada von MassolinoDer Jahr­gang 2010 ist im Pie­mont laut Pres­se ein gro­ßer Jahr­gang. Stimmt unein­ge­schränkt. So aus­drucks­vol­le, tief­grün­di­ge Baro­lo gibt es nicht jedes Jahr (zuletzt viel­leicht 2004). Gran­di­os die drei Lagen-Barolo von Mas­so­li­no (Mar­ghe­ria, Para­fa­da, Parus­si), die ich aus­gie­big ver­kos­ten konn­te. Mas­so­li­nos Spitzen-Barolo Vigna Rion­da wird lei­der erst in zwei Jah­ren frei­ge­ge­ben. Er ist schon jetzt aus­re­ser­viert.

Pro­bie­ren konn­te ich den 2008er aus der Lage. „Die­ser Wein hat Eier“, beschreibt ihn die jun­ge Pädagogik-Studentin aus Ber­lin, die gera­de auf Barolo-Trip ist und zufäl­lig auch pro­biert (erhält­lich bei Vino­thek Nick).

Elio Grasso und sein neuer Keller

Der Tun­nel­kel­ler von Elio Gras­so

Ganz gro­ße Klas­se auch die Lagen-Barolo Chi­nie­ra und Casa Matè von Elio Gras­so (der längst an sei­nen Sohn Gian­lu­ca über­ge­ben hat). Ob es an dem gigan­ti­schen, unter­ir­di­schen Kel­ler liegt, den sie in den Berg getrie­ben haben, um ihre Wei­ne bei gleich­blei­ben­der Tem­pe­ra­tur zu rei­fen, glau­be ich eher nicht. Die nied­ri­gen Erträ­ge, die vie­len alten Reben, die kalk- und lehm­hal­ti­gen Böden – sie dürf­ten eine grö­ße­re Rol­le spie­len. Jeden­falls könn­te man fast glau­ben, dass der Gotthard-Tunnel das Vor­bild für die­sen huf­ei­sen­för­mi­gen Kel­ler gewe­sen ist (erhält­lich bei Loben­bergs Gute Wei­ne).

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