Sonne im Glas: Sieben Weine für lange Winterabende an der Tafel und auf der Couch

Der Sommer ist weit, die Abende noch lang. Eine gute Zeit sich Weinen zu widmen, die ein wenig die Seele streicheln und als Solisten wie als Essensbegleiter glänzen können.

Aus der Amphore

2018 Bobal Capra­sia, Utiel-Requena DOP, Vegal­fa­ro

Die Appel­la­ti­on Utiel-Requena liegt im Hin­ter­land von Valen­cia. Hier wird fast aus­schließ­lich die alte Sor­te Bobal ange­baut, die bei ent­spre­chen­dem Alter der Reb­stö­cke kon­zen­trier­te, gera­de­zu flei­schi­ge Wei­ne erbringt. Der bio­lo­gisch erzeug­ten Bobal von der Bode­ga Vegal­fa­ro wird zu einem Teil in Ampho­ren, zum ande­ren in Bar­ri­ques aus­ge­baut. Mit Ihm kommt viel Son­ne im Glas – zu einem höchst genuss­freund­li­chen Preis.

Bezug: Um 11 Euro, etwa bei www.perbaccowein.de

Zupackend

2018 Pino­ta­ge Kaap­zicht, Süd­afri­ka

Pino­ta­ge ist ein wasch­ech­ter Süd­afri­ka­ner. Die Sor­te wur­de in Stel­len­bosch aus Pinot Noir und Cin­sault gekreuzt und wird fast aus­schließ­lich am Kap ange­baut. Das Wein­gut Kaap­zicht („Kap­blick“) zähmt die dem Pino­ta­ge eige­ne Wild­heit durch einen 24-monatigen Aus­bau in Bar­ri­ques. Das Ergeb­nis ist ein aus­drucks­star­ker Wein  mit kom­ple­xem Duft (Früch­te, Gewür­ze, Holz, Rauch) und mar­kan­ten aber rei­fen Gerb­stof­fen und anhal­ten­dem Geschmack.

Bezug: Um 16 Euro, etwa bei www.weinfreunde.de

Herausfordernd

Cham­pa­gne David Dos­non Recol­te Noir brut

Die Grund­wei­ne für die­sen cha­rak­ter­vol­len Cham­pa­gner wer­den zu 100 Pro­zent aus Pinot Noir Trau­ben gekel­tert, im Bar­ri­que ver­go­ren und gereift. Ein spür­bar vom Holz gepräg­ter, wei­ni­ger Cham­pa­gner, der mit kom­ple­xer Aro­ma­tik und ernst­haf­ter Anspra­che den Genie­ßer her­aus­for­dert und in Ruhe ergrün­det wer­den will.

Bezug: 33,90 Euro bei www.champagne-characters.com

Bella Figura

2019 Unio Nero di Troia Pri­mi­tivo, Pode­re 29, Apu­li­en

Die Reb­sor­te Nero di Troia wur­de von den anti­ken Grie­chen nach Süd­ita­li­en gebracht, der schwer ange­sag­te Pri­mi­tivo kam sehr viel spä­ter aus dem heu­ti­gen Kroa­ti­en  dazu. Im der Cuvée Unio ergän­zen sie sich zu einem vol­len, saf­ti­gen Wein, der ohne über­trie­be­ne Rest­sü­ße aus­kommt und so an der Tafel wie auf der Couch genos­sen bel­la figu­ra macht.

Bezug: Um 12 Euro, etwa bei www.winzerwelt.de

Kraft und Fülle

2020 Grau­er Bur­gun­der Kalk­mer­gel, Fried­rich Becker, Pfalz

Ein  Weiß­wein, der mit sei­ner Kraft und sei­nem Gripp Rot­wein­freun­den weit ent­ge­gen­kommt. Die Mai­sche­stand­zeit, die Zeit­span­ne, in der die Bee­ren­häu­te mit dem Most in Kon­takt blie­ben, resul­tier­te in kup­fer­far­be­nen Akzen­ten und spür­ba­ren Gerb­stof­fen.  Im gro­ßen Holz­fass gereift, zeigt der Wein Kraft und Fül­le. Nicht zu kalt im gro­ßen Glas ser­vie­ren.

Bezug: Um 17,50 Euro, etwa bei www.gute-weine.de

Chiles Spitze

2018 Pur­ple Angel Car­menè­re, Mon­tes, Chi­le

Car­menè­re ist eine alte Reb­sor­te aus dem Bor­de­lais, die dort kaum mehr zu fin­den ist, aber in Chi­le groß raus­kommt. Mon­tes ist der Pio­nier­be­trieb für Spit­zen­wei­ne aus Chi­le. Sein Pur­ple Angel ist qua­si die Essenz, von dem was die Sor­te hier dar­stel­len kann: Inten­si­ve Frucht, Noten von Gewür­zen und Holz, kon­zen­triert ohne zu fett zu sein und mit lan­gem Nach­hall. Ein Wein, mit dem man sich einen gan­zen Abend beschäf­ti­gen kann – und noch län­ger.

Bezug: Um 67 Euro, etwa bei www.hawesko.de

Portugiesische Frische

2018 Col­hei­ta Sel­ecio­na­da Bran­co, Quin­ta do Paral

Ein Weiß­wein aus dem war­men Alen­te­jo im Süden Por­tu­gals, der Kraft und Sub­stanz mit einer bemer­kens­wer­ten Fri­sche ver­bin­det. Die­se ist vor allem der Reb­sor­te Arin­to zu ver­dan­ken, die auch hin und wie­der als der „Ries­ling Por­tu­gals“ bezeich­net wird. Am bes­ten in die Karaf­fe geben und nicht zu kalt zu Fisch­ge­rich­ten mit gehalt­vol­len Sau­cen genie­ßen.

Bezug: Um 16 Euro, etwa bei www.terra-vinum.de

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