Kalabrien: langsam in der Gegenwart angekommen

Kalabrien
Stefan Krimm hat das Land der Stiefelspitze Italiens bereist und ist tief beeindruckt zurückgekommen von dem, was er dort gesehen und an Wein getrunken hat. So beeindruckt, dass die Geschichte, die er mitgebracht hat, etwas länger ausgefallen ist.

Inhalt:


Wer an Kala­bri­en denkt, denkt an Armut und Mafia, viel­leicht noch an den blau­en Him­mel und an die end­lo­sen, wei­ßen Strän­de. All das ist aber nur ein Mosa­ik­stein­chen im Gesamt­bild die­ser ver­ges­se­nen süd­ita­lie­ni­schen Regi­on. Namen wie Don­ni­ci, Savu­to, Pol­li­no, Col­li­ne dei Cra­ti, Cirò sind viel wich­ti­ger, sagen aber den meis­ten Men­schen nichts, auch denen nicht, die regel­mä­ßig Wein trin­ken und in Bor­deaux oder in der Tos­ka­na jede Stra­ßen­bie­gung ken­nen. Es sind die Namen der wich­tigs­ten Wei­ne Kala­bri­ens.  Das ist wohl das Schick­sal die­ser Regi­on, dass sie zwar zu Ita­li­en und zu Euro­pa gehört, aber für die Men­schen außer­halb Kala­bri­ens eine ter­ra inco­gni­ta ist.

Im Winter laufen die Italiener dort Ski

Die Strän­de und der dahin­ter lie­gen­de Küs­ten­strei­fen machen nur zehn Pro­zent der Lan­des­flä­che aus. Der größ­te Teil ist ein­sa­mes Hügel­land. Rund 40 Pro­zent ist sogar rich­tig gebir­gig. Die höchs­ten Gip­fel errei­chen mit über 2.200 Meter alpi­ne Dimen­sio­nen. Im Win­ter lau­fen die Ita­lie­ner dort Ski.

Endlos weiße Strände in Kalabrien
End­los wei­ße Strän­de in Kala­bri­en

Die Wein­ber­ge befin­den sich vor allem im Hügel­land und zie­hen sich bis auf 700 Meter Höhe hin – etwa in den Terre di Cosen­za, im Savu­to, in Don­ni­ci, Pol­li­no oder in den Col­li­ne del Cra­ti. In die­sen Anbau­ge­bie­ten herr­schen hohe Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de zwi­schen Tag und Nacht. Sie machen, dass die Trau­ben trotz der Hit­ze ihre Fri­sche und Frucht erhal­ten.

In dem bekann­tes­ten Anbau­ge­biet Kala­bri­ens um die Hafen­stadt Cirò wach­sen die Reben etwas tie­fer in dem schma­len Strei­fen zwi­schen Hügel und Küs­te. Dort mil­dert der Wind, der stän­dig vom Meer her weht, die Tem­pe­ra­tu­ren und bewirkt das Glei­che: die geschmack­li­che Dif­fe­ren­zie­rung und Nuan­cie­rung. Außer­dem begüns­tigt er den bio­lo­gi­schen Wein­bau. Die Böden sind in Kala­bri­en übri­gens ganz unter­schied­li­cher Natur: häu­fig tonig-lehmig, aber auch kalkig-hell oder eisenhaltig-rötlich mit einem nied­ri­ge­ren ph-Wert, der dem Wein etwas mehr Säu­re mit­gibt.

Kalabrien hat schwere Zeiten hinter sich

Kala­bri­en hat, zuge­ge­ben, schwe­re Zei­ten hin­ter sich: Mas­sen­pro­duk­ti­on und der Ver­such, mit Bil­lig­pro­duk­ten den Markt zu erobern, wobei die Koope­ra­ti­ven eine unrühm­li­che Rol­le gespielt haben. Die­se Pha­se ist vor­bei. Wenn etwas vor­an geht in die­ser Regi­on, dann dank enga­gier­ter Pro­du­zen­ten wie Nicode­mo Libran­di, aus dem Nor­den kom­men­der Öno­lo­gen wie Gia­co­mo Tachis, dem (kürz­lich ver­stor­be­nen) Vater des Tigna­nel­lo, und Atti­lio Sci­en­za, dem umtrie­bi­gen Wein­bau­pro­fes­sor von der Uni­ver­si­tät Mai­land. Sie haben in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren zusam­men mit dem wach­sen­den Inter­es­se für auto­chtho­ne Reb­sor­ten eine Wen­de in der Regi­on bewirkt.

Der Schatz Kalabriens: die einheimischen Sorten

Mitt­ler­wei­le ist Kala­bri­en als die­je­ni­ge Regi­on in Ita­li­en aner­kannt, die über den größ­ten Schatz an ein­hei­mi­schen Sor­ten ver­fügt. Libran­di hat bei­spiels­wei­se mehr als 300 Sor­ten in einem kreis­för­mi­gem Laby­rinth auf sei­nem Gut Cas­a­bo­na ange­pflanzt. Und nicht nur er, son­dern auch Ver­tre­ter der jün­ge­ren Genera­ti­on wie Anti­che Vig­ne, Cola­ci­no, Terre del Gufo, Terre Nobi­li und Ser­ra­ca­val­lo spie­len ihre auto­chtho­nen Trumpf­kar­ten aus: Arvi­no Nero, Gagliop­po, Gre­co Bian­co, Man­to­ni­co Bian­co, Maglioc­co, Nerel­lo und Pecorel­lo – Namen, die man nicht ein­mal in den ein­schlä­gi­gen Wein­le­xi­ka fin­det., obwohl die Wei­ne, die aus ihnen gekel­tert wer­den, oft auf Augen­hö­he mit denen berühm­te­rer ita­lie­ni­scher Regio­nen sind – und häu­fig span­nen­der. Wenn das Inter­es­se der Märk­te an auto­chtho­nen Reb­sor­ten und an regio­na­len Beson­der­hei­ten jen­seits von Char­don­nay und Caber­net Sau­vi­gnon wei­ter steigt, wird Kala­bri­en eine gute Zukunft vor sich haben.


Librandi Antonio & Nicodemo, Cirò Marina

Libran­di ist der Qua­li­tät­spio­nier Kala­bri­ens. Das Wein­gut am Orts­rand von Cirò Mari­na umfasst 230 Hekt­ar Reb­land und wird heu­te von Nicode­mo Libran­di gelei­tet. Zusam­men mit sei­nem (vor eini­gen Jah­ren ver­stor­be­nen) Bru­der Anto­nio hat er die Wei­ne auf einen Qua­li­täts­stan­dard gebracht, der ihm als ein­zi­gem kala­bre­si­schen Pro­du­zen­ten zur Aus­zeich­nung „Win­zer des Jah­res“ ver­hol­fen hat. Und die­ser Qua­li­täts­stan­dard gilt nicht für ein paar 10.000 Fla­schen, son­dern mitt­ler­wei­le für 2,2 Mil­lio­nen Fla­schen pro Jahr. Der 71-Jährige ist trotz sei­nes Alters unter­neh­mungs­lus­tig wie ein Jun­ger.

Nicodemo Librandi
Nicode­mo Libran­di

Den Pick­up, mit dem wir in den Hügeln um das Gut mit durch­dre­hen­den Rei­fen aben­teu­er­li­che Stei­gun­gen bewäl­ti­gen, steu­ert er selbst, die kar­gen Böden von Cas­a­bo­na kennt er in allen Details. Das Reben­spek­trum umfasst sowohl die auto­chtho­nen Sor­ten als auch inter­na­tio­na­le wie Caber­net Sau­vi­gnon, Char­don­nay und Sau­vi­gnon Blanc, mit denen es in den 1980er Jah­ren gelun­gen ist, die regio­na­len Gren­zen zu über­win­den und in Ita­li­en, wie auf dem Welt­markt, Fuß zu fas­sen. In den 1990er Jah­ren begann er mit der Samm­lung und Pfle­ge der alten, oft schon durch die Grie­chen impor­tier­ten Sor­ten. Libran­di sorg­te mit Unter­stüt­zung uni­ver­si­tä­rer Fach­leu­te dafür, dass sie neu ange­pflanzt, erforscht und hin­sicht­lich der Resul­ta­te im Kel­ler mit einer gro­ßen Zahl von Mikro-Vinifikationen unter die Lupe genom­men wur­den.

2015 Val di Neto IGT Bianco; Efeso, Librandi (Mantonico)

Nase geprägt von rei­fen Früh­äp­feln, Pfir­sich und etwas Zitrus; am Gau­men exo­ti­sche Früch­te, aro­ma­ti­sche Äpfel und etwas Honig, leicht ölig und süß, dazu fei­ne vege­ta­bi­le Noten, gute Span­nung, dicht und lang.

Bewer­tung: 87 Punk­te

2012 Gravello Val di Neto IGT Rosso, Librandi (Gaglioppo 60%, Cabernet Sauvignon 40%)

Kräf­ti­ges, dich­tes Dun­kel­rot; im von grü­ner Papri­ka und etwas Bit­ter­scho­ko­la­de gepräg­ten Duft fast an einen Caber­net Franc von der Loire erin­nernd, wohl als Ant­wort auf die Super­tu­scans gedacht; am Gau­men jedoch rela­tiv weich und – auch vom Bar­ri­que geprägt – fast süß, was die Frucht etwas in den Hin­ter­grund tre­ten lässt, gute Struk­tur, eher schlan­ker Kör­per, lan­ger Nach­hall.

Bewer­tung: 88 Punk­te

2013 Magno Megonio Val di Neto IGT Rosso, Librandi (Magliocco)

Kräf­ti­ger bräun­li­cher Rubin; im Duft Kir­sche und Schat­ten­mo­rel­le mit einem Hauch von Wald­bo­den und Tabak; am Gau­men fül­lig, dicht, kraft­voll und gut struk­tu­riert, geschlif­fe­ne, rei­fe Frucht, viel Span­nung zwi­schen der fei­nen Süße und den kräf­ti­gen Tan­ni­nen, war­mer, lan­ger Nach­hall, gutes Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al.

Bewer­tung: 90 Punk­te

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Antiche Vigne, Marzi

Unmit­tel­bar mit dem Nie­der­gang der eine Zeit lang im Wein­bau von Kala­bri­en ver­folg­ten Genos­sen­schafts­idee ver­bun­den ist das Wein­gut Anti­che Vig­ne in Mar­zi. Es liegt im Tal des Savu­to, das über eine eige­ne, 150 Hekt­ar umfas­sen­de, noch ziem­lich unbe­kann­te DOC ver­fügt.

Die Win­zer in die­sem teil­wei­se extrem stei­len Tal hat­ten nur klei­ne, meist aus der Selbst­ver­sor­gung resul­tie­ren­de Flä­chen und lie­fer­ten ihre Erträ­ge von 1.000, 2.000, 3.000 Kilo­gramm Trau­ben pro Hekt­ar zunächst bei einer Genos­sen­schaft ab. Ein aus­ge­bau­tes Stra­ßen­sys­tem gab es bis zum Beginn der 1980er Jah­re nicht, die Trau­ben muss­ten mit Mulis oder mit der Eisen­bahn trans­por­tiert wer­den.

Weinberge bei Marzi
Wein­ber­ge bei Mar­zi

15 Klein­win­zer schlos­sen sich Mit­te der 1990er unter Füh­rung von Anto­nio Piron­ti zusam­men, gaben ihrer Unter­neh­mung den Namen „Anti­che Vig­ne“ und kel­ter­ten die ers­ten 3.000 Kilo­gramm Trau­ben. Aller­dings, so Gian­fran­co Piron­ti, Sohn und Nach­fol­ger des Grün­ders, han­del­te es sich bei den Genos­sen um sehr star­ke Indi­vi­dua­lis­ten mit stän­dig neu­en Ide­en. Die Unter­neh­mung kam auf kei­nen grü­nen Zweig und mach­te Schul­den. Der Vater lös­te daher den Ver­bund nach zehn Jah­ren auf und begann unter glei­chem Namen mit Hil­fe von Gen­na­ro Con­ver­ti­ni einen eige­nen Betrieb auf­zu­bau­en. Das Gut umfasst mitt­ler­wei­le in Höhen­la­gen zwi­schen 450 und 900 Meter gan­ze 15 Hekt­ar Reben. Als Auf­ga­be wird nach wie vor gese­hen, das Zusam­men­spiel der unter­schied­li­chen Böden mit den Reb­sor­ten zu ver­ste­hen. Pro­du­ziert wer­den acht unter­schied­li­che Wei­ne.

2014 Savuto Classico DOC Rosso, Antiche Vigne (Magliocco/Arvino und Greco Nero)

Kräf­ti­ges Rubin­rot; Aro­men von sehr rei­fen Früch­ten, vor allem Schwarz­kir­sche und Hei­del­bee­ren, unter­legt mit einem Hauch von Wald­bo­den; am Gau­men rela­tiv reif und rund mit fei­nen Tan­ni­nen, viel geschlif­fe­ner Frucht, kul­ti­viert, mit fei­nen Anklän­gen an Eisen und etwas Blut, fei­ne Bit­ter­no­ten, rela­tiv lan­ger Nach­hall.

Bewer­tung: 87 Punk­te

2012 Savuto Superiore DOC, Antiche Vigne (Magliocco/Arvino und Greco Nero)

Aus­le­se aus über 50-jährigen Reb­stö­cken, 20-25 hl/ha

Tie­fes Rubin­rot mit gra­nat­ro­tem Rand; beein­dru­cken­der Duft nach Kir­schen und wür­zi­gen Wald­bee­ren mit einer Spur Holz; sehr ele­gant; auch am Gau­men domi­nie­ren die mit einer Spur Scho­ko­la­de unter­leg­ten rei­fen Wald­bee­ren, mitt­le­rer Kör­per, sehr fei­ne geschlif­fe­ne Tan­ni­ne, ein kom­ple­xer, ele­gan­ter Wein mit gutem Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al.

Bewer­tung: 89 Punk­te

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Colacino, Marzi

Mit 20 Hekt­ar noch etwas grö­ßer ist das Wein­gut der Geschwis­ter Maria Tere­sa und Mau­ro Cola­ci­no, ähn­lich enga­gier­ten Ver­tre­tern regio­na­ler Tra­di­tio­nen. Es liegt eben­falls in Mar­zi. Ihr Vater Vit­to­rio, ein ange­se­he­ner Arzt, erfüll­te sich mit der Grün­dung des Guts im Jahr 1968 einen län­ger geheg­ten Traum. Als frü­her und ent­schie­de­ner Anhän­ger des damals wenig beach­te­ten Terroir-Prinzips arbei­te­te er auf Anhieb so erfolg­reich, dass der ange­se­he­ne Wein­kri­ti­ker Mau­ro Sol­da­ti 1975 schrieb, außer dem von ihm aus auto­chtho­nen Reben erzeug­ten Wein „Britto“ sei Savu­to nichts!

Mauro Colacino
Mau­ro Cola­ci­no

Die ter­ras­sier­ten Wein­ber­ge befin­den sich in Süd­la­gen auf 500 Meter Höhe und pro­fi­tie­ren stark von den durch die Wäl­der des benach­bar­ten Sila-Massivs und den Fluss Savu­to bewirk­ten Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­den zwi­schen Tag und Nacht. Die Reb­hän­ge sind so stei­nig, dass der Wein frü­her auch „Il suc­co di pie­tra“, Stein­saft, genannt wur­de. Das ist – mit nied­ri­gen Erträ­gen von nun­mehr 40-jährigen Anla­gen und mineralisch-stoffigen, kraft­vol­len Wei­nen – heu­te eigent­lich nicht anders. Unge­wöhn­lich ist neben der Qua­li­tät die­ses „Safts“, zu 80 Pro­zent Rot­wein, sein Erfolg außer­halb von Ita­li­en: 80 Pro­zent gehen in den Export. Und der wich­tigs­te Markt ist Japan.

2014 Savuto DOCG Vigna Colle Barabba, Colacino (Arvino,Greco Nero, Magliocco Canino, Nerello Cappuccio)

Kräf­ti­ger Rubin; in der Nase inten­si­ve Noten von Wald­bee­ren und Pflau­men­saft, einem Hauch von Eisen und etwas Tabak; am Gau­men sehr eigen­stän­dig, flei­schig, mit Anklän­gen an Pflau­men und Pflau­men­haut, schö­ne Mine­ra­li­tät, gut ein­ge­bun­de­ne Tan­ni­ne, fein­bit­te­rer Nach­hall.

Bewer­tung: 88 Punk­te

2012 Britto Savuto superiore DOC, Colacino (Arvino, Greco Nero, Magliocco Canino, Nerello Cappuccio)

Dunk­ler Rubin; inten­si­ve, leicht bal­sa­mi­sche Aro­men von Wald­bee­ren, Veil­chen und Flie­der; am Gau­men gut struk­tu­riert, Wald­bee­ren und Pflau­men, dicht und stof­fig, sehr lan­ger, noch etwas vom Holz gepräg­ter Nach­hall. Gutes Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al!

Bewer­tung: 89 Punk­te

2008 Savuto superiore DOC, Britto, Colacino (Arvino, Greco Nero, Magliocco Canino, Nerello Cappuccio)

Dunk­ler Rubin, leicht bräun­li­cher Rand; vor­neh­mer, anspruchs­vol­ler Duft nach rei­fen Wald­bee­ren, Wald­bo­den und bes­tens inte­grier­tem Holz; am Gau­men inten­si­ve, über­rei­fe Wald­bee­ren und etwas Pflau­me, hohe Kon­zen­tra­ti­on; ein kul­ti­vier­ter stof­fi­ger Wein, schön ent­wi­ckelt, aber mit sehr gutem Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al.

Bewer­tung: 91 Punk­te

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Roberto Ceraudo, Strongoli

Eng ver­bun­den mit dem Wie­der­auf­stieg Kala­bri­ens ist auch Rober­to Cer­au­do, auf sei­nem 20 Hekt­ar umfas­sen­den Wein­gut bei Stron­go­li, der nach einem lebens­ge­fähr­li­chen Spritzmittel-Unfall einer der Väter des bio­lo­gi­schen und mitt­ler­wei­le bio­dy­na­mi­schen Wein­baus in Kala­bri­en wur­de. Sein Gut ist angeb­lich eines der ältes­ten in ganz Ita­li­en, die ange­pflanz­ten Reben sol­len, wie Cer­au­do stolz erzählt, von Kreuz­fah­rern aus Grie­chen­land mit­ge­bracht wor­den sein. Er ist nicht nur Win­zer und Oli­ven­bau­er, son­dern auch Besit­zer des ers­ten Restau­rants in Kala­bri­en mit einem Michelin-Stern. Das von sei­ner Toch­ter Cate­ri­na geführ­ten „Dat­ti­lo“ wäre wegen sei­ner Lage, sei­ner Atmo­sphä­re und sei­ner Küche auch ohne Wein­bau einen Besuch wert.

Roberto Ceraudo und Tochter Susy
Rober­to Cer­au­do und Toch­ter Susy

So aber gehört es einem wirk­li­chen „Afi­cio­na­do“ auf der stän­di­gen Suche nach Wegen zur wei­te­ren Qua­li­täts­ver­bes­se­rung. Das in den letz­ten Jah­ren durch­ge­führ­te Pro­jekt „Del Ter­ro­ir e del­le Uve del Cirò“ geht wesent­lich auf sei­ne Initia­ti­ve zurück. „Un uomo inna­mo­ra­to del­la sua ter­ra di Cala­b­ria“ ist er genannt wor­den: ein pas­sio­nier­ter Mann sei­ner kala­bre­si­schen Hei­mat. „Inammo­ra­to“ ist er aber auch in sei­ne Fami­lie, die gro­ße Toch­ter Susy, die sich um die geschäft­li­chen Belan­ge küm­mert, den Sohn Gui­sep­pe, der die Pro­duk­ti­on in Wein­berg und Kel­ler über­wacht und natür­lich Cate­ri­na, die aus­ge­bil­de­te Öno­lo­gin und kun­di­ge Gast­ge­be­rin im „Dat­ti­lo“. Nicht zuletzt sie ist neben dem Kel­ler­meis­ter und Öno­lo­gen Fabri­zio Ciuf­fo­li auch ver­ant­wort­lich für die extre­me Ertrags­po­li­tik des Guts: 20-35 Hektoliter/Hektar im Mit­tel.

2015 IGT Val di Neto Bianco, Grisara, Ceraudo (Pecorello)

Weiß­gold; im Duft Man­deln und über­rei­fe Früh­äp­fel; am Gau­men kul­ti­viert, mit fei­ner Süße, leich­ten Grapefruit-Noten, leicht nus­si­gen Anklän­gen, schö­ner inne­rer Span­nung und rela­tiv lan­gem Nach­hall.

Bewer­tung: 89 Punk­te

2011 IGT Val di Neto Rosso, Dattilo, Ceraudo (Gaglioppo)

Kräf­ti­ger Rubin; inten­si­ve Aro­men von Wald­bee­ren mit einer Spur Teer, unter­legt mit etwas Holz; am Gau­men fei­ne Süße, sehr geschlif­fen und kul­ti­viert, aber im Nach­hall etwas bit­ter.

Bewer­tung: 86 Punk­te

2011 IGT Val di Neto Rosso, Petraro, Ceraudo (Gaglioppo 50 %, Cabernet Sauvignon 50 %)

Kräf­ti­ges, rela­tiv dich­tes Rubin­rot; geschlif­fe­ne Waldbeeren-Frucht und Schat­ten­mo­rel­len mit Anklän­gen an Weih­rauch; am Gau­men schö­ner Stoff mit kräu­ter­wür­zi­gen, leicht min­zi­gen Noten, fei­ner Süße und etwas Bit­ter­scho­ko­la­de, Holz noch nicht ganz inte­griert, recht schö­ner Nach­hall.

Bewer­tung: 88 Punk­te

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Terre del Gufo, Albo San Martino/Donnici

Terre del Gufo, das Gut von Gui­sep­pe Muz­zil­lo in Albo, mit herr­li­chem Blick auf Cosen­za, fällt zunächst durch den wel­len­ar­ti­gen Schwung sei­nes rot­brau­nen Daches auf. Der Name des Wein­guts zitiert den frü­he­ren Spott­na­men der Mit­schü­ler von Gui­sep­pe, die ihn wegen sei­ner Bril­le und der spit­zen Nase als „Eule“ (gufo) bezeich­ne­ten. Sei­nen beruf­li­chen Erfolg nutz­te der ehe­ma­li­ge Archi­tekt in der Zeit des Nie­der­gangs der Genos­sen­schaf­ten zur Grün­dung eines Wein­guts, das – mit hohem Qua­li­täts­an­spruch – nicht mehr als 20.000 Fla­schen pro­du­ziert.

Eugenio Muzzillo
Euge­nio Muz­zil­lo

Heu­te führt sein Sohn Euge­nio den Betrieb. Das Ziel ist unver­än­dert: hohe Pflanz­dich­te von bis zu 7.500 Reb­stö­cken pro Hekt­ar, Kon­zen­tra­ti­on auf die auto­chtho­nen Sor­ten, Pro­duk­ti­on nach bio­lo­gi­schen Grund­sät­zen, nied­ri­ge Erträ­ge um die 35-40 Hektoliter/Hektar, extrakt­rei­che, kraft­vol­le, aro­mastar­ke Wei­ne, die nur sel­ten zu schwer wir­ken.

2012 Terre di Cosenza Donnici, Kaulos, Terre del Gufo (Calabrese 60%; Magliocco 40%)

In der Far­be sehr dun­kel und dicht; Aro­men von rei­fen Wald­bee­ren, unter­legt mit rela­tiv kräf­ti­gen Holz­no­ten; am Gau­men dicht, rosinig-süß und ölig, fast etwas an einen Mau­ry erin­nernd, durch einen Säu­re­wert von 7,5 % aber nicht fett oder bran­dig wir­kend, sehr lan­ger Nach­hall, außer­or­dent­lich kon­zen­triert!

Bewer­tung: 88 Punk­te

2011 IGP Calabria Rosso, Timpamara, Terre del Gufo (Uva Francese = Syrah)

Dich­tes dunk­les Pur­pur­rot; im Duft leicht rosi­nig, tief, kom­pakt, kräu­ter­wür­zig und etwas scho­ko­la­dig; am Gau­men sehr dicht und stof­fig, ein Wein zum Kau­en, noch nicht voll ent­wi­ckelt; Holz im Augen­blick etwas domi­nant, kräf­ti­ge Tan­ni­ne, gutes Säu­re­ge­rüst, lan­ger, leicht fri­scher Nach­hall. Der Wein hat im Moment von allem etwas viel und braucht noch Zeit!

Bewer­tung: 88 Punk­te

2015 Terre di Cosenza Donnici, Portapiana, Terre del Gufo (Magliocco dolce 60%, Mantonico 30%, Greco nero 10%)

Kräf­ti­ges Rubin­rot; im aro­ma­ti­schen Duft rote Bee­ren, kräu­ter­wür­zig und sehr mine­ra­lisch mit einem Hauch von tro­cke­nem Holz und Anklän­gen an Wald­pil­ze und Blau­schim­mel­kä­se; am Gau­men Wald­bee­ren und etwas Holz, gut struk­tu­riert, viel Extrakt, sehr mine­ra­lisch (Feu­er­stein) und sal­zig. Ein sehr eigen­stän­di­ger, kul­ti­vier­ter und ele­gan­ter Wein mit recht lan­gem Nach­hall.

Bewer­tung: 89 Punk­te

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La Pizzuta del Principe, Strongoli

Die Piz­zu­ta del Princi­pe, ein klei­nes Zehn-Hektar-Weingut bei Stron­go­li, 20 Kilo­me­ter nörd­lich von Cro­to­ne in Sicht­wei­te des Ioni­schen Meers gele­gen, wur­de Anfang der 1990er Jah­re von dem Phar­ma­zeu­ten Albi­no Bian­chi auf dem Land­gut der Fami­lie sei­ner Frau Cla­ra Ranie­ri, eben­falls Phar­ma­zeu­tin, gegrün­det. „Klein“ heißt hier nicht „ohne Anspruch“.

Albino Bianchi
Albi­no Bian­chi

Von Anfang an war es das Ziel, mit pro­fes­sio­nel­ler Bera­tung erst­klas­si­ge Wei­ne aus auto­chtho­nen Reben zu pro­du­zie­ren. Das ist gelun­gen, auch wenn die ziem­lich frucht­ba­ren, weit­ge­hend in der Ebe­ne des Flüss­chens Vira­vo lie­gen­den, gut bewäs­ser­ten Ton-Sand-Böden gro­ße Sorg­falt bei der Ertrags­kon­trol­le und der prä­zi­sen Bestim­mung des Lese­zeit­punkts ver­lan­gen. Noch heu­te küm­mert sich Bian­chi, der neben sei­nen wein­bau­li­chen Inter­es­sen ein hom­me de let­tres und Bewun­de­rer Goe­thes ist, um alle Ein­zel­hei­ten im Wein­berg. Im Kel­ler wird er vom Öno­lo­gen Umber­to Trom­bel­li unter­stützt.

2013 Zingamaro Val di Neto IGT, La Pizzuta del Principe (Greco Nero)

Kräf­ti­ges Dun­kel­rot, schma­ler Rand; inten­si­ver Duft nach Brom­bee­ren mit einem Hauch von Jod; am Gau­men inten­si­ve Noten von Wald­bee­ren und Schat­ten­mo­rel­len, dicht, stof­fig und gut struk­tu­riert, das fei­ne Holz ist bes­tens inte­griert; geschlif­fe­ne fein­bit­te­re Tan­ni­ne, nicht zu schwer, mit lan­gem Nach­hall.

Bewer­tung: 87 Punk­te

2012 Jacca Ventu Melissa DOC Rosso Superiore, La Pizzuta del Principe (Gaglioppo 95%, Greco nero 5%)

Kräf­ti­ger Rubin; im nuan­cier­ten Duft rei­fe rote Früch­te, eine Spur Tabak, Eichen­moos und Wald­pil­ze; am Gau­men reif, weich und leicht süß, fei­ne, noch etwas krei­di­ge Tan­ni­ne mit ange­neh­men Bit­ter­no­ten; mitt­le­rer Kör­per und lan­ger Nach­hall.

Bewer­tung: 88 Punk­te

2011 IGP Val di Neto Rosso, Anno Quinto, La Pizzuta del Principe (Gaglioppo und Greco Nero)

Mitt­le­rer Rubin mit oran­gem Rand; Duft geprägt von leicht kan­dier­ten Hiffenmark-Aromen  und Kräu­tern; am Gau­men trans­pa­ren­te Noten von rei­fen Kir­schen, Prei­sel­bee­ren und süßen Zwetsch­gen, sehr dif­fe­ren­ziert und ele­gant, schö­ner Schliff und beacht­lich lan­ger Nach­hall.

Bewer­tung: 91 Punk­te

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Serracavallo, Bisignano

Deme­trio Stan­ca­ti vom Gut Ser­ra­ca­val­lo in den Col­li­ne del Cra­ti bei Bisi­gna­no ver­bin­det einen anste­cken­den Opti­mis­mus mit dem Spaß an prä­zi­ser Qua­li­täts­ar­beit. Das macht ihn zu einer Leit­fi­gur für die Win­zer der DOP Terre di Cosen­za. Nach sei­nem Medi­zin­stu­di­um hat­te er sich in den 1990er Jah­ren ent­schlos­sen, den ererb­ten Land­be­sitz selbst zu bewirt­schaf­ten. Im Anschluss an „For­schungs­rei­sen“ durch Bur­gund, Bor­deaux und die Pro­vence wid­me­te er sich dem Wein­bau und begann, die weni­gen ver­blie­be­nen bezie­hungs­wei­se neu hin­zu­ge­sto­ße­nen Win­zer der Regi­on von den sich durch die Agrar­po­li­tik der EU neu eröff­nen­den Chan­cen zu über­zeu­gen.

Demetrio Stancati
Deme­trio Stan­ca­ti

Er tat das mit sol­chem Enga­ge­ment, dass er, obwohl er erst 1998 die ers­ten Fla­schen abge­füllt hat­te, als Initia­tor eines umfas­sen­den, durch Inves­ti­tio­nen und pro­fes­sio­nel­le Bera­ter unter­stütz­ten Erneue­rungs­pro­jekts bald zum Prä­si­den­ten des Con­sor­zio der Col­li­ne del Cra­ti DOP gewählt wur­de, dem mitt­ler­wei­le gut 40 von 50 Win­zern mit 1.400 Hekt­ar Reb­flä­che ange­hö­ren (Gesamt­um­fang der DOP: ca. 2.500 Hekt­ar).

Auf sei­nem bis vor sei­ner Über­nah­me fast auf­ge­ge­be­nen Gut mit einem phan­tas­ti­schen Rund­blick über die benach­bar­ten Hügel und Höhen­zü­ge fin­det auch das „Forum“ für ihre Wei­ne statt. Ein­ge­lei­tet wird die Prä­sen­ta­ti­on durch eine über Stock und Stein füh­ren­de Trak­tor­fahrt durch die Reb­an­la­gen im Umkreis des neu­en Gehöfts. Danach weiß man mehr über die Bedin­gun­gen, unter denen hier gear­bei­tet wird: Höhen­la­gen bis 700 Meter, Viel­falt der gra­nit­ge­präg­ten san­di­gen Böden, gro­ße Hit­ze bei Tag und aus­ge­spro­chen küh­le Tem­pe­ra­tu­ren in der Nacht.

„Abbia­mo una bel­la cur­va aro­ma­ti­ca!“, betont Stan­ca­ti und die aus­gie­bi­ge Pro­be bestä­tigt das. Dabei spielt auch das 25 Kilo­me­ter west­lich hin­ter der nächs­ten Hügel­ket­te gele­ge­ne Tyr­rhe­ni­sche Meer eine wich­ti­ge Rol­le: Stets weht ein leich­ter Wind. Aber Stan­ca­ti geht noch wei­ter in der Nut­zung des Ter­ro­irs: am Rand der Reb­zei­len ste­hen über­all Stau­den und Büsche ein­hei­mi­scher Aro­m­a­pflan­zen, die den Trau­ben ihre beson­de­re Wür­ze ver­mit­teln sol­len: Bio­di­ver­si­tät, die nicht nur schön anzu­schau­en ist, son­dern auch nützt. Momen­tan pro­du­ziert Stan­ca­ti 60.000 Fla­schen pro Jahr, die Ober­gren­ze liegt für ihn bei 150.000 Fla­schen.

2012 Terraccia Terre di Cosenza DOP, Serracavallo (Magliocco Dolce 90 %, Cabernet Sauvignon 10 %)

Pur­pur­rot, schma­ler Rand; in der Nase Wald­bee­ren, tro­cke­ne Kräu­ter, Unter­holz, Vanil­le und ein Hauch Tabak; am Gau­men sehr kraft­voll und gut struk­tu­riert, dicht und wür­zig mit rei­fen, sam­ti­gen Tan­ni­nen, Anklän­gen an Süß­holz und Scho­ko­la­de; im lan­gen Nach­hall erstaun­li­che Fri­sche und Mine­ra­li­tät.

Bewer­tung: 90 Punk­te

2011 IGT Valle del Crati Vigna Savuco, Serracavallo (Magliocco Dolce)

Dich­ter Rubin; inten­si­ver, leicht rosinig-süßer Duft nach Schwarz­kir­schen mit Amarena-Aromen und Kräu­ter­wür­ze, ein Hauch Bit­ter­scho­ko­la­de; am Gau­men dicht, stof­fig und eigen­stän­dig mit viel Schmelz und noch leicht krei­di­gen Tan­ni­nen; beein­dru­cken­der Kör­per, sehr lan­ger Nach­hall mit fei­ner Säu­re, schö­ner Span­nung und vor­züg­li­chem Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al.

Bewer­tung: 91 Punk­te

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Terre Nobili, Montalto Uffugo

Es ist nicht selbst­ver­ständ­lich, dass man von der Besit­ze­rin eines Wein­guts ein klei­nes, von ihr mit­fi­nan­zier­tes his­to­ri­sches Werk über die Gat­tin eines anti­ken Kai­sers geschenkt bekommt. In die­sem Fall han­delt es sich um Theo­do­ra, die Frau des gro­ßen ost­rö­mi­schen Herr­schers Jus­ti­ni­an, eine ehe­ma­li­ge Pro­sti­tu­ier­te und Frau­en­recht­le­rin.

Wider­fah­ren ist mir das bei einem Besuch auf der Tenuta Terre Nobi­li von Lidia Mate­ra. Sie Ist eine warm­her­zi­ge, enga­gier­te Frau mit his­to­ri­schen Inter­es­sen, eine kun­di­ge Win­ze­rin und vor­züg­li­che Köchin. Nach dem Stu­di­um in Bolo­gna und ers­ten beruf­li­chen Schrit­ten im Nor­den beschloss sie 1990, nach Kala­bri­en zurück­zu­keh­ren. Als väter­li­ches Erbe bewirt­schaf­tet sie auf ihrem Land­gut in den Hügeln und Tal­flä­chen von Mon­tal­to Uffu­go unweit der Ber­ge von Pol­li­no 16 Hekt­ar Reb­land und 15 Hekt­ar Oli­ven.

Lidia Matera
Lidia Mate­ra

Ers­ter Schritt war eine von Mikro­vi­ni­fi­ka­tio­nen beglei­te­te Klo­nen­se­lek­ti­on zur Ermitt­lung der am bes­ten adap­tier­ten Trau­ben­sor­ten aus ihren Wein­ber­gen. Das anfäng­li­che Miss­trau­en ihrer Zunft­kol­le­gen gegen­über einer Frau in die­sem for­dern­den Beruf hat sie zügig über­wun­den. Bin­nen 20 Jah­ren wur­de die Pro­duk­ti­ons­men­ge von 8000 Fla­schen jähr­lich ver­zehn­facht. Und Lidia kann es sich leis­ten, ihre Kli­en­tel in der geho­be­nen Gas­tro­no­mie selbst aus­zu­su­chen.

Ihre Wei­ne, bevor­zugt aus Nerel­lo, Maglioc­co und Gre­co Bian­co, sind bei recht frucht­ba­ren leh­mi­gen Böden dicht und kraft­voll, oft kräu­ter­wür­zig, manch­mal aber auch etwas volu­mi­nös und schwer. Bera­ten wird sie von dem ange­se­he­nen Öno­lo­gen Mario Erco­li­no, der ihr auch emp­foh­len hat, zur Gewin­nung von Fri­sche und Erhal­tung der Aro­men in der Nacht zu lesen.

2015 IGP Calabria, Don ‚Eleono‘, Tenuta Terre Nobili (Nerello 50%, Magliocco 50%)

Kräf­ti­ges Kirsch­rot; am Gau­men fül­lig und kom­pakt (14,5 % Alko­hol), Kir­sche und Him­bee­re, fei­ner Biss; im recht lan­gen Nach­hall fei­ne, bekömm­li­che Zitrus-Noten. Ein kraft­vol­ler Rosé-Typus, der mühe­los ein gan­zes Essen beglei­ten kann, von Mee­res­früch­ten und  gegrill­ten Fisch bis zu kräf­ti­gen Wurst­wa­ren und Lamm­ko­te­letts.

Bewer­tung: 87 Punk­te

2014 IGP Calabria, Alarico, Tenuta Terre Nobili (Nerello Cappuccio und Mascalese)

Tief­dunk­ler Pur­pur; in der Nase sehr rei­fe Wald­bee­ren und leicht getrock­ne­te Schwarz­kir­schen mit einer klei­nen Spur Gra­phit; am Gau­men kraft­voll, fül­lig und fast cre­mig, bei aller Wucht recht ele­gant, fei­ne Holz­no­ten, gro­ßer Kör­per, sehr lan­ger Nach­hall.

Bewer­tung: 89 Punk­te

2012 IGP Calabria, Teodora, Tenuta Terre Nobili (Nerello)

Tief­dunk­ler Pur­pur, schma­ler Rand; inten­si­ver Duft nach über­rei­fen Wald­bee­ren und Schwarz­kir­sche, unter­legt mit einem Hauch Sat­tel­le­der; auf der Zun­ge schmel­zig und süß, Anklang an Ama­ren­a­kir­sche, bei enor­mem Volu­men beein­dru­cken­de Struk­tur, gutes Ent­wick­lungs­po­ten­ti­al, sehr lan­ger, leicht men­tho­li­ger Nach­hall. Ein Medi­ta­ti­ons­wein.

Bewer­tung: 89 Punk­te

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