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Bordeaux 2015: Gut oder groß – das ist die Frage

Bordeaux 2015 Artikelbild
Gerade wurde der Jahrgang 2015 in Bordeaux en primeur vorgestellt. Die ersten Kommentare sind durchweg positiv, teilweise enthusiastisch. Andrew Black bat sieben Châteaubesitzer in St. Emilion und Pomerol um ihre Meinung.

Gera­de wur­de der Jahr­gang 2015 in Bor­deaux en pri­meur vor­ge­stellt. Die ers­ten Kom­men­ta­re sind durch­weg posi­tiv, teil­wei­se enthu­si­as­tisch. Andrew Black bat sie­ben Châ­teau­be­sit­zer in St. Emi­li­on und Pome­rol um ihre Mei­nung.

Lese in Bordeaux 2015 | Foto: © CIVB, François Ducasse
Lese in Bor­deaux 2015 | Foto: © CIVB, François Ducas­se

Das Spiel ist immer das glei­che: Die Châ­teau­be­sit­zer schwär­men vom neu­en Jahr­gang. Jour­na­lis­ten und Händ­ler stim­men ein in das Lied. So auch in 2015. Selbst renom­mier­te Tes­ter spre­chen jetzt schon von einem „gro­ßen“ Jahr­gang, eini­ge sogar von einem „ganz gro­ßen“. Im Ver­gleich dazu sind die Äuße­run­gen der Châ­teau­be­sit­zer, die Andrew Black ein­ge­sam­melt hat, bemer­kens­wert ehr­lich, zumin­dest eini­ge. Dass 2015 der bes­te Jahr­gang seit 2010 ist, steht außer Fra­ge. Aber ist er wirk­lich groß? Groß wie 2005, 2009 oder eben 2010? Die meis­ten sagen, er ist ein Jahr­gang, der sti­lis­tisch für sich steht. Der fruch­tig und attrak­tiv ist, aber nicht die Tan­nin­struk­tur ande­rer als „groß“ bezeich­ne­ter Jahr­gän­ge besitzt.

Klimaverlauf alles andere als ideal

Und nicht alle Regio­nen Bor­deaux’ pro­fi­tier­ten glei­cher­ma­ßen von den kli­ma­ti­schen Ver­hält­nis­sen, die eigent­lich alles ande­re als ide­al waren: viel zu spä­ter Aus­trieb, viel zu tro­cke­ner und hei­ßer Juli, vie­le Reb­stö­cke unter Was­ser­stress. Erst ab August nor­ma­li­sier­te sich die Lage. Die Merlot-lastigen Wei­ne vom rech­ten Ufer gehö­ren offen­bar wie­der zu den Gewin­nern des Jahr­gangs. Aber im Gegen­satz zu den Vor-Jahrgängen scheint es auch an vie­len Stel­len des rech­ten Ufers groß­ar­ti­ge Caber­net Sauvignon-Qualitäten gege­ben zu haben, auch wenn zu hören ist, dass die phe­n­o­li­sche Rei­fe man­cher Trau­ben nicht hun­dert­pro­zen­tig gewe­sen sei. Ins­ge­samt über­wie­gen die posi­ti­ven Kom­men­ta­re. Doch für eine end­gül­ti­ge Ein­ord­nung des Jahr­gangs ist es noch viel zu früh. Die Wei­ne haben gera­de erst die Malo hin­ter sich.

Lohnt sich die Subskription?

Kau­fen oder nicht kau­fen – das wird die Fra­ge sein, wenn die Châ­teaux im Mai und Juni mit ihren Prei­sen raus­kom­men. Dass die 2015er teu­rer als die 2014er sein wer­den, sind sich alle Markt­teil­neh­mer sicher. Die Fra­ge ist nur: wie teu­er? Und: Lohnt sich ein en pri­meur-Kauf? In den letz­ten Jah­ren hat er sich nicht gelohnt. Da waren vie­le Wei­ne spä­ter bil­li­ger als in der Sub­skrip­ti­on. Vor­sicht ist also gebo­ten. Ein Kauf sind die 2015er aber alle­mal.


Fré­de­ric Faye, Direk­tor Châ­teau Fige­ac (St. Emi­li­on)
Alex­andre Thi­en­point, Besit­zer Vieux Châ­teau Cer­tan (Pome­rol)

Pierre-Olivier Clou­et, Tech­ni­scher Direk­tor Châ­teau Che­val Blanc (St. Emi­li­on)

Pau­li­ne Vaut­hi­er, Direk­to­rin Châ­teau Aus­o­ne (St. Emi­li­on)

Mick­aël Obert, Chef de Cul­tu­re von Châ­teau Gazin (Pome­rol)

François Des­pa­gne, Besit­zer Châ­teau Grand Corbin-Despagne (St. Emi­li­on)

Ana­bel­le Cru­se Bar­di­net, Besit­ze­rin Châ­teau Cor­bin (St. Emi­li­on)


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