Wein-News Frankreich

Bordeaux 2016: Eine Kopie des 2010ers? Oder noch besser?

Der Jahrgang 2016 schlägt in Bordeaux schon jetzt hohe Wellen. Er wird als noch besser als der 2015er bezeichnet und mit dem 2010er verglichen – dem bisher größten Jahrgang des neuen Jahrhunderts. Andrew Black hat sieben Önologen aus Saint-Emilion interviewt.

Wenn Weih­nach­ten vor­bei und der Wein durch die malo­lak­ti­sche Gärung ist, ist Zeit für ein ers­tes Res­u­mée des neu­en Jahr­gangs. Die Kom­men­ta­re zum 2016er rei­chen von hoch­zu­frie­den bis über­schwäng­lich. „Superb“, „atem­be­rau­bend“, „fan­tas­tisch“ – so lau­ten die Adjek­ti­ve, mit denen er bedacht wird. Das Hoch­ge­fühl, das sich schon nach dem 2015er Jahr­gang in Bor­deaux ein­ge­stellt hat­te, wird noch ein­mal unter­mau­ert, zumal die Men­gen dies­mal über­durch­schnitt­lich sind.

Diesmal begründete Begeisterung

Der all­jähr­li­che Hype? Noch ist es zu früh, um ein end­gül­ti­ges Urteil über den Jahr­gang zu fäl­len. Bei den Primeur-Verkostungen, die im März und April in Bor­deaux statt­fin­den, wird sich zei­gen, ob die Begeis­te­rung begrün­det ist. Dies­mal spricht aller­dings vie­les dafür, dass es wirk­lich so ist und dass der 2016 sogar aus dem Schat­ten sei­nes Vor­gän­gers her­aus­tritt.

Dabei sah es anfangs gar nicht gut aus in Bor­deaux. Die ers­ten fünf­ein­halb Mona­te des Jah­res reg­ne­te es stän­dig. Fol­ge: star­ker Peronospora-Befall der Blü­ten und der Geschei­ne. Danach folg­te ein lan­ger, nicht enden wol­len­der Som­mer, und mit ihm eine drei­mo­na­ti­ge Tro­cken­pe­ri­ode, die den Reben unter star­ken Was­ser­stress setz­te. Erst am 13. Sep­tem­ber gab es den ers­ten Regen, der hef­tig, aber kurz war und der den Reben nicht scha­de­te, son­dern sie im Gegen­teil stärk­te. Dann folg­te ein mil­der, tro­cke­ner Herbst, in dem die Trau­ben lang­sam aus­rei­fen konn­ten.

Der in Bor­deaux leben­de eng­li­sche Jour­na­list Andrew Black hat sie­ben Châ­teau­be­sit­zer und Öno­lo­gen aus Saint-Emilion befragt, wel­chen Ein­druck sie von dem neu­en Wein haben. Die Gesprä­che wur­den Mit­te Janu­ar geführt.


Frédé­ric Faye, Châ­teu Fige­ac
Pierre-Olivier Clou­et, Châ­teau Che­val Blanc
Pau­li­ne Vaut­hi­er, Châ­teau Aus­o­ne
François Des­pa­gne, Châ­teau Grand Corbin-Despagne
Alex­andre Thi­en­pont, Vieux Châ­teau Cer­tan
Ana­bel­le Bar­di­net, Châ­teau Cor­bin
Peter Sisseck, Châ­teau Roche­y­ron


Kommentar

  • Wie­so sind die Oeno­lo­gen aus dem Medoc nicht nach ihren
    Ein­schät­zun­gen des 2016er Jahr­gangs befragt wor­den ?

    M.f.G. Con­rad Schä­fer

    • Berech­tig­te Fra­ge, zumal in 2016 Caber­net Sau­vi­gnon beson­ders gut sein soll, die Leits­or­te im Médoc. Die Ant­wort: Andrew Black, der Autor, ist vor allem in St. Emi­li­on und in Pome­rol unter­wegs und inter­viewt nur die dor­ti­gen Châ­teau­be­sit­zer. Eigent­lich scha­de.

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