35-jähriger Glen Grant von Gordon & McPhail im direkten Vergleich

Heute gibt es alten, ganz alten Glen Grant. Die erste Abfüllung des 35yo beinhaltet Vorkriegs-Malt aus etwa der Mitte der Dreißigerjahre und wurde noch in der Flasche mit geradem Hals und 70 Proof abgefüllt – die zweite Variante ungefähr zehn Jahre zeitversetzt. Wo werden die Unterschiede sein und welche Variante kann uns mehr überzeugen?

Tasting Notes


Glen Grant 35y ~46-81 G&M for Intertrade 0,75L White Screw Ca
Glen Grant 35y ~46-81 G&M for Intertrade 0,75L White Screw Cap – 40%
90

Far­be: Vol­les Gold
Nase: Star­tet mit einer tol­len Pfir­sich­frucht, gefolgt von einem mäch­ti­gen Leder­brett mit unter­leg­tem Salz. Dazu blu­mi­ge Aro­men, Honig, Vanil­le, süßes Malz und mil­de Limo­ne. Die Wür­ze ent­wi­ckelt sich zuse­hends bes­ser – rosa Pfef­fer­kör­ner, Mus­kat, Gelb­wurz, Piment und Lor­beer­blät­ter. Klas­se!
Geschmack: Eher dünn, aber trotz­dem cre­mig gehal­ten. Ins­ge­samt weich und mit ver­wäs­ser­tem Pfirsich-/Limonensaft. Salz, Papier, alte Papp­kar­tons, stau­bi­ge Tücher, Vanil­le und immer inten­si­ve­res Leder. Etwas mäch­ti­ger wer­dend mit anstei­gen­der Wür­ze und  Oran­gen­no­ten.
Finish: Kurz bis mit­tel­lang – frisch, dumpf und nur wenig fruch­tig. Zar­te Pfef­fer­min­ze, etwas Holz und mit etwas Lakrit­ze aus­klin­gend.
90 Punk­te (Nase: 92 / Geschmack: 89 / Finish: 88)


Glen Grant 35y ~35-70 G&M Lic. Bot. 26 2/3floz 70°proof White Screw Cap - 40%
Glen Grant 35y ~35-70 G&M Lic. Bot. 26 2/3floz 70°proof White Screw Cap – 40%
92

Far­be: Altes Gold
Nase: Vol­les Leder, dunk­le Frucht­aro­men von Pflau­men und Holun­der­bee­ren. Dazu altes Seil, Schiffstau und sehr viel Tabak – wür­zig und auch eher dumpf gehal­ten. Zähe Honiga­ro­men, Ker­zen­wachs, mil­de Zitro­ne, Papp­kar­ton sowie Oran­gen­scha­len.
Geschmack: Weich, wür­zig und mit vol­lem Mund­ge­fühl sal­zig wer­dend. Es pri­ckelt auf der Zun­ge: her­be Oran­ge, zar­tes Eichen­holz, Leder, Honig, Vanil­le­stan­gen, Kräu­ter, dunk­le Scho­ko­la­de … klas­se!
Finish: Mit­tel­lang und sehr har­mo­nisch. Holz ein­ge­bet­tet in her­ber Scho­ko­la­de – dun­kel, fett und cre­mig. Die mil­de, sal­zi­ge Wür­ze passt sich gut ein. Auf der Zun­ge blei­ben Noten von war­mem Kakao mit Sah­ne zurück – ohne jeg­li­che Frucht­aro­men im Finish!
92 Punk­te (Nase: 92 / Geschmack: 93 / Finish: 92)


Fazit: Ein­deu­ti­ger Sieg nach Punk­ten für den „Alten“!


Über den Autor

Udo Kay­p­in­ger, Jahr­gang 1974, ver­hei­ra­tet, eine Toch­ter, lebt seit sei­ner Kind­heit im tra­di­ti­ons­rei­chen Wein­an­bau­ge­biet Ayl an der Saar und kennt die bes­ten Riesling-Weine der Welt.
Nach dem Stu­di­um für Bau­in­ge­nieur­we­sen arbei­tet er als Bau­in­ge­nieur in Bit­burg, wo “Bit­te ein Bit” erfolg­reich gebraut wird.
Aber der gute Wein und das gut gebrau­te Bier wer­den 2005 von dem ers­ten Sin­gle Malt abge­löst. Der Start­schuss für die Fas­zi­na­ti­on Whis­ky ist gesetzt und wur­de in den letz­ten Jah­ren mit meh­re­ren Schottland-Reisen und vie­len hun­dert Whisky-Verköstigungen wei­ter fort­ge­führt.
Eine Begeis­te­rung und Fas­zi­na­ti­on die mit einer spe­zi­el­len Vor­lie­be zur klei­nen Insel Islay an der West­küs­te Schott­lands zur Pas­si­on wur­de.

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