• Unser Frühjahresangebot für die Weinbranche
Donnerstag, Juli 16, 2026
Weinkenner - Das Weinmagazin
  • Home
  • WineHappens
    Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben

    Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben

    Offener Brief an Cem Özdemir

    Offener Brief an Cem Özdemir

    Abnehmen mit Rotwein? Nonsense!

    Abnehmen mit Rotwein? Nonsense!

    Querciabella: Chianti Classico für 200 Euro

    Querciabella: Chianti Classico für 200 Euro

    Die Causa Moric ./. Bundesamt für Weinbau

    Die Causa Moric ./. Bundesamt für Weinbau

    Bordeaux 2025: spektakulärer noch als 2022?

    Bordeaux 2025: spektakulärer noch als 2022?

    Corpinnat: Revolution im Cava-Land

    Corpinnat: Revolution im Cava-Land

    Sixpack: 6 Weine aus dem April, die mir schmeckten – oder nicht

    Sixpack: 6 Weine aus dem April, die mir schmeckten – oder nicht

    Rioja: klassisch mit Barrique gegen modern mit Terroir

    Rioja: klassisch mit Barrique gegen modern mit Terroir

  • Unter zehn Euro
    Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin

    Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin

    Unter 10 Euro: Weißburgunder „Teufelskopf“, maximal trinkfreundlich

    Unter 10 Euro: Weißburgunder „Teufelskopf“, maximal trinkfreundlich

    Unter 10 Euro: Monte Antico aus der Toskana

    Unter 10 Euro: Monte Antico aus der Toskana

    Packender Chardonnay vom Weingut Seehof aus Rheinhessen

    Packender Chardonnay vom Weingut Seehof aus Rheinhessen

    Unter 10 Euro: vibrierend-frischer Chenin Blanc aus Südafrika

    Unter 10 Euro: vibrierend-frischer Chenin Blanc aus Südafrika

    2021 Pimpala Road Shiraz

    Unter 10 Euro: Ein australischer Shiraz ist unser Wein des Monats Dezember

    Unter 10 Euro: sehr leckerer Roséwein aus der Türkei

    Unter 10 Euro: sehr leckerer Roséwein aus der Türkei

    Unter 10 Euro: Grauburgunder Hungerbiene – ganz anders als das Klischee

    Unter 10 Euro: Grauburgunder Hungerbiene – ganz anders als das Klischee

    The Cricket & The Ant: moderner Retsina aus Griechenland

    The Cricket & The Ant: moderner Retsina aus Griechenland

  • Schäumer & Prickler
    Prinz Salm lässt es prickeln

    Prinz Salm lässt es prickeln

    Clément Pierlot und Paul-François Vrancken (rechts) bei der Enthüllung der ersten Flasche von Cos Pompadour (Photo by Franziska Krug/Maison Pompadour via Getty Images)

    Voilà – der neue Clos Pompadour

    Geldermann lockt mit zwei neuen Premium-Sekten

    Geldermann lockt mit zwei neuen Premium-Sekten

    Donnafugata präsentiert einen Brut Rosé gemeinsam mit Dolce&Gabbana

    Donnafugata präsentiert einen Brut Rosé gemeinsam mit Dolce&Gabbana

    Haus Perlinger: zwei neue Crémants aus dem kühlen Deutschland

    Haus Perlinger: zwei neue Crémants aus dem kühlen Deutschland

    Laurent-Perriers neue Rosé-Cuvée „Rubans”

    Die neuen Krugs sind da

    Die neuen Krugs sind da

    Bollingers 2015er La Grande Année ist da!

    Bollingers 2015er La Grande Année ist da!

    Alice Paillard: „Champagner kann man nicht mit KI machen.“

    Alice Paillard: „Champagner kann man nicht mit KI machen.“

  • Degustationen
    Was der Frost übrig ließ: toller 2024er Riesling Kabinett vom Karthäuserhof

    Was der Frost übrig ließ: toller 2024er Riesling Kabinett vom Karthäuserhof

    Elegant by nature: der neue Ornellaia 2023

    Elegant by nature: der neue Ornellaia 2023

    2020 Brunello di Montalcino: der Wein aus dem Corona-Jahr

    Pio Cesare: Die Legende lebt

    Pio Cesare: Die Legende lebt

    Champagner von Salon: exklusiv im wörtlichen Sinn

    Champagner von Salon: exklusiv im wörtlichen Sinn

    Der Wein, der „Licht“ heisst

    Der Wein, der „Licht“ heisst

    Der beste Figeac, den es je gab?

    Der beste Figeac, den es je gab?

    Grüner Veltliner, wie ihn nur wenige kennen

    Grüner Veltliner, wie ihn nur wenige kennen

    Giampiero Bertolini im Fasskeller von Biondi Santi

    Brunello di Montalcino von Biondi Santi: kleine Vertikale in Hamburg

  • Lifestyle
    • Alle
    • Drinks
    • Gläser-Guide
    • Weinbars
    • Zigarren
    Neue Wine Experience im Restaurant Curate in Kapstadt

    Neue Wine Experience im Restaurant Curate in Kapstadt

    Saubere Weingläser

    So poliert man ein Weinglas: 5 Schritte zum perfekten Glanz

    Käse und Wein: Interview mit Susanne Hofmann

    Käse und Wein: Interview mit Susanne Hofmann

    Verführerischer Rotwein: Frauen entwickeln mehr Lust auf Sex

    Verführerischer Rotwein: Frauen entwickeln mehr Lust auf Sex

    Das neue Brunfels Hotel in Mainz: schlafen und geniessen im Grünen

    Das neue Brunfels Hotel in Mainz: schlafen und geniessen im Grünen

    • Wine & Travel
    • Kulinarik
    • Drinks
    • Gläser-Guide
    • Weinbars
  • Must know
    • Alle
    • Lagerung und Einkauf
    • Servieren des Weins
    • Spezialweine
    • Wein und Gesundheit
    • Wein und was dazu gehört
    Wein 2026 Trends

    Wein 2026: Zwischen Korrektur und Neuverortung

    Podcast: Warum Winzer am riskanten Naturkork festhalten

    Podcast: Warum Winzer am riskanten Naturkork festhalten

    Der ideale Weinkeller

    Der ideale Weinkeller

    Die malolaktische Gärung

    Die malolaktische Gärung

    „Wein – Die große Schule“ von Jens Priewe: Ein Buch wie ein Grand Cru

    „Wein – Die große Schule“ von Jens Priewe: Ein Buch wie ein Grand Cru

    Salutogenese im Rebkindergarten

    Salutogenese im Rebkindergarten

    Wie der Korken richtig gezogen wird

    Wie der Korken richtig gezogen wird

    Veganer Wein: Moralisch edel, gesundheitlich nicht zwingend

    Veganer Wein: Moralisch edel, gesundheitlich nicht zwingend

    Wein besser verstehen: „Grundkurs Wein“ von Jens Priewe NEU

    Wein besser verstehen: „Grundkurs Wein“ von Jens Priewe NEU

    • Lagerung und Einkauf
    • Servieren des Weins
    • Spezialweine
    • Tipps für Weinkenner
    • Wein und Gesundheit
    • Wein und was dazu gehört
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • WineHappens
    Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben

    Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben

    Offener Brief an Cem Özdemir

    Offener Brief an Cem Özdemir

    Abnehmen mit Rotwein? Nonsense!

    Abnehmen mit Rotwein? Nonsense!

    Querciabella: Chianti Classico für 200 Euro

    Querciabella: Chianti Classico für 200 Euro

    Die Causa Moric ./. Bundesamt für Weinbau

    Die Causa Moric ./. Bundesamt für Weinbau

    Bordeaux 2025: spektakulärer noch als 2022?

    Bordeaux 2025: spektakulärer noch als 2022?

    Corpinnat: Revolution im Cava-Land

    Corpinnat: Revolution im Cava-Land

    Sixpack: 6 Weine aus dem April, die mir schmeckten – oder nicht

    Sixpack: 6 Weine aus dem April, die mir schmeckten – oder nicht

    Rioja: klassisch mit Barrique gegen modern mit Terroir

    Rioja: klassisch mit Barrique gegen modern mit Terroir

  • Unter zehn Euro
    Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin

    Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin

    Unter 10 Euro: Weißburgunder „Teufelskopf“, maximal trinkfreundlich

    Unter 10 Euro: Weißburgunder „Teufelskopf“, maximal trinkfreundlich

    Unter 10 Euro: Monte Antico aus der Toskana

    Unter 10 Euro: Monte Antico aus der Toskana

    Packender Chardonnay vom Weingut Seehof aus Rheinhessen

    Packender Chardonnay vom Weingut Seehof aus Rheinhessen

    Unter 10 Euro: vibrierend-frischer Chenin Blanc aus Südafrika

    Unter 10 Euro: vibrierend-frischer Chenin Blanc aus Südafrika

    2021 Pimpala Road Shiraz

    Unter 10 Euro: Ein australischer Shiraz ist unser Wein des Monats Dezember

    Unter 10 Euro: sehr leckerer Roséwein aus der Türkei

    Unter 10 Euro: sehr leckerer Roséwein aus der Türkei

    Unter 10 Euro: Grauburgunder Hungerbiene – ganz anders als das Klischee

    Unter 10 Euro: Grauburgunder Hungerbiene – ganz anders als das Klischee

    The Cricket & The Ant: moderner Retsina aus Griechenland

    The Cricket & The Ant: moderner Retsina aus Griechenland

  • Schäumer & Prickler
    Prinz Salm lässt es prickeln

    Prinz Salm lässt es prickeln

    Clément Pierlot und Paul-François Vrancken (rechts) bei der Enthüllung der ersten Flasche von Cos Pompadour (Photo by Franziska Krug/Maison Pompadour via Getty Images)

    Voilà – der neue Clos Pompadour

    Geldermann lockt mit zwei neuen Premium-Sekten

    Geldermann lockt mit zwei neuen Premium-Sekten

    Donnafugata präsentiert einen Brut Rosé gemeinsam mit Dolce&Gabbana

    Donnafugata präsentiert einen Brut Rosé gemeinsam mit Dolce&Gabbana

    Haus Perlinger: zwei neue Crémants aus dem kühlen Deutschland

    Haus Perlinger: zwei neue Crémants aus dem kühlen Deutschland

    Laurent-Perriers neue Rosé-Cuvée „Rubans”

    Die neuen Krugs sind da

    Die neuen Krugs sind da

    Bollingers 2015er La Grande Année ist da!

    Bollingers 2015er La Grande Année ist da!

    Alice Paillard: „Champagner kann man nicht mit KI machen.“

    Alice Paillard: „Champagner kann man nicht mit KI machen.“

  • Degustationen
    Was der Frost übrig ließ: toller 2024er Riesling Kabinett vom Karthäuserhof

    Was der Frost übrig ließ: toller 2024er Riesling Kabinett vom Karthäuserhof

    Elegant by nature: der neue Ornellaia 2023

    Elegant by nature: der neue Ornellaia 2023

    2020 Brunello di Montalcino: der Wein aus dem Corona-Jahr

    Pio Cesare: Die Legende lebt

    Pio Cesare: Die Legende lebt

    Champagner von Salon: exklusiv im wörtlichen Sinn

    Champagner von Salon: exklusiv im wörtlichen Sinn

    Der Wein, der „Licht“ heisst

    Der Wein, der „Licht“ heisst

    Der beste Figeac, den es je gab?

    Der beste Figeac, den es je gab?

    Grüner Veltliner, wie ihn nur wenige kennen

    Grüner Veltliner, wie ihn nur wenige kennen

    Giampiero Bertolini im Fasskeller von Biondi Santi

    Brunello di Montalcino von Biondi Santi: kleine Vertikale in Hamburg

  • Lifestyle
    • Alle
    • Drinks
    • Gläser-Guide
    • Weinbars
    • Zigarren
    Neue Wine Experience im Restaurant Curate in Kapstadt

    Neue Wine Experience im Restaurant Curate in Kapstadt

    Saubere Weingläser

    So poliert man ein Weinglas: 5 Schritte zum perfekten Glanz

    Käse und Wein: Interview mit Susanne Hofmann

    Käse und Wein: Interview mit Susanne Hofmann

    Verführerischer Rotwein: Frauen entwickeln mehr Lust auf Sex

    Verführerischer Rotwein: Frauen entwickeln mehr Lust auf Sex

    Das neue Brunfels Hotel in Mainz: schlafen und geniessen im Grünen

    Das neue Brunfels Hotel in Mainz: schlafen und geniessen im Grünen

    • Wine & Travel
    • Kulinarik
    • Drinks
    • Gläser-Guide
    • Weinbars
  • Must know
    • Alle
    • Lagerung und Einkauf
    • Servieren des Weins
    • Spezialweine
    • Wein und Gesundheit
    • Wein und was dazu gehört
    Wein 2026 Trends

    Wein 2026: Zwischen Korrektur und Neuverortung

    Podcast: Warum Winzer am riskanten Naturkork festhalten

    Podcast: Warum Winzer am riskanten Naturkork festhalten

    Der ideale Weinkeller

    Der ideale Weinkeller

    Die malolaktische Gärung

    Die malolaktische Gärung

    „Wein – Die große Schule“ von Jens Priewe: Ein Buch wie ein Grand Cru

    „Wein – Die große Schule“ von Jens Priewe: Ein Buch wie ein Grand Cru

    Salutogenese im Rebkindergarten

    Salutogenese im Rebkindergarten

    Wie der Korken richtig gezogen wird

    Wie der Korken richtig gezogen wird

    Veganer Wein: Moralisch edel, gesundheitlich nicht zwingend

    Veganer Wein: Moralisch edel, gesundheitlich nicht zwingend

    Wein besser verstehen: „Grundkurs Wein“ von Jens Priewe NEU

    Wein besser verstehen: „Grundkurs Wein“ von Jens Priewe NEU

    • Lagerung und Einkauf
    • Servieren des Weins
    • Spezialweine
    • Tipps für Weinkenner
    • Wein und Gesundheit
    • Wein und was dazu gehört
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Weinkenner - Das Weinmagazin
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Startseite Degustationen

2019 Riesling GG von der Nahe: Mehr Terroir gewagt

von weinkenner
2019 Riesling GG von der Nahe: Mehr Terroir gewagt

© Joh.Bapt.Schäfer/Robert Dieth

LinkedinWhatsappEmailChatGPT

Die Ausgangsbedingungen waren in 2019 in allen deutschen Weinanbaugebieten nicht einfach – besonders an der Nahe nicht. Dort beginnt die Lese erst, wenn sie in der Pfalz und in Rheinhessen fast schon beendet ist. Nach dem heissen, sehr trockenen Sommer begann es ausgerechnet Ende September zu regnen, also just zum Beginn der Hauptlese. Die Trauben mussten in den kurzen Regenpausen eingebracht werden. Wer das geschafft hat und dabei auch noch die faulen Trauben auslesen konnte, hat in 2019 allerdings exzellente Weine erzeugt – Weine, die den Vergleich mit 2018 nicht scheuen müssen. Nach meinen ersten Eindrücken, die ich bei den Verkostungen im Rahmen der „Vorpremiere“ Ende August in Wiesbaden gewinnen konnte, liegen sie auf dem Niveau des viel gefeierten Vorgängerjahrgangs, teilweise sogar darüber. Denn die Mengen waren, weil es in 2019 im Frühjahr während der Blüte geregnet hatte und viele Trauben durchrieselten, um etwa 25 Prozent geringer.  „Ode an die Freude“ titelte Stephan Reinhardt in der FAZ.

Herausragend: Schäfer-Fröhlich

Die Großen Gewächse (GG) aller acht VDP-Güter an der Nahe, die ich verkosten konnte, liegen denn auch auf hohem Niveau. Lagenbedingt und auch stilistisch fallen sie allerdings sehr unterschiedlich aus. Der herausragende Wein in 2019 ist für mich Schäfer-Fröhlichs Stromberg. Er kommt aus einer steilen, extrem felsigen Parzelle mit 86-jährigen Rebstöcken aus einem Seitental der Nahe und ist nicht der komplexeste, aber der mineralischste Riesling im Sortiment dieses Winzers. Die Fokussierung auf das Thema Mineralität gibt diesem Wein Kante, und zwar so deutlich, dass die Rebsorte kaum noch zu schmecken ist. Leute, die Riesling wegen ihrer Frucht und Würze trinken, werden von diesem GG enttäuscht sein. Zu karg ist er, zu wenig schmelzig, vielleicht könnte man auch sagen: zu monothematisch. Für mich aber stellt der Stromberg das dar, was nur große Lagen hervorbringen können: einen schlanken, aber sehr dicht gewobenen Wein mit schmauchiger Aromatik und giftiger Säure, langlebig, herausfordernd, eindrücklich (97). Tim Fröhlichs GG vom Felseneck – normalerweise die Rose im Knopfloch dieses Weinguts – ist insgesamt komplexer. Geprägt von reifen gelben Früchten mit Akzenten von Algen, Kurkuma und Earl Grey, ist das Felseneck immer ein Wein von magischer Eleganz. 2019 macht da keine Ausnahme (96). Ob dieser Wein oder Stromberg den Konsumenten mehr Erlebnis bietet, hängst vom persönlichen Geschmack ab. Und auch die anderen GG von Schäfer-Fröhlich begeistern. Das Frühlingsplätzchen ist von wilder Hefe und Granitstaub durchzogen (94). Der Halenberg ist strukturell powerful und gleichzeitig filigran im Inneren (95), die Kupfergrube zartwürzig, grünblättrig, mitreißend (93), der Felsenberg salzig wie Seewasser, staubig, wenig fruchtig – ein ganz eigener Approach (93).

Etwas braver: Die Weine von Dr. Crusius

Die Kühnheit, die die Weine von Schäfer-Fröhlich auszeichnet, findet man in den GG von Dr. Crusius nicht, auch wenn sie teilweise von denselben Lagen kommen (die jüngste Tochter Rebecca, Geisenheim-gestählt, ist inzwischen voll in die Produktion eingestiegen). Die Weine dieses Gutes sind – wie immer – gefälliger, konventioneller, ja: braver. Der monumentalste Riesling ist immer die Bastei, eine warme Südlage, die mit hohen Mostgewichten und entsprechender Extraktsüße prunkt. Crusius’ GG aus dieser Lage ist kräftig, körperreich und gut balanciert – kein Gaumenschmeichler wie in manch anderem Jahr – aber als spektakulär empfinde ich ihn nicht (91). Einem Vergleich mit der Bastei von Gut Hermannsberg hält dieses GG nicht stand. Besser gefallen haben mir die vier anderen GG: der moderatere, mineralisch-würzige Mühlberg „Im Rotenfels“ (92), der zitrusfruchtige Steinberg mit seinem leicht exotischen Einschlag (92),  die feingliedrige Kupfergrube (91) und der fast süffige Felsenberg  (91). Generell geht man bei Crusius mit der Säure vorsichtig um, was dazu führt, dass die Weine nicht den Spannungsbogen anderer GG haben. Das breite Publikum wird es möglicherweise schätzen, die Puristen unter den Weintrinkern weniger.

Schlossböckelheimer Felsenberg

Emrich-Schönleber: Zuverlässige Spitzenqualität

Emrich-Schönleber besitzt mit dem Frühlingsplätzchen und dem Halenberg zwei Lagen, in denen auch Schäfer-Fröhlich begütert ist. Ja, man muss sogar sagen, dass Emrich-Schönleber nach Größe des Rebenbesitzes und Anciennität als Rebenbesitzer der Lokalmatador ist. Das GG vom Frühlingsplätzchen hat mich trotz des Ernstes der Verkostungssituation in den Wiesbadener Kurhaus Colonnaden begeistert, und wenn Freudenschreie erlaubt wären, hätten die Scheiben geklirrt: ein großer Wein mit herrlicher, grapefruitartiger Frucht, eingebettet in süßen Schmelz mit sublimen erdig-mineralischen Noten, deutlich temperamentvoller als der Halenberg. Das Ruhegebot hat den Gefühlsausbruch verhindert (94). Ich wage die These, dass das 2019er Frühlingsplätzchen noch einen Gang mehr drauf hat als der 2018er. Das ändert aber nichts daran, dass der Halenberg das gewichtigere der beiden GG ist. Er ist breiter angelegt als das Frühlingsplätzchen, besitzt mehr Tiefe, ist weniger nervös, ruht mehr in sich, auch wenn er im Glas derzeit nicht sonderlich spektakulär wirkt (95). Im jungen Stadium wird der Halenberg leicht unterschätzt. Namentlich mir ist das mehrfach passiert. Erst wenn man mal Gelegenheit hat, die 2014er, 2013er, 2010er oder – besser noch – den 2004er zu trinken, zeigt sich, welche Fülle dieser auf blauem Schiefer gewachsene, ganz langsam reifende Wein birgt. In Kalifornien definiert man einen Grand Cru so: die wärmste Lage in der kühlsten Gegend. Auf den Halenberg träfe das zu.

Gut Hermannsberg: An der Spitze etabliert

Auch noch recht kühl ist es an der mittleren Nahe, wo Dönnhoff und Gut Hermannsberg ihre Weinberge haben. Fangen wir mit Gut Hermannsberg an. Die augenblicklich eindrucksvollste Wein der 2019er Kollektion ist der Rotenberg: kompakt und noch ein bisschen in sich gekehrt, aber spürbar elegant und wie aus einem Guß (92). Mit weniger als 30 Euro gehört er zu den preiswertesten GG der Nahe. Wer unbedingt jetzt schon den Korken ziehen will, kann auch zum GG vom Steinberg greifen: ein eleganter Riesling, leicht und doch dicht gewoben, sehr puristisch, hochfein (92). Ganz grosse Klasse der Felsenberg, aus einer sehr warme Lage kommend. Der Wein ist stark von reifer gelber Frucht geprägt, aber auch von einer pikanten Säure durchzogen (93).  Wer ganz furchtlos ist, was die Säure betrifft, greift zum GG von der Bastei: ein packender Wein von dramatischer Fülle mit Anklängen an reife tropische Früchte und Bodenkrume (94). Allerdings kam dieses Riesling GG aus dem Jahrgang 2018.  Kellermeister Karsten Peter geht dazu über, seine hochwertigsten Weine erst später auf den Markt zu bringen (in diesem Zusammenhang eine Empfehlung: Peter hat gerade die letzten Reserven der 2015er Bastei freigegeben, der bis dahin besten Bastei, die auf Gut Hermannsberg produziert wurde. In ihr spiegelt sich die warme Reife der Trauben wider und – im Kontrast dazu – die kühle, kristalline Rieslingsäure). Auch von der Monopollage Hermannsberg ist im Moment erst der 2018er im Verkauf, ein Riesling, der beinahe schwerelos über den Gaumen gleitet, aber unheimlich viel Tiefe besitzt und mit seiner kräuterwürzigen Pikanz wohl am besten von allen GG den Stil von Gut Hermannsberg repräsentiert (94). Bei der besten Lage des Weinguts, der Kupfergrube, ist die Praxis des Zurückhaltens schon seit dem Jahrgang 2017 üblich. Das heißt: Es gibt derzeit keine 2019er Kupfergrube, auch keine 2018er. Die gesamte Produktion dieser Jahrgänge wandert in die Schatzkammer und wird erst nach fünf Jahren (also 2024) als „Reserve“ auf den Markt kommen.

Dönnhoff: Sechs meisterhafte Lagenweine

Dagegen hat Nachbar Dönnhof bereits alle sechs GG vom Jahrgang 2019 freigegeben. Am besten gefallen hat mir sein kleinstes GG vom Krötenpfuhl in Bad Kreuznach: trotz der Spannung, die dieser Riesling aufgebaut hat, ist er ein erkennbar stimmiger Wein mit reifem Pfirsich, aber auch Limette und einem Hauch Orangenschale, dazu eine erdig-staubige Komponente, die macht, dass der Wein nicht ins beliebig-fruchtige Fahrwasser abdriftet (93). Vielleicht gefällt mir der Krötenpfuhl auch deshalb so gut, weil er so unanstrengend ist im Vergleich zu Dönnhoffs anderen GG.

Aber hier soll nicht von persönlichen Vorlieben die Rede sein. Die Hermanshöhle ist sicherlich das anstrengendste GG des Weinguts (und mit Emrich-Schönlebers Halenberg der gesamten Anbauregion), aber auch Dönnhoffs größter Wein. Den jungen 2019er jetzt zu beschreiben, ist wie Locken auf der Glatze drehen. Der Wein gibt wenig her außer floreale Düfte und ein paar Primäraromen. Man spürt aber die Kraft, die er hat, ahnt die Tiefe, nimmt die Cremigkeit wahr. Wer ältere Jahrgänge kennt, weiß was das bedeutet (95). „Viel gut verpackte Power“ habe ich auf meinen Probenzettel geschrieben. Die Betonung liegt auf „verpackt“, also noch verschlossen. Nicht verpackt, aber packend ist der Felsenberg, das mineralischste GG der Dönnhoffschen Kollektion, wobei die hochfeinen Flintstein- und Zündplättchen-Noten im Moment noch gar nicht einmal sehr präsent sind. Vielmehr dominieren reifer Apfel, Pfirsich, Nashi-Birne, unterlegt mit würzigem Zitronengras. Grosses Kino (94). Ein Ausbund an Eleganz ist Dönnhoffs Dellchen: gut fundiert auf der einen Seite, mit filigranen Facetten auf der anderen, dabei leicht schiefrig, pur, finessereich (95). In meinen Notizen steht „routiniert auf hohem Niveau“. Das stimmt nicht. Es gibt keine Routine auf dem Niveau, auf dem Dönnhoff arbeitet. Wenig angefixt hat mich dagegen das GG von der Brücke. Füllig, saftig, pikant – das ja. Aber spektakulär? Eher nicht (92). Schwer zu beschreiben ist Dönnhoffs sechstes GG vom Höllenpfad „Im Mühlenberg“. Es ist nur wenige hundert Meter vom Krötenpfuhl entfernt gewachsen und doch ganz anders: sperriger, ruppiger in der Säure, gleichzeitig aber mit herrlich reifer Frucht, die in süßen Schmelz gehüllt ist. Eine „echte Challenge“ habe ich in bestem Verkoster-Deutsch notiert (93).

Die 2019er Erste Lagen sind von den Grossen Lagen nicht weit entfernt

Bei aller Reverenz, die man Dönnhoffs GG entgegen bringt: In einem Jahr wie 2019 ist das Höllenpfad GG nicht Lichtjahre entfernt vom Höllenpfad Erste Lage, der nur halb so viel kostet. Oder auch der Riesling Kahlenberg Erste Lage. Diese Weine sind schon gut antrinkbar und trotzdem erwiesenermaßen langlebig. Und wer sie mit Freunden trinken will: bella figura machen auch sie. Ausserdem muss man die Händler nicht anbetteln, um ein paar Flaschen der raren GG zu bekommen. Gleiches gilt übrigens auch für andere Erzeuger. Will sagen: Ich würde mich in einem Jahr wie 2019 mit Ortsweinen und Ersten Lagen bevorraten. Und noch etwas: Der VDP gilt als deutsche Winzerelite. Es gibt an der Nahe aber ein halbes Dutzend Nicht-VDPler, die mit gleicher Sorgfalt und demselben Ehrgeiz arbeiten, um mit ähnlich spannenden Resultaten aufzuwarten.

Kruger-Rumpf und Joh. Bapt. Schäfer mit Mut und Können

Kommen wir zur unteren Nahe. Dort sind vier VDP-Winzer ansässig: Kruger-Rumpf, Joh. Bapt. Schäfer, Schlossgut Diel und Prinz Salm. Letzterer hat gerade seine 2016er freigegeben, die in Wiesbaden nicht angestellt waren. Die drei anderen Güter präsentierten ihre 2019er. Kruger-Rumpf hat vier brillante GG auf die Flasche gebracht, wobei eines, der Scharlachberg, aus Rheinhessen stammt. Der kühnste der anderen drei ist der Dautenpflänzer, der beweist, dass Georg und Philipp Rumpf keine Angst vor Säure haben. Ihr GG mag im Moment etwas kantig wirken, ist aber sehr präzise gearbeitet und besitzt ein riesiges Potenzial (93). Im Pitterberg, das zweite GG, ist die weichere Variante (92). Aber was heißt schon weich, wenn die Säure bei knapp 8 gr liegt und der Wein quasi durchgegoren ist? Das dritte GG, der auf Quarzit gewachsene Burgberg, ist der verschlossenste der drei, aber auch der begeisterndste: dicht gewoben, kompakt, mit Kafirblättern, Seetang, reifem Gravensteiner-Apfel und Granitstaub im Bouquet (94). Der gewöhnlich gut informierte VINUM-Weinführer hatte Kruger-Rumpf bereits 2019 zum „Aufsteiger des Jahres“ an der Nahe gekürt. Vollauf gerechtfertigt aus meiner Sicht. Im neuen VINUM Weinführer 2021 wird diese Auszeichnung Sebastian Schäfer vom Weingut Joh. Bapt. Schäfer zuteil. Zumindest eines seiner beiden 2019er GG ist bemerkenswert: ein geschliffener, sehr präziser Wein mit (noch) viel Reduktion in der Nase, dazu Rauchtee, Eisenkraut, Minze und nahezu frei von Frucht – Beweis dafür, wie gut Schäfer das Terroir herausgearbeitet hat. Die Rede ist von seinem Pittermännchen (93). Vergleichsweise brav ist dagegen Schäfers Goldloch (90).

Carolin Diel

Schlossgut Diel mit einer der schönsten Kollektionen

Eine der schönsten Überraschungen an der Nahe ist die 2019er Kollektion vom Schloßgut Diel. Nicht dass die Weine von Caroline Diel (und früher von ihrem Vater Armin) nicht auch hochklassig waren. Aber so gut wie in 2019 habe ich sie noch nie erlebt. Diels Pittermännchen – das ist nicht einfach nur Riesling in seiner bezauberndsten Form, sondern flüssiger Schiefer, nasse Kreide, rauchige Mineralität. So ausgeprägt habe ich Terroir nicht oft geschmeckt (94). Das GG vom Goldloch ist saftiger mit Pfirsich, Aprikosen, Orangenschale und einer feinen Earl Grey-Note (93). Den Vogel schiesst der Burgberg ab, der allerdings vom Jahrgang 2018 war und Füllschock, Schwefelung etc. längst hinter sich hat. Bei diesem Wein-Monument spürt man bereits die Tiefe: also neben der Frucht die erdige Würze, wobei die Reifearomen einerseits und die durchaus vorhandenen grünen Noten andererseits  eine knisternde Spannung erzeugen (95).

Wird sich die Spreu vom Weizen trennen?

Insgesamt lässt sich von den GG von der Nahe sagen, dass sie fokussierter auf Terroir sind als früher, weniger auf oberflächliche Noten setzen (auch wenn diese von den Kritikern immer hoch geschätzt und bewertet werden), weniger geschminkt auftreten. Wenn das eine Tendenz ist, dann wird sich auch bei den Konsumenten bald die Spreu vom Weizen trennen. Terroir-Weine sind selten massenkompatibel. Lifestyler und Fun-Sucher werden sich abwenden. Verdursten werden sie deshalb nicht. Alternativen gibt es genug.

Vorheriger Beitrag

Weingut Dr. Koehler: Gerade Linie im Land der tausend Hügel

Nächster Beitrag

Franciacorta von Ferghettina: In der quadratischen Flasche vergoren

weinkenner

weinkenner

Nächster Beitrag

Franciacorta von Ferghettina: In der quadratischen Flasche vergoren

Bitte einloggen um an der Diskussion teilzunehmen
ANZEIGE

Neueste Beiträge

  • Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben
  • Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin
  • 25 Jahre Rutz in Berlin-Mitte: Weine, die Geschichte schrieben
  • Chianti DOCG kann jetzt auch Rosé sein
  • Alkoholsteuer kommt: Sekt und Spirituosen betroffen, Wein ausgenommen

Shortnews

Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben

Chateau Figeac: Welchen Aufwand Spitzenerzeuger im Keller treiben

15 Juli, 2026
Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin

Ein Rosé, der Spaß macht: 2025 Le Grand Prébois Rosé von Famille Perrin

14 Juli, 2026
25 Jahre Rutz in Berlin-Mitte: Weine, die Geschichte schrieben

25 Jahre Rutz in Berlin-Mitte: Weine, die Geschichte schrieben

14 Juli, 2026

Anstehende Veranstaltungen

Hinweis
Es sind keine anstehenden Veranstaltungen vorhanden.

Weinkenner GmbH

  • Über Weinkenner
  • Datenschutzbedingungen
  • Impressum

ISSN  3052-2129

  • Über Weinkenner
  • Datenschutzbedingungen
  • Impressum

© 2026 weinkenner.de

Willkommen zurück!

Melden Sie sich unten bei Ihrem Konto an

Passwort vergessen?

Passwort abrufen

Bitte geben Sie Ihren Benutzernamen oder Ihre E-Mail-Adresse ein, um Ihr Passwort zurückzusetzen.

Anmelden

Neue Playlist hinzufügen

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Home
  • WineHappens
  • Unter zehn Euro
  • Schäumer & Prickler
  • Degustationen
  • Lifestyle
    • Wine & Travel
    • Kulinarik
    • Drinks
    • Gläser-Guide
    • Weinbars
  • Must know
    • Lagerung und Einkauf
    • Servieren des Weins
    • Spezialweine
    • Tipps für Weinkenner
    • Wein und Gesundheit
    • Wein und was dazu gehört

© 2026 weinkenner.de