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Alles Cannubi oder nicht? Krieg um die beste Barolo-Lage

Ausschnitt aus der Lagenkarte Barolo | Foto: © Alessandro Masnaghetti Editore
Ausschnitt aus der Lagenkarte Barolo | Foto: © Alessandro Masnaghetti Editore
Die beste Lage des Dorfes Barolo heißt Cannubi. Die Frage ist: Wo beginnt sie? Wo hört sie auf? Elf Winzer – unter ihnen Bartolo Mascarello und Luciano Sandrone – hatten geklagt, sie auf ihre historische Größe zu begrenzen. Ein Gericht in Rom hat ihnen Recht gegeben. Die Frage ist nur: Was ist historisch?

Die bes­te Lage des Dor­fes Baro­lo heißt Can­nu­bi. Die Fra­ge ist: Wo beginnt sie? Wo hört sie auf? Elf Win­zer – unter ihnen Bar­to­lo Mas­ca­rel­lo und Lucia­no San­dro­ne –  hat­ten geklagt, sie auf ihre his­to­ri­sche Grö­ße zu begren­zen. Ein Gericht in Rom hat ihnen Recht gege­ben. Die Fra­ge ist nur: Was ist his­to­risch?

Ausschnitt aus der Lagenkarte Barolo | Foto: © Alessandro Masnaghetti Editore
Aus­schnitt aus der Lagen­kar­te Baro­lo | Foto: © Ales­san­dro Mas­na­ghet­ti Edi­to­re

Can­nu­bi ist ein lang­ge­zo­ge­ner Süd­hang, der direkt hin­ter den letz­ten Häu­sern des 700-Seelen-Dorfes Baro­lo beginnt und in öst­li­cher Rich­tung gegen die Stadt Alba ver­läuft. Die Wei­ne aus die­ser Lage sind beson­ders opu­lent, aber auch beson­ders fein. Sie zeich­nen sich durch wei­ches, süßes Tan­nin und eine gera­de­zu ori­en­ta­li­sche Fül­le an Aro­men aus: würz- und zitrus­duf­tig, erdig und lakrit­zig, jodig und mit Eisen­no­ten. Allein der Name „Can­nu­bi“ auf dem Eti­kett – und der Wein steigt im Wert.

Herzstück der Lage Cannubi
Herz­stück der Lage Can­nu­bi

Das Pro­blem ist, dass die­ser Süd­hang fast einen Kilo­me­ter lang ist und wel­len­för­mig ver­läuft. Nicht jede Par­zel­le ist gleich gut. Eini­ge sind mehr nach Süd­os­ten, ande­re nach Süd­wes­ten gerich­tet. Das Herz­stück der Lage Can­nu­bi umfasst nur 15 Hekt­ar. Aber weil die benach­bar­ten Lagen teil­wei­se genau­so gut sind wie das Herz­stück, wer­den sie  tra­di­tio­nell zu Can­nu­bi dazu­ge­rech­net. Genau genom­men sind es vier Lagen: S. Loren­zo, Val­let­ta, Boschis, Mus­ca­tel. Bis 2010 durf­ten sie unter den Bezeich­nun­gen Can­nu­bi S. Loren­zo, Can­nu­bi Val­let­ta, Can­nu­bi Boschis und Can­nu­bi Mus­ca­tel auf dem Eti­kett  erschei­nen.

Alles Cannubi oder nicht?

Etikett Marchesi di Barolo
Mar­che­si di Baro­lo

Unter den knapp 20 Cannubi-Winzern ist nun ein Streit ent­brannt. Eini­ge von ihnen möch­ten auf das Eti­kett ihres Baro­lo ein­fach nur Can­nu­bi schrei­ben, obwohl sie in einer der vier Nach­bar­zo­nen, nicht aber im Herz­stück der Lage begü­tert sind. Spe­zi­ell das Wein­gut Mar­che­si di Baro­lo macht sich für die neue Eti­ket­ten­be­zeich­nung stark. Es ist eines der gro­ßen Barolo-Weingüter mit jähr­lich 1,5 Mil­lio­nen Fla­schen. Sein Baro­lo ist von aus­ge­zeich­ne­ter Qua­li­tät. Aber nur ein win­zi­ger Teil kommt aus der Lage Can­nu­bi. Der größ­te Teil der Trau­ben des ent­spre­chen­den Weins kommt aus der Lage Mus­ca­tel. Auf dem Eti­kett des Weins steht aber nicht Can­nu­bi Mus­ca­tel, son­dern nur Can­nu­bi.

Ernes­to Abbo­na, Besit­zer von Mar­che­si di Baro­lo, besteht mit zwei ande­ren Wein­gü­tern (G. B. Bur­lot­to, Fran­ces­co Rinal­di) auf dem Recht, den Namen Mus­ca­tel weg­zu­las­sen. Er ist der Mei­nung, dass die­se und die ande­ren Dop­pel­be­zeich­nun­gen den Ver­brau­cher nur ver­wir­ren. Außer­dem ver­weist er auf das 2010 modi­fi­zier­te D.O.C.G.-Statut des Baro­lo, das fest­schreibt, dass ein Wein wahl­wei­se unter der Dop­pel­be­zeich­nung oder schlicht als „Can­nu­bi“ auf den Markt kom­men darf.

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