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Weinprobe mit Gustavo A. Gonzalez: Wo ist Robert Mondavi?

Gustavo Gonzalez
Der Name Robert Mondavi stand Jahrzehnte lang für große kalifornische Rotweinkunst. Vor drei Jahren ist der amerikanische Weinpionier 94jährig gestorben. Obwohl sein Weingut nicht mehr in Familienbesitz ist, sind die Weine kein Jota schlechter als früher. Jens Priewe traf den Weinmacher Gustavo A. Gonzalez, das neue Gesicht hinter den Rotweinen Mondavis.

Der Name Robert Mon­da­vi stand Jahr­zehn­te lang für gro­ße kali­for­ni­sche Rot­wein­kunst. Vor drei Jah­ren ist der ame­ri­ka­ni­sche Wein­pio­nier 94jährig gestor­ben. Obwohl sein Wein­gut nicht mehr in Fami­li­en­be­sitz ist, sind die Wei­ne kein Jota schlech­ter als frü­her. Jens Priewe traf den Wein­ma­cher Gus­ta­vo A. Gon­za­lez, das neue Gesicht hin­ter den Rot­wei­nen Mon­da­vis.

Gustavo Gonzalez, Foto: Anja PrestelGus­ta­vo A. Gon­za­lez  – der Mann mit dem spa­ni­schem Namen, dem mexi­ka­ni­schen Aus­se­hen und der kali­for­ni­schen See­le trägt Ver­ant­wor­tung für die Rot­wei­ne von Robert Mon­da­vi. Für Caber­net Sau­vi­gnon, Mer­lot, Pinot Noir, Zin­fan­del. Also für die wich­tigs­ten Wei­ne des viel­leicht wich­tigs­ten Wein­guts im gan­zen Napa Val­ley. „Wir sind kei­ne Bou­tique Wine­ry“, scherzt er. „Allein von unse­rem Caber­net Sau­vi­gnon pro­du­zie­ren wir 1,2 Mil­lio­nen Fla­schen. In Top-Qualität! Dar­auf bin ich stolz.“

Die Wei­ne von Robert Mon­da­vi gehör­ten in Deutsch­land zu den ers­ten Kali­for­ni­ern, die man beden­ken­los in eine gro­ße Bordeaux-Probe stel­len konn­te. Sie haben Schu­le gemacht und sind noch heu­te, da Robert Mon­da­vi tot ist und sein Impe­ri­um den Besit­zer gewech­selt hat, auf Wein­kar­ten und in Wein­fach­ge­schäf­ten in Deutsch­land gut ver­tre­ten.

Unter Wein­ken­nern ist unstrit­tig, dass kali­for­ni­sche Caber­nets die welt­weit ein­zi­gen Wei­ne sind, die gro­ßen Bor­deaux’ Paro­li bie­ten kön­nen. Sie besit­zen Struk­tur, Tie­fe, Lang­le­big­keit und – wenn sie gut sind – Ele­ganz. „Robert Mon­da­vi ist es nie dar­um gegan­gen, die schwers­ten und opu­len­tes­ten Wei­ne zu erzeu­gen, son­dern dar­um, das kali­for­ni­sche Ele­ment so zu inter­pre­tie­ren, dass am Ende ein ele­gan­ter Wein ent­steht, den man trotz sei­ner Fül­le unbe­schwert trin­ken kann.“

Robert MondaviDer ein­fa­che Caber­net Sau­vi­gnon ist das „Arbeits­pferd“ des Wein­guts, wie Gon­za­lez sagt. Ein Premium-Wein, der neben Struk­tur mit jener strah­len­den, sau­be­ren und unver­wech­sel­ba­ren Frucht bril­liert, wie sie nur kali­for­ni­sche Wei­ne besit­zen: Blau­bee­ren, Brom­bee­ren, Maul­bee­ren und vor allem schwar­ze Johan­nis­bee­ren.

Die Reser­ve vom Caber­net Sau­vi­gnon war und ist der Ultra-Premiumwein des Gutes. Ein hoch kon­zen­trier­ter, rarer Wein, der eigent­lich viel zu bil­lig ist, wie Gon­za­lez fin­det (Preis: ca. 120 Euro): „Wir sehen ihn näm­lich in der Kate­go­rie Cha­teau Latour.“

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