Bertrand Minchin: Strahlender Sauvignon aus dem Herzen Frankreichs

Menetou-Salon – eine klei­ne fei­ne Appel­la­ti­on, die meist unter unse­rem Radar fliegt. Unweit der geo­gra­phi­schen Mit­te Frank­reichs füh­ren kei­ne Tou­ris­ten­rou­ten vor­bei und groß ist das Gebiet auch nicht gera­de. Knapp 500 Hekt­ar Wein­ber­ge lie­gen nord­öst­lich von Bour­ges mit sei­ner spek­ta­ku­lä­ren Kathe­dra­le und west­lich von Sancer­re. Hier ergibt sich ein Anknüp­fungs­punkt. Wie beim berühm­ten Nach­barn wer­den über­wie­gend Weiß­wei­ne aus der Sauvignon-blanc-Traube pro­du­ziert, die auf kalk­hal­ti­gem Boden bemer­kens­wer­te Wei­ne mit vita­ler Säu­re her­vor­bringt.

Die­ser „Kim­me­r­idge“ von Menetou-Salon ist rund 150 Mil­lio­nen Jah­re alt und besteht neben Lehm weit über­wie­gend aus urzeit­li­chen Sedi­men­ten, in denen unter ande­rem beein­dru­cken­de fos­si­le Ammo­ni­ten (Kopf­füß­ler) zu fin­den sind.

Seit rund 1000 Jah­ren ist der Wein­bau in der Regi­on belegt, mit dem Jahr 1959 wur­de Menetou-Salon eine kon­trol­lier­te Her­kunfts­be­zeich­nung (AOC), seit 1988 ist Bert­rand Min­chin in der Regi­on als Win­zer aktiv. „Mein Groß­va­ter hat hier schon vor dem Zwei­ten Welt­krieg Wein gemacht“, erzählt er, „seit über 30 Jah­ren gelingt es uns nun, das Bes­te aus die­sem herr­li­chen Ter­ro­ir her­aus­zu­ho­len“. Zehn Hekt­ar Sau­vi­gnon blanc und sie­ben Hekt­ar Pinot Noir bewirt­schaf­tet Min­chin mit sei­ner Domai­ne La Tour Saint-Martin in Menetou-Salon. Das Gut befin­det sich in der Umstel­lung auf biologisch-zertifizierten Wein­bau – in der ver­gleichs­wei­se nie­der­schlags­rei­chen Regi­on eine ech­te Her­aus­for­de­rung.

„Wir ern­ten das Meis­te von Hand, vini­fi­zie­ren jede Par­zel­le im moder­nen Kel­ler sepa­rat, in Stahl und Holz – je nach Wein“, erklärt Bert­rand Min­chin. „Unser Ziel sind mine­ra­li­sche Weiß­wei­ne, die jung Freu­de machen, noch wei­ter rei­fen kön­nen und in jedem Fall gute Spe­sen­be­glei­ter sind.“

 

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Bertrand Minchin: Ausgewählte Weine

2019 Menetou-Salon Moro­gues, La Tour Saint-Martin

„Die­ser Wein reprä­sen­tiert die DNA der Domai­ne de La Tour Saint Mar­tin“, sagt Bert­rand Min­chin. Er wächst im öst­li­chen Teil von Menetou-Salon an der Gren­ze zum Anbau­ge­biet Sancer­re und darf den Zusatz Moro­gues tra­gen. Er wird im Stahl­tank aus­ge­baut, wo er auf der Fein­he­fe reift. Inten­siv, aber nicht laut in der Nase, dem war­men Jahr­gang ent­spre­chen weich, fast opu­lent am Gau­men. Ein  offen­her­zi­ger, ein­neh­men­der Wein, der zu Zie­gen­kä­se, Sala­ten und Fisch passt. Bert­rand Min­chin emp­fiehlt ein Blan­quet­te de Pois­son, ein sah­ni­ges Fischra­gout. Um 13,50 Euro.

2018 Menetou-Salon Hono­ri­ne, Domai­ne La Tour Saint-Martin

Die im Bar­ri­que gereif­te Inter­pre­ta­ti­on eines strah­len­den Sau­vi­gnon blanc. Die jugend­li­che Frucht ist noch prä­sent, das Holz bereits sehr gut inte­griert. But­t­ri­ge Noten und Aro­men von Tro­cken­früch­ten ver­voll­stän­di­gen das Bild. Kraft­voll am Gau­men, dabei mit Fri­sche und Fines­se aus­ge­stat­tet, ist der Wein ein aus­ge­spro­chen viel­sei­ti­ger Essens­be­glei­ter – vom Käse­souf­flée über Geflü­gel­ter­ri­ne und See­fisch bis zu hel­lem Fleisch. Der Win­zer emp­fiehlt ein Stein­butt­fi­let. Um 19 Euro.

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