Nachverkostet – 1988 Scheurebe Spätlese trocken

Etikett 1988 Scheurebe Spätlese trocken
Dass ein Riesling alt werden kann, ist bekannt. Aber auch eine Scheurebe? Und dann noch eine trockene? Sie kann es. Nach über 20 Jahren präsentiert sich die trockene Spätlese vom Scheurebe-Spezialisten Pfeffingen aus der Mittelhaardt in blendender Verfassung: fein gereift, aber frisch.

Dass die Scheu­re­be (Sil­va­ner x Ries­ling) unter allen Neu­züch­tun­gen die wert­volls­te ist, dar­über sind sich Win­zer und Wein­ken­ner einig. Den­noch stand und steht sie im Schat­ten von Ries­ling, Weiß- und Grau­bur­gun­der. Das Bad Dürk­hei­mer Wein­gut Pfef­fin­gen gehört zu weni­gen in Deutsch­land, die das Poten­zi­al die­ser Sor­te schon früh erkannt hat­ten.

Karl Fuhr­mann, der Seni­or­chef, stell­te sie kon­se­quent in sei­ne bes­ten Lagen – und dort steht sie heu­te noch. Die­se tro­cke­ne Spät­le­se aus dem gro­ßen Jahr 1988 vom Ung­stei­ner Her­ren­berg (Ers­te Lage für den Ries­ling) recht­fer­tigt das Ver­trau­en in die Sor­te: hel­le grün­gel­be Far­be, rei­ches, kräu­ter­wür­zi­ges Bukett mit Anklän­gen von Limo­ne, Oran­ge, Brenn­nes­sel, getrock­ne­ten Apri­ko­sen, lan­ge am Gau­men haf­tend, dabei voll­kom­men frisch ohne jede Oxy­da­ti­ons­no­te.

Ein groß­ar­ti­ger Wein­genuß, auch nach mehr als 20 Jah­ren – und das bei der tro­cke­nen Aus­bau­wei­se! Im Gegen­satz zur Aus­le­se aus der glei­chen Lage und aus dem glei­chen Jahr­gang ist die Spät­le­se auch nicht ansatz­wei­se fir­nig und aus­ge­trock­net, son­dern saf­tig und mit fri­scher, noch bis­si­ger Säu­re geseg­net. Karl Fuhr­mann hat den Wein damals im gro­ßen Holz­faß aus­ge­baut. Sein Enkel Jan Eyma­el, ein Geisenheim-Absolvent, vini­fi­ziert ihn heu­te im Edel­stahl und baut ihn im Edel­stahl auf der Fein­he­fe aus.

Der 2009er Jahr­gang kos­tet ab Wein­gut 10 Euro (www.pfeffingen.de).

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