Einrichtung eines Weinkellers

Die Idee, Wein unter­ir­disch zu lagern, stammt aus der Zeit, als Kel­ler noch natur­kühl waren. Im Zeit­al­ter des moder­nen Woh­nungs­baus wer­den in Kel­ler­räu­men fast genau­so hohe Tem­pe­ra­tu­ren gemes­sen wie in Wohn­räu­men. Die zen­tra­le Hei­zungs­an­la­ge und die Warm­was­ser­roh­re geben mehr Wär­me ab als Kel­ler­be­sit­zern lieb ist. Ein gleich­mä­ßig küh­les Kel­ler­kli­ma kann daher nur künst­lich geschaf­fen wer­den.

Keller mit Klimatür

Aus einem nor­ma­len Kel­ler­raum von 18 Qua­drat­me­tern Grö­ße kann ein per­fekt kli­ma­ti­sier­tes Lager für über 2000 Fla­schen wer­den. Zunächst soll­te das Kel­ler­fens­ter zuge­mau­ert wer­den. Dann müs­sen hier even­tu­ell ver­lau­fen­de Hei­zungs­roh­re an der Decke iso­liert wer­den. Dicke Schaum­stoff­man­schet­ten sind leicht anzu­brin­gen und absor­bie­ren 99 Pro­zent der Abwär­me. Dann wird eine spe­zi­el­le dick­wan­di­ge Kli­ma­tür ein­ge­setzt. Sie ent­hält ein von einem Mikro­pro­zes­sor gesteu­er­tes Kühl­ag­gre­gat, durch das küh­le Luft in den Kel­ler­raum ven­ti­liert wird. Die bes­ten die­ser Türen kli­ma­ti­sie­ren Räu­me bis zu 40 Kubik­me­tern. Das heißt: 18 Qua­drat­me­ter bei 2,20 Meter Decken­hö­he. Es kann dabei eine Raum­tem­pe­ra­tur zwi­schen 6 °C und 20 °C gewählt wer­den. Das heißt: Soll­ten die Außen­tem­pe­ra­tu­ren im Win­ter stark fal­len, kann der Kel­ler­raum auch gewärmt wer­den. Zusätz­lich zur Kli­ma­funk­ti­on regelt die Tür die Luft­feuch­tig­keit (60% bis 85% sind Stan­dard). Durch einen Aktiv­koh­le­fil­ter wird außer­dem die Be- und Ent­lüf­tung gere­gelt. Die Kos­ten für Kli­ma­tür, Ein­bau und Umbau lie­gen zwi­schen 6000 und 10 000 Euro.

Keller mit Klimazelle

Vie­le Bewoh­ner von Miets­woh­nun­gen besit­zen kei­nen fes­ten Kel­ler­raum, son­dern nur ein Kel­ler­ab­teil. Eine Iso­lie­rung von Wän­den und Hei­zungs­roh­ren ist dort nicht mög­lich. In sol­chen Kel­ler­ab­tei­len lässt sich aber eine Wein-Klimazelle auf­stel­len. Auf einer Flä­che von zwei Qua­drat­me­tern kön­nen bis zu 500 Fla­schen gela­gert wer­den. Für die Kli­ma­zel­le gibt es je nach Anbie­ter ver­schie­de­ne tech­ni­sche Stan­dards. Die ein­fachs­ten Ver­sio­nen besit­zen nur eine Air Con­di­ti­on. Die Innen­tem­pe­ra­tur schwankt je nach Kühl- oder Ruhe­pha­se um etwa 2 °C. Dafür kos­ten sie auch nur 2000 Euro. Die anspruchs­volls­ten Kli­ma­zel­len kos­ten 5000 Euro und schaf­fen ein gleich­mä­ßi­ges Raum­kli­ma. Die Kli­ma­zel­len wer­den im Kel­ler zusam­men­ge­setzt und kön­nen bei Woh­nungs­wech­sel wie­der abge­baut wer­den.

Keller mit Air Condition

Klei­ne, abge­schlos­se­ne Kel­ler­räu­me las­sen sich wie ein Wohn­raum mit­tels Air Con­di­ti­on küh­len. Das Kühl­ag­gre­gat kann zum Bei­spiel im Kel­ler­fens­ter instal­liert wer­den. Der Ein­bau ist unkom­pli­ziert, der Ener­gie­ver­brauch gering, die Kos­ten für das Aggre­gat sind nied­rig (etwa 300 Euro). Nur das Betriebs­ge­räusch darf Nach­barn und Mit­be­woh­ner nicht stö­ren. Wei­ne, die nicht 20, son­dern nur zwei oder drei Jah­re lagern sol­len, über­ste­hen die klei­nen Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen, die bei die­ser Mini­mal­lö­sung auf­tre­ten, schad­los.