Kaypingers Whiskyblog

Zwei Bourbon Whiskeys: A.H. Hirsch 1974 & William Larue Weller 12y

Udo & Rainer Kaypinger
Alle Welt spricht vom Scotch Whisky, doch der Markt bietet noch andere leckere Getreide-Destillate, wie zum Beispiel Bourbon Whiskey. Gibt es Unterschiede, abgesehen von der Schreibweise, oder sind sich Scotch und American Bourbon Whiskey doch recht ähnlich? Hier meine Tasting Notes von einem legendären Urgestein aus Pennsylvania und einem jüngeren Wilden aus Kentucky.

Alle Welt spricht vom Scotch Whis­ky, doch der Markt bie­tet noch ande­re lecke­re Getreide-Destillate, wie zum Bei­spiel Bour­bon Whis­key. Gibt es Unter­schie­de, abge­se­hen von der Schreib­wei­se, oder sind sich Scotch und Ame­ri­can Bour­bon Whis­key doch recht ähn­lich? Hier mei­ne Tas­ting Notes von einem legen­dä­ren Urge­stein und einem jün­ge­ren Wil­den aus Ken­tu­cky.

Buffalo Trace DestillerieDer Bour­bon Whis­key hat sei­ne Wur­zeln in Penn­syl­va­nia. Zu die­ser Zeit wur­de Whis­key über­wie­gend mit Rog­gen gebrannt. Erst spä­ter um das Jahr 1800 begann die Umstel­lung auf Mais, und die Lage­rung in ver­kohl­ten Eichen­holz­fäs­sern  wur­de ent­deckt. Damit war der Bour­bon Whis­key gebo­ren.

Heu­te muss ein Bour­bon aus min­des­tens 51 Pro­zent Mais bestehen. Typisch für Bour­bon Whis­key ist jedoch ein Anteil von 70 bis 75 Pro­zent. Das sekun­dä­re Getrei­de ist in der Regel Rog­gen (etwa 15 bis 20 Pro­zent). Hin­zu kom­men noch etwa 10 bis 15 Pro­zent Malz.

Michter's DestillerieNur eini­ge weni­ge Pro­du­zen­ten ver­wen­den Wei­zen anstatt Rog­gen. Das ent­schärft den Whis­key und macht ihn wei­cher. Hea­ven Hill und die Buf­fa­lo Trace Destil­le­rie sind die bei­den Bren­ne­rei­en mit den meis­ten ver­schie­de­nen (Weizen)-Abfüllungen. Ein Ver­tre­ter ist heu­te auch im Tas­ting dabei. Mehr dazu spä­ter. Begin­nen möch­te ich mit einer ande­ren Abfül­lung – und zwar mit einem 74er Hirsch.

Der Hirsch Bour­bon ist ein klas­si­scher Pot­still Sour Mash Bour­bon von der Michter’s Destil­le­rie aus Penn­syl­va­nia. Die­ser wur­de noch in tra­di­tio­nel­len Kup­fer­kes­seln gebrannt. Beim Sour-Mash-Ver­fah­ren ent­hält die Mai­sche eine Mischung aus Getrei­de, Malz und Was­ser und eine bestimm­te Men­ge an ver­brauch­ter Mai­sche, die zuvor schon gego­ren hat, aber noch immer leben­de Hefe­kul­tu­ren besitzt.

Da die Bren­ne­rei bereits 1989 geschlos­sen wur­de, ist die­ser Whis­key sehr rar gewor­den. Die Abfül­lung von 1974, erhält­lich mit 16, 19 und 20 Jah­ren, wur­de aus den letz­ten Fäs­sern kre­iert und zählt zur Liga der bes­ten Bour­bons.


A.H. Hirsch 16y 1974 Reserve Kentucky Bourbon - American Oak - 45.8%A.H. Hirsch 16y 1974 Reserve Kentucky Bourbon – American Oak – 45.8%
86

Far­be: Tie­fes Gold
Nase: Süßer Honig, Rog­gen, Kara­mell, Vanil­le, zar­ter Rauch mit Röst­aro­men und Lieb­stö­ckel. Dazu Nuss und Holz­no­ten –  jedoch kei­ne bit­te­ren Nuan­cen.
Geschmack: Durch­ge­hend fein pfeff­rig, etwas Salz, dunk­le Früch­te mit Vanil­le über­zo­gen, dezen­te Parfüm-/Rumnote, kom­bi­niert mit bit­te­ren Fen­chel­aro­men.
Finish: Wür­zig, schwar­zer Tee (der zu lang gezo­gen hat) mit etwas Honig ange­rei­chert, wie­der Vanil­le, Rog­gen und  tro­cke­ner Rum. 86 Punk­te
Preis: ca. 350 Euro


Wil­liam Larue Wel­ler wur­de 1825 gebo­ren und war ein Vor­rei­ter der ers­ten Whis­key­pro­du­zen­ten, die zur Her­stel­lung von Strai­ght Bour­bon Wei­zen ver­wen­de­ten. Dies ist einer der weni­gen „Whea­ted Bour­bons“ welt­weit und wur­de in der Buf­fa­lo Trace Destil­le­rie in Ken­tu­cky her­ge­stellt. 2010 wur­de die­se Abfül­lung in die Buf­fa­lo Trace Antique Collec­tion auf­ge­nom­men.


William Larue Weller 12y 1998 Kentucky Straight Bourbon - Barrel Proof - Limited Edition 126.6 Proof – 63.3%William Larue Weller 12y 1998 Kentucky Straight Bourbon – Barrel Proof – Limited Edition 126.6 Proof – 63.3%
86

Far­be: Bern­stein
Nase: Sehr star­ker Alko­hol, der einem da in die Nase steigt! Rosi­nen, Pflau­men, ein Hauch von Vanille/Kakao/Nuss; kara­mel­li­sier­tes Getrei­de mit Honig, Weinbrand/Trester – grad­li­nig, etwas spä­ter gesellt sich eine Gum­mi­no­te hin­zu.
Geschmack: Süßer Honig, Vanil­le und Kara­mell, mal­zig, zar­ter Rauch und Tabak mit etwas Salz und einer metal­li­schen Note.
Finish: Lang, sehr, sehr tro­cken wer­dend – Nüs­se, Man­deln, Kara­mell, Röst­aro­men mit Rauch, inten­si­ve Holz­no­te, etwas sal­zig, wie­der Gum­mi.
Mit Was­ser:
Nase: Die Gum­mi­no­te tritt stär­ker zum Vor­schein!
Geschmack: Mehr Tres­ter­ge­schmack, pfeff­rig, nicht mehr so tro­cken, mehr dunk­le Scho­ko­la­de und Leder.
Bemer­kung: Wenn der gum­mi­be­haf­te­te Tres­ter­ge­schmack nicht wäre … so 86 Punk­te.
Preis: ca. 150 Euro


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