Degustationen Frankreich

Coche-Dury – Magie im Glas

Flaschenparade von Coche-Dury
Seine Meursaults und sein Corton-Charlemagne gehören zu den besten, teuersten und rarsten Weißweinen der Welt. Wer mehr als sechs Flaschen im Keller hat, gilt schon als „Sammler“. Jean-François Coche versteht den Rummel um seinen Wein nicht, Jens Priewe schon. Er hatte Gelegenheit, 35 seiner Weine im Restaurant Ikarus des Hangar 7 in Salzburg zu genießen.

Sei­ne Meur­s­aults und sein Corton-Charlemagne gehö­ren zu den bes­ten, teu­ers­ten und rars­ten Weiß­wei­nen der Welt. Wer mehr als sechs Fla­schen im Kel­ler hat, gilt schon als „Samm­ler“. Jean-François Coche ver­steht den Rum­mel um sei­nen Wein nicht, Jens Priewe schon. Er hat­te Gele­gen­heit, 35 sei­ner Wei­ne im Restau­rant Ika­rus des Han­gar 7 in Salz­burg zu genie­ßen.


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Jean-François Coche besitzt kein Han­dy und kei­nen PC. Wer mit ihm spre­chen will, muss ihm ein Fax schi­cken oder ver­su­chen, ihn über Fest­netz anzu­ru­fen. Aber auch dann ist nicht sicher, ob man ihn erreicht. Er nimmt das Tele­fon nur ab, wenn er Lust hat. Und wenn er es abnimmt, ist er nicht sehr leut­se­lig. Sei­ne Aus­künf­te sind knapp. Und für das Weni­ge, das er zu sagen hat, macht er nicht viel Wor­te.

Die meis­ten Fra­gen, die ihm gestellt wer­den, krei­sen um das The­ma, wo man sei­nen Wein bekommt und wie viel Fla­schen mög­li­cher­wei­se zur Ver­fü­gung ste­hen. Denn die Wei­ne des 60jährigen Win­zers aus der bur­gun­di­schen Weiß­wein­me­tro­po­le Meur­s­ault kann man nicht ein­fach ab Kel­ler­tür kau­fen. Sie sind lan­ge im Vor­aus reser­viert. Um ein paar Fla­schen zu bekom­men, muss man sich an einen der weni­gen Händ­ler wen­den, die es für die Coche-Weine gibt. Sie prü­fen, ob die Bitt­stel­ler des Weins wür­dig sind, was in der Regel dadurch geschieht, dass man den Nach­weis erbringt, über Jah­re hin­weg auch ande­re, wert­vol­le Wei­ne erwor­ben zu haben.

Jean-François Coche als ClownUrsa­che für die Knapp­heit sind zuerst ein­mal die gerin­gen Men­gen. Jean-François Coche pro­du­ziert durch­schnitt­lich 45 000 Fla­schen. Die Hälf­te davon ist ein­fa­cher Bour­go­gne Ali­go­té und Bour­go­gne Char­don­nay. Vom ver­blei­ben­den Teil ist wie­der­um die Hälf­te Rot­wein. Die gesuch­ten Wei­ne machen also nur etwa 10 000 Fla­schen aus: die ver­schie­de­nen Meur­s­aults, sein Puli­gny Mon­tra­chet und sein Spit­zen­wein, der Cor­ton Char­le­ma­gne. Von ihm wer­den höchs­tens 2000 Fla­schen gefüllt – eine homöo­pa­thi­sche Men­ge, wenn man bedenkt, dass sie für die gan­ze Welt rei­chen soll.

Coche-Dury FlaschenIns­ge­samt besitzt Coche-Dury 11 Hekt­ar Reben an der Côte de Beau­ne. Der größ­te Teil befin­det sich in Meur­s­ault, wo Coche, der seit dem Jahr 2000 von sei­nem Sohn Rafa­el unter­stützt wird, in den Pre­miers Crus Per­riè­res und Gene­vriè­res ver­tre­ten ist, sowie in den Gemein­de­la­gen Che­va­liers, Vireuils, Cail­le­rets und Rougeots (die­se Lage gilt unter den Vigne­rons des Ortes als lieu dit, also als her­aus­ge­ho­be­ne Gemein­de­la­ge). Ins­ge­samt ver­teilt sich sein Wein­bergs­be­sitz in Meur­s­ault auf 12 ver­schie­de­ne Par­zel­len. Der größ­te Teil sei­nes Weins wird als Meur­s­ault géné­ri­que abge­füllt. Vor eini­gen Jah­ren hat Coche einen Pre­mier Cru in Puligny-Montrachet erwer­ben kön­nen (Les Ens­eig­niè­res). Dazu kommt der Grand Cru Cor­ton Char­le­ma­gne, sei­ne Spit­zen­la­ge. Sein dor­ti­ger Reben­be­sitz macht gera­de mal 0,35 Hekt­ar aus.

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