Liebfrauenmilch

Auch Lieb­f­raum­ilch genannt. Sam­mel­be­griff für lieb­li­chen deut­schen Weiß­wein der unters­ten Qualitäts- und Preis­ka­te­go­rie, meist aus Müller-Thurgau, Ries­ling, Ker­ner oder Sil­va­ner gewon­nen, heu­te fast aus­schließ­lich für den Export bestimmt. Die berühm­tes­te Lieb­frau­en­milch­mar­ke heißt Blue Nun. Der Name Lieb­frau­en­milch geht auf einen Wein­gar­ten um den Lieb­frau­en­dom in Worms zurück. Der Weiß­wein, der dort im 19. Jahr­hun­dert erzeugt wur­de, war so gut, dass er im Aus­land einen hohen Bekannt­heits­grad genoss. Anfang des 20. Jahr­hun­derts erziel­te er Prei­se so hoch wie ein Châ­teau d’Yquem und ein Châ­teau Mar­gaux. Die­se Repu­ta­ti­on wur­de in den Fol­ge­jahr­zehn­ten aus­ge­nutzt, um Mas­sen von Schlicht­wei­nen, v. a. aus Rhein­hes­sen und der Pfalz, unter die­sem Namen zu kom­mer­zia­li­sie­ren. Aus dem Wein­gar­ten, der sich seit 1808 im Besitz des Wein­ex­port­hau­ses P. J. Valcken­berg befin­det und zu 80 Pro­zent mit Ries­ling bestockt ist, kommt aller­dings seit eini­gen Jah­ren wie­der ein aus­ge­zeich­ne­ter Wein, der unter der Lage »Liebfrauenstift-Kirchenstück« in den Han­del kommt.