Unter zehn Euro Mosel-Saar-Ruwer

Willems-Willems: Da ist er – der gute, trockene Saarriesling!

Weingut Willems-Willems
Am Wochenende hat der VDP in Mainz Hof gehalten. Die Weinbörse ist über die Bühne gegangen. Doch Kenner wissen längst, dass nicht alles glänzt, was sich hinter den drei Buchstaben verbirgt. Und sie wissen auch, dass es in Deutschland mindestens drei, vier Dutzend engagierte Winzer ohne VDP-Mitgliedsbuch gibt, die mit Riesling genauso gut umgehen können wie die Großen. Manchmal sogar besser. Carolin und Jürgen Hofmann haben in 2011 zum Beispiel tolle trockene Saarrieslinge gemacht.

Am Wochen­en­de hat der VDP in Mainz Hof gehal­ten. Die Wein­bör­se ist über die Büh­ne gegan­gen. Doch Ken­ner wis­sen längst, dass nicht alles glänzt, was sich hin­ter den drei Buch­sta­ben ver­birgt. Und sie wis­sen auch, dass es in Deutsch­land min­des­tens drei, vier Dut­zend enga­gier­te Win­zer ohne VDP-Mitgliedsbuch gibt, die mit Ries­ling genau­so gut umge­hen kön­nen wie die Gro­ßen. Manch­mal sogar bes­ser. Caro­lin und Jür­gen Hof­mann haben in 2011 zum Bei­spiel tol­le tro­cke­ne Saar­ries­lin­ge gemacht.

Weingut Willems-WillemsWenn es stimmt, dass wah­re Ehen im Him­mel geschlos­sen wer­den, dann müss­te die von Caro­lin und Jür­gen Hof­mann auf jeden Fall dazu­ge­hö­ren. Bei­de aus Win­zer­fa­mi­li­en stam­mend, bei­de Geisenheim-Absolventen, bei­de nicht nur in Lie­be, son­dern auch in Lei­den­schaft für den Wein mit­ein­an­der ver­bun­den. Und doch so ver­schie­den: hier die sanf­te, über­leg­te, immer kon­trol­liert wir­ken­de Caro­lin, 33, gebo­re­ne Wil­lems, die aus einem klei­nen Wein­gut in Obe­rem­mel an der Saar stammt und auf Schie­fer­bö­den groß gewor­den ist.

Dort der zupa­cken­de, leut­se­li­ge, immer gut gelaun­te Jür­gen Hof­mann, 40, des­sen Fami­lie im rhein­hes­si­schen Appen­heim lebt und eini­ge der feins­ten Wei­ne von den Muschel­kalk­bö­den die­ser klei­nen geo­lo­gi­schen Insel erzeugt. Bekannt gewor­den ist Hof­mann auch durch die Krea­ti­on des Perl­weins „Fritz Mül­ler“, der als mil­der Prick­ler beträcht­li­ches Auf­se­hen in der Wein­bran­che erregt hat und mitt­ler­wei­le Mar­ken­sta­tus besitzt.

Pendeln zwischen Appenheim und der Saar

Ken­nen­ge­lernt haben sich Caro­lin Wil­lems und Jür­gen Hof­mann einst auf einer Jung­wein­pro­be. 2006 hei­ra­te­ten sie und füh­ren seit­dem die bei­den Güter ihrer Fami­li­en gemein­sam. Der Lebens­mit­tel­punkt ist Appen­heim gewor­den. Aber mehr­mals im Monat set­zen sie sich ins Auto und fah­ren an die Saar, wo Caro­lins Eltern noch immer selbst die Reben bear­bei­ten. „Andert­halb Auto­stun­den – die­se Distanz müs­sen vie­le Groß­stadt­pend­ler jeden Tag machen“, winkt Jür­gen Hof­mann ab, wenn er gefragt wird, wie man es schafft, sich um zwei Wein­gü­ter zugleich zu küm­mern. Ohne dass die Schwie­ger­el­tern die Reben bear­bei­ten, gin­ge es aller­dings nicht. Das weiß er.

Nur 4,5 Hekt­ar hat das Wein­gut, das Caro­lin mit in die Ehe gebracht hat. Da ihre bei­den Eltern­tei­le, als sie hei­ra­te­ten, zufäl­lig den glei­chen Nach­na­men tru­gen, heißt es Willems-Willems. Mit ihren Wei­nen von der Saar stre­ben Jür­gen und Caro­lin nicht nach Prä­di­ka­ten. Bee­ren­aus­le­sen, Tro­cken­bee­ren­aus­le­sen und Eis­wei­ne über­las­sen sie ande­ren Betrie­ben. Willems-Willems ist bekannt für sei­ne tro­cke­nen und fein­her­ben Wei­ne.

Mut, auch neue Wege zu beschreiten

Alte RebenSol­che Wei­ne an der Saar zu erzeu­gen, ist nicht immer leicht. Der Kampf um die phy­sio­lo­gi­sche Rei­fe der Trau­ben, der Umgang mit der hohen Säu­re, das Fin­ger­spit­zen­ge­fühl für den rich­ti­gen Lese­zeit­punkt – all das ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht, der an der Mosel und ihren Neben­flüs­sen Reben besitzt. Caro­lin, die schon lan­ge vor der Hei­rat die Willems-Willems-Weine ver­ant­wor­te­te, hat sich im Lau­fe der Jah­re das nöti­ge Fin­ger­spit­zen­ge­fühl erar­bei­tet: „Man muss eine Idee von sei­nem Wein haben und mutig sein, den Weg dahin kon­se­quent zu gehen.“

In den 2011er Wei­nen von Willems-Willems möch­te man sich suh­len. Der tro­cke­ne Saar­ries­ling, der Guts­wein, ist feinst abge­stimmt und lässt die cha­rak­te­ris­ti­schen Schie­fer­no­ten deut­lich durch­schim­mern. Die Befürch­tung eini­ger Hyper­kri­ti­ker, dass die Säu­ren in 2011 zu nied­rig sei­en, ist grund­los. Zumin­dest bei die­sem Wein ist die Säu­re sehr prä­sent. Aber sie schmerzt nicht. Sie ist wei­nig und kit­zelt. Sie macht, dass der Wein fast schwebt im Glas.

Kommentar

  • Lie­be Saar-Rheinhessen-„Kollegen „,

    ich stam­me aus aus einem alten Wein­gut in Hatzenport/ Ter­ras­sen­mo­sel. (daher „Kol­le­gen“).

    Bit­te schickt mir eine aktu­el­le Preis­lis­te.

    Oder (ich wechs­le zum Sie) sen­den Sie mir 12 Fla­schen des von jens Prie­ve emp­foh­le­nen tro­cke­nen Saar-Rieslings „unter 10 Euro“.

    Oder Ihr / Sie rufen mich an : 030 813 4464

    Wir wer­den es schon hin­krie­gen

    Carl-Heinz Moritz

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