Erklärt: Wie wird ein Weingut Mitglied im VDP?

© VDP by Peter Bender
Der Verband deutscher Prädikatsweingüter (VDP) ist eine Vereinigung von leidenschaftlichen Winzerinnen und Winzern. Aber wie wird man dort Mitglied?

Knapp 200 Mit­glie­der zählt der VDP aktu­ell und kann auf 110 Jah­re Geschich­te zurück­bli­cken. „Unse­re Ver­ei­ni­gung ist kei­ne kurz­le­bi­ge Marketing-Erfindung“, erklärt Prä­si­dent Stef­fen Christ­mann, „son­dern ver­steht sich als Avant­gar­de des deut­schen Wei­nes. Wir haben Stan­dards gesetzt und deut­sche Wei­ne auf die Kar­ten inter­na­tio­na­ler Spit­zen­re­stau­rants zurück­ge­bracht. Wir sind lei­den­schaft­li­che Wein­ma­che­rin­nen und Wein­ma­cher, die man ger­ne und im posi­ti­ven Sinn „wein­ver­rückt“ nen­nen darf.“

Um die Mit­glied­schaft in die­ser exklu­si­ven und dabei boden­stän­di­gen Ver­ei­ni­gung kann man sich nicht bewer­ben „und schon gar nicht kann man sie erwer­ben“, so Stef­fen Christ­mann. Wer VDP.Weingut wer­den will, muss vor­her ande­re VDP.Winzerinnen und Win­zer über­zeu­gen – bes­ser begeis­tern – sodass er zur Prü­fung einer mög­li­chen Mit­glied­schaft ein­ge­la­den wird. Erst nach einem „Test auf Herz und Nie­ren, ob es zu uns passt und unse­re hohen Ansprü­che erfüllt, kommt der begehr­te VDP.Adler auf den Fla­schen­hals“ so Christ­mann.

Die hohen Ansprü­che bedeu­ten:

Top-Lagen

Das Wein­gut muss im Besitz von Wein­ber­gen sein, die als gute und bes­te Lagen ein­ge­stuft sind (mehr über die VDP-Klassifikationen gibt es hier). Nach Über­zeu­gung des VDP sind die Lagen der Schlüs­sel für die Qua­li­tät und vor allem die Per­sön­lich­keit eines Wei­nes.

Natur und Umwelt

Auch beim The­ma Nach­hal­tig­keit sieht sich der VDP als Vor­rei­ter und Takt­ge­ber. Der VDP ver­pflich­tet sei­ne Mit­glie­der zu einer umwelt­scho­nen­den Bewirt­schaf­tung der Wein­berg. „Nur ein Reb­stock, der im Ein­klang mit der Natur wächst, kann einen Wein her­vor­brin­gen, der sei­ne ein­zig­ar­ti­ge Her­kunft schme­cken lässt“, ist Prä­si­dent Christ­mann über­zeugt.“ 58 der 196 VDP.Weingüter sind öko­lo­gisch zer­ti­fi­ziert, also mehr als 25 Pro­zent. Deutsch­land­weit sind es der­zeit etwa neun Pro­zent.

Edle Sorten

„Die Trau­be ist das Sprach­rohr des Wein­bergs“, ist ein wei­te­rer Leit­satz des VDP. Die Wein­gü­ter ver­pflich­ten sich zum Anbau von 80 Pro­zent gebiets­ty­pi­scher Reb­sor­ten. Die­se wer­den durch die ein­zel­nen VDP.Regionalverbände fest­ge­legt. Für Deutsch­land ins­ge­samt sind das Ries­ling, Sil­va­ner sowie die Bur­gun­der­sor­ten, in Würt­tem­berg bei­spiels­wei­se auch der Lem­ber­ger.

Weniger Ertrag

Weni­ger Ertrag bedeu­tet – kurz gesagt – mehr Geschmack in den Trau­ben, mehr Tie­fe im Wein. Daher redu­zie­ren VDP.Winzerinnen und Win­zer deut­lich unter die zuge­las­se­nen Ern­te­men­gen.

Mehr aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Ver­band fin­den Sie unter www.vdp.de.

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1 Kommentar

  • Nach den Vor­gän­gen um das Wein­gut Moli­tor ist das eine völ­lig ober­fläch­li­che und unre­flek­tie­ren­de Art, mit dem The­ma umzu­ge­hen. Das hät­te ein Fünft­kläss­ler auch gekonnt.

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