1972er Glen Grant aus dem Hause der Agency und von Finest Whisky

Glen Grant 1972 – 40 Jahre Sherryfasslagerung und zwei renommierte Abfüller – da kann im Glas eigentlich nichts schief gehen. The Whisky Agency mit der „Private Stock“-Abfüllung aus 2011 (51,4%) und die Berliner Finest Whisky „Old Master Painter“-Abfüllung aus 2013 (54,8%). Klingt spannend …

Glen Grant 1972 – 40 Jah­re Sher­ry­fass­la­ge­rung und zwei renom­mier­te Abfül­ler – da kann im Glas eigent­lich nichts schief gehen. The Whis­ky Agen­cy mit der „Pri­va­te Stock“-Abfüllung aus 2011 (51,4%) und die Ber­li­ner Finest Whis­ky „Old Mas­ter Painter“-Abfüllung aus 2013 (54,8%). Klingt span­nend …

1972 ent­stand aus der Glen­li­vet, der Glen Grant Distil­le­ries Ltd, der Hill, Thom­son und Co. Ltd sowie Long­morn Distil­le­ries Ltd die „The Glen­li­vet Distil­lers Ltd“. Das Inter­es­se der Fami­lie an der Destil­le­rie blieb bestehen, jedoch wur­den zwei wei­te­re Share­hol­der mit ins Boot genom­men: der Braue­rei­kon­zern Cou­ra­ge Ltd und Sunto­ry Ltd, der japa­ni­sche Spi­ri­tuo­sen­kon­zern.

Hier haben wir die Bren­ne­rei bereits im Detail vor­ge­stellt.

Tasting Notes


Glen Grant 39y 72-11 TWA Private Stock Sherry Cask 87btl - 51,4%Glen Grant 39y 72-11 TWA Private Stock Sherry Cask 87btl – 51,4%
90

Far­be: Altes Gold / Bern­stein
Nase: Sal­zi­ger Zitro­nen­saft mit roten Kir­schen. Dazu Aro­men von Rha­bar­ber­ku­chen, Mür­be­teig und Brot, nas­ses Zei­tungs­pa­pier, etwas Leder, Oran­gen­scha­len­ab­rieb sowie Min­ze, Ore­ga­no und Majo­ran.
Geschmack: Dün­ne Kon­sis­tenz mit viel fri­schem Euka­lyp­tus („Fisherman’s fri­end“), schar­fe rote Chi­li, Salz, Cayenne­pfef­fer, Chi­na­gras und Ing­wer. Fruch­ti­ger Jam, frisch und wür­zig und eigent­lich jung im Geschmack (blind nie­mals 39yo). Zum Finish hin mit mehr Eichen­holz.
Finish: Sehr lang – stark wür­zig, aber immer noch frisch und irgend­wie „jung“ mit Noten von altem Holz und getrock­ne­ten Früch­ten. Nach dem Abklin­gen der scharf-würzigen Akzen­te erin­nert der Abgang an Fisch­sup­pe mit Chi­li, viel fri­schem Chi­na­gras und Ing­wer.
Bemer­kung: Die Fri­sche ist etwas zu stark aus­ge­prägt. Mit viel wür­zi­ger Schär­fe.
90 Punk­te (Nase: 91 / Geschmack: 89 / Finish: 89)


Glen Grant 40y 72-13 Finest Whisky Old Master Painter 5 Sherry C. 42btl - 54,8%Glen Grant 40y 72-13 Finest Whisky Old Master Painter 5 Sherry C. 42btl – 54,8%
90

Far­be: Kup­fer
Nase: Auch hier eher eine fri­sche und jung geblie­be­ne Nase. Zu Beginn sehr ste­chend und mit viel Mine­ra­li­tät, Oran­gen, Honig, roten Früch­ten, Wachs und Leder sowie flo­ra­len Aro­men von Rosen­duft.
Geschmack: Auf­ge­schnit­te­ne, saf­ti­ge Oran­gen, scharf und frisch. Wie­der Min­ze, aber die­ses Mal mit aus­ge­präg­ter Vanil­le. Viel Salz, schar­fer Pfef­fer, Mus­kat und Holz hin zum Finish.
Finish: Sehr lang – und auch hier über­wie­gend frisch, viel Salz, Min­ze, Euka­lyp­tus, schar­fe Chi­li und Vanil­le­creme. Fruch­ti­ger Mix mit star­kem Eichen­holz und Espres­so­no­ten.
Bemer­kung: Im Abgang kommt die lan­ge Fass­la­ge­rung voll zum Tra­gen!
90 Punk­te (Nase: 91 / Geschmack: 90 / Finish: 88)


Fazit: Zwei lang gereif­te Glen Grant, die trotz ihrer 40 Jah­re noch viel Fri­sche ver­sprü­hen. Qua­li­ta­tiv auf Augen­hö­he!


Über den Autor

Udo Kay­p­in­ger, Jahr­gang 1974, ver­hei­ra­tet, eine Toch­ter, lebt seit sei­ner Kind­heit im tra­di­ti­ons­rei­chen Wein­an­bau­ge­biet Ayl an der Saar und kennt die bes­ten Riesling-Weine der Welt.
Nach dem Stu­di­um für Bau­in­ge­nieur­we­sen arbei­tet er als Bau­in­ge­nieur in Bit­burg, wo “Bit­te ein Bit” erfolg­reich gebraut wird.
Aber der gute Wein und das gut gebrau­te Bier wer­den 2005 von dem ers­ten Sin­gle Malt abge­löst. Der Start­schuss für die Fas­zi­na­ti­on Whis­ky ist gesetzt und wur­de in den letz­ten Jah­ren mit meh­re­ren Schottland-Reisen und vie­len hun­dert Whisky-Verköstigungen wei­ter fort­ge­führt.
Eine Begeis­te­rung und Fas­zi­na­ti­on die mit einer spe­zi­el­len Vor­lie­be zur klei­nen Insel Islay an der West­küs­te Schott­lands zur Pas­si­on wur­de.

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