Whisky Fair 2012 – Das Paradies für Whiskyfreunde in Limburg

Am letzten Aprilwochenende war es wieder einmal so weit: Seit 2001 ist die Whisky Fair der Treffpunkt für Maltisten und alle anderen Whiskyliebhaber. Wie jedes Jahr war trotz Vorverkauf und Extrakasse für viele Besucher Anstehen in der Warteschlange angesagt.

Pünkt­lich um 11 Uhr öff­ne­ten sich die Türen der Stadt­hal­le in Lim­burg, und tau­sen­de Besu­cher dräng­ten sich ins Inne­re. Bei herr­lichs­tem Wet­ter prä­sen­tier­ten rund 100 Aus­stel­ler tau­sen­de Pro­bier – und Kauf­mög­lich­kei­ten. Neben Destil­la­ten wur­den auch schot­ti­sche und iri­sche Musik, Kunst sowie lite­ra­ri­sche und kuli­na­ri­sche Glanz­lich­ter gebo­ten. Ein wah­res „Fes­ti­val der Sin­ne“!

Das Inter­es­se an Lim­burgs Whis­ky­mes­se steigt von Jahr zu Jahr. Besu­cher aus der gan­zen Welt rei­sen an und mischen sich unter das deut­sche Publi­kum. Hoch­ran­gi­ge Whis­ky­händ­ler und unab­hän­gi­ge Abfül­ler aus ver­schie­de­nen Län­dern stel­len ihre Whisky-Raritäten bis hin zu brand­ak­tu­el­len Abfül­lun­gen vor.

Unse­re Whis­ky Fair star­te­te mit drei alten Blends (White Hor­se, Dewar´s White Label und Glen Spey) aus den 60er /70er Jah­ren. Ein auf 1920 Fla­schen limi­tier­ter 20-jähriger Sin­gle Grain Whis­ky von Port Dundas war eben­falls eine Erfah­rung wert. Danach folg­te ein Sin­gle Malt High­light nach dem ande­ren…

Tasting Notes Whisky Fair 2012


St. Magdalene 1964 – 18y G&M Connoisseurs ChoiceSt. Magdalene 1964 – 18y G&M Connoisseurs Choice
93

Far­be: Alt­gold – Bern­stein
Nase: Süßer Mix aus Kakao, Rosi­nen, Kaf­fee und Sher­ry – wun­der­bar abge­run­det mit her­ben Noten (30 Jah­re Fla­schen­la­ge­rung), zart rau­chig und sal­zig, wür­zi­ge Kräu­ter und Vanil­le­aro­men.
Geschmack: Weih­nacht­li­cher Brat­ap­fel mit Vanil­le, Zimt und Mar­zi­pan, Noten von minz­hal­ti­gem Hus­ten­saft, unbe­schreib­lich volu­mi­nö­ses Mund­ge­fühl ( und das bei 40%!!!).
Finish: Lan­ger, schwe­rer und dump­fer Abgang.
Bewer­tung: Ein wirk­lich gran­dio­ser Malt zum Ein­stieg. So dürf­te jeder Tag begin­nen. Ganz gro­ßes Kino! 93 Punk­te
Preis: ca. 350 bis 400 Euro


Strathisla – Finest Highland Malt Whisky 10y oldStrathisla – Finest Highland Malt Whisky 10y old
91

Far­be: Gold
Nase: Nüs­se, fri­scher Früchtemix aus Oran­gen, Zitro­nen und Erd­bee­ren, sal­zig und pfeff­rig.
Geschmack: Zu Beginn eine eher dün­ne Kon­sis­tenz, die aber immer kraft­vol­ler wird, süße nus­si­ge Frucht­aro­men – wie schon in der Nase ange­deu­tet.
Finish: Unend­lich lang, rau­chig und sal­zig (und nein, es ist kei­ne Fass­stär­ke, nur 43%!)
Bewer­tung: Wow, ein star­ker Abgang, jedoch ins­ge­samt etwas schwä­che­re Aro­men­aus­bil­dung als beim St. Mag­da­le­ne. 91 Punk­te
Preis: ca. 250 Euro


Port Ellen 8th Release 1978 – 2008 29y, limitiert auf 6618 FlaschenPort Ellen 8th Release 1978 – 2008 29y, limitiert auf 6618 Flaschen
90

Far­be: Hel­les Gold
Nase: Stark sal­zig, fruch­ti­ge Zitro­ne mit viel Torf und Rauch, zart nus­sig, mari­ti­me Noten.
Geschmack: Viel Torf und Rauch, getrock­ne­te Früch­te, etwas bit­ter, Tan­ni­ne und Hol­zaro­men
Finish: Mit­tel­lang, fri­sche fruch­ti­ge Noten mit schwar­zem Pfef­fer.
Bewer­tung: Ganz in Ord­nung, jedoch gibt es bes­se­re Annu­al Releases von Port Ellen. 90 Punk­te
Preis: ca. 350 bis 450 Euro

 


Port Ellen Dovr-Toutes-Mares, Moon Import 1983–1997, 50%, limitiert auf 820 FlaschenPort Ellen Dovr-Toutes-Mares, Moon Import 1983–1997, 50%, limitiert auf 820 Flaschen
92

Far­be: Blas­ses Gold
Nase: Rau­chi­ges Bir­nen­aro­ma mit zar­ten Torf­no­ten, sal­zi­ge Zitro­ne, sehr sau­ber und scharf.
Geschmack: Wie die Nase – rau­chi­ger Zitro­nen­saft mit Bir­ne und zar­tem Torf.
Finish: Lan­ger sau­be­rer Abgang mit sehr sal­zi­gem Rauch.
Bewer­tung: Ein recht jun­ger Port Ellen, der aber viel Spaß macht! 92 Punk­te
Preis: ca. 400 bis 500 Euro


Mortlach 20y 1992-2012, Moscatel cask 1708 für Kasper Spirituosen, 57.2% und limitiert auf 160 FlaschenMortlach 20y 1992-2012, Moscatel cask 1708 für Kasper Spirituosen, 57.2% und limitiert auf 160 Flaschen
92

Far­be: Vol­les Gold
Nase: Sehr ste­chend, Noten von Kakao/Schokolade, leich­te Aro­men vom Moscatel-Fass, sal­zig, etwas Vanil­le und rei­fe Trau­ben.
Geschmack: Vol­ler, fruch­ti­ger Schoko-Traube-Geschmack, Tabak, etwas Zitro­ne, leicht sprit­tig. Das Wein­fass Finish kommt stär­ker zur Gel­tung.
Mit Was­ser: Run­der, die ste­chen­de Note ist weg, fruch­ti­ger dump­fer Pflau­men­ge­schmack, Kau­gum­mi, unend­lich fruch­tig – geni­al!
Finish: Zitro­ni­ge, sal­zi­ge, zart pfeff­ri­ge Trau­ben­scho­ko­la­de.
Bewer­tung: Das ist ein Whis­ky, bei dem man das Bes­te ver­passt, wenn man kein Was­ser ver­wen­det. Mit ein paar Trop­fen Was­ser ein genia­ler Mort­lach, mit dem man gebüh­rend ein 130-jähriges Jubi­lä­um fei­ern kann! 92 Punk­te – mit Was­ser
Preis: 110 Euro


Lagavulin 1979-1997, Distillers Edition Pedro Ximenez Finish. 43%Lagavulin 1979-1997, Distillers Edition Pedro Ximenez Finish. 43%
91

Far­be: Bern­stein
Nase: Rauch, Torf, Jod, Kakao, Kara­mell, Scho­ko­la­de, Sher­ry, getrock­ne­te Früch­te (Rosi­nen)
Geschmack: Mal­zi­ge Sher­ry­sü­ße mit schö­ner Wür­ze, tor­fig und zart pfeff­ri­ge Zitro­ne mit Anklän­gen von Vanil­le, schön aus­ba­lan­ciert.
Finish: Super lang mit einer gran­dio­sen Sal­zig­keit. Dazu zar­te Kräu­ter – und Zitro­nen­aro­men.
Bewer­tung: Klas­se! Für mich defi­ni­tiv die bes­te Distil­lers Edi­ti­on von Lag­a­vu­lin. Ein 16-jähriger Lag­a­vu­lin mit zwei Bonus­jah­ren im Pedro Xime­nez Fass. 91 Punk­te
Preis: ca. 250 bis 300 Euro


Bowmore 1964-1979 Bicentenary 43% und limitiert auf 20400 FlaschenBowmore 1964-1979 Bicentenary 43% und limitiert auf 20400 Flaschen
95

Far­be: Blas­ser Bern­stein
Nase: Wür­zi­ge Gar­ten­kräu­ter ( Basi­li­kum, Ore­ga­no, Ker­bel, Thy­mi­an…), dazu eine tro­cke­ne, sal­zi­ge Mee­res­bri­se, mari­ti­me Noten und tro­cke­ne pfeff­ri­ge Früch­te.
Geschmack: Cre­mi­ger rau­chi­ger Sher­ry mit viel schwar­zem Pfef­fer und Vanil­le, Nuss­aro­men.
Finish: Mit­tel­lan­ger Abgang, Noten von Sher­ry und medi­zi­ni­schen Säf­ten.
Bewer­tung: Ein abso­lu­ter Klas­si­ker aus wahr­schein­lich dem bes­ten Bowmore-Jahr über­haupt. 95 Punk­te
Preis: 1000 Euro


Port Ellen 1982 - 2011 Alambic Classique - Bourbon Hogshead Cask 11406, 57.5% und limitiert auf 62 FlaschenPort Ellen 1982 – 2011 Alambic Classique – Bourbon Hogshead Cask 11406, 57.5% und limitiert auf 62 Flaschen
92

Far­be: Gold
Nase: Typi­scher Port Ellen mit zusätz­li­cher Süße, rau­chig, sal­zi­ge Zitro­ne und Vanil­le­aro­men, dezen­ter Torf.
Geschmack: Vol­le Frucht (gel­be Pflau­men und Mira­bel­len), süße Vanil­le­no­ten, dann sal­zi­ger wer­dend.
Finish: Sehr lang mit groß­ar­ti­ger Sal­zig­keit. Zar­te Kräuter-Zitrusnoten.
Bewer­tung: Scha­de, dass die­ser PE auf 62 Fla­schen limi­tiert ist. 92 Punk­te
Preis: ca. 250 bis 300 Euro


Port Ellen 1983 – 2012 Alambic Classique – Quarter Bourbon Cask 12203, 57.3% und limitiert auf 76 FlaschenPort Ellen 1983 – 2012 Alambic Classique – Quarter Bourbon Cask 12203, 57.3% und limitiert auf 76 Flaschen
92

Far­be: Blas­ses Gold
Nase: Sal­zig mari­ti­me Noten, See­gras, Zitro­ne und leich­ter Torf.
Geschmack: Tol­le Bourbon-Süße mit Zitrus­früch­ten (Grapefruit/Limone), stark sal­zig und pfeff­rig.
Finish: Wie­der sehr lan­ger Abgang, gerad­li­ni­ger wie der 82er, tro­cken, rau­chig und tor­fig.
Bewer­tung: Für mich eben­falls ein 92-Punkte-Whisky, wobei der 82er etwas bes­ser in mei­ne Geschmacks­rich­tung ging. Qua­li­ta­tiv lie­gen bei­de jedoch bei 92 Punk­ten. Die­se Abfül­lung ist nicht im Han­del erhält­lich, son­dern nur auf der Whis­ky Fair! 92 Punk­te
Preis:


Noch zwei weitere Port Ellen – jedoch ohne Tasting Notes:


Port Ellen 26y 1983 – 2009, Waddell Hepburn for Milano Whisky Festival 2009, 56% und limitiert auf 156 FlaschenPort Ellen 26y 1983 – 2009, Waddell Hepburn for Milano Whisky Festival 2009, 56% und limitiert auf 156 Flaschen
93

93 Punk­te
Preis: 180 Euro


Port Ellen 23y 1983 – 2006, Waddell Hepburn, Selected by The Way of Spirit, 54.1%Port Ellen 23y 1983 – 2006, Waddell Hepburn, Selected by The Way of Spirit, 54.1%
89

89 Punk­te
Preis: 220 Euro


Udo Kaypinger (rechts) unterwegs mit Bruder Rainer - im Auftrag der WhiskyfreundeAm Sonn­tag um 18 Uhr ende­te die Whis­ky­ga­la in Lim­burg. Neben groß­ar­ti­gen Whis­kys, die pro­biert wer­den durf­ten, konn­ten wir tol­le Kon­tak­te knüp­fen und vie­le net­te Men­schen tref­fen, mit denen wir unse­re Whis­ky­lei­den­schaft tei­len. Die Whis­ky Fair ist ein­fach in jeder Hin­sicht ein High­light! Für zukünf­ti­ge Tas­ting Notes wur­den noch eini­ge Rari­tä­ten als Sam­ples abge­füllt.

Fort­set­zung folgt …

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