Friaul-Julisch Venetien

ital. Friuli-Venezia Giu­lia. Mit etwa 16 000 ha Wein­ber­gen eine der klei­ne­ren Anbau­re­gio­nen Ita­li­ens, die v. a. für die Qua­li­tät ihrer Weiß­wei­ne berühmt ist. Sie machen 70 Pro­zent der Wein­pro­duk­ti­on aus und wer­den aus einem Dut­zend, teils ein­hei­mi­schen, teils inter­na­tio­na­len Reb­sor­ten erzeugt. Die am häu­figs­ten ange­bau­te Sor­te ist Pinot Gri­gio, gefolgt von Tocai Friu­la­no, Sau­vi­gnon Blanc, Char­don­nay und Pinot Bian­co. Die ein­hei­mi­schen Sor­ten Ribol­la Gial­la, Mal­va­sia Istria­na, Ver­duz­zo Friu­la­no und Pico­lit sind Spe­zia­li­tä­ten. Aus den bei­den Letz­te­ren wer­den halb­tro­cke­ne bis süße Wei­ne erzeugt. Der süße Raman­do­lo, ein Verduzzo-Wein aus einer Klein­la­ge bei Nimis, besitzt DOCG-Sta­tus. Bei den Rot­wei­nen domi­niert die Mer­lot, gefolgt von Caber­net Franc, Caber­net Sau­vi­gnon und Refosco, einer alten, aus dem benach­bar­ten Kroa­ti­en stam­men­den Rebe. Wei­te­re ein­hei­mi­sche Reben wie Taz­zeleng­he, Schiop­pet­ti­no und Pigno­lo spie­len quan­ti­ta­tiv kei­ne Rol­le. Die Anbau­re­gi­on ist in sie­ben ver­schie­de­ne DOC-Zonen unter­teilt. Die am Mit­tel­meer und im Wes­ten lie­gen­den Gebie­te sind meist flach. Sie hei­ßen Aqui­leia, Latis­a­na, Annia und Gra­ve del Friu­li. Dort wach­sen gute Mer­lot– und Caber­net-Wei­ne, doch errei­chen weder sie noch die Weiß­wei­ne die Fül­le und die Fein­heit der Wei­ne aus den Hügel­zo­nen. Die Hügel­zo­ne besteht aus dem Col­lio um die Stadt Gori­zia und den Col­li Ori­en­ta­li um Udi­ne. Dort ent­ste­hen aus allen wei­ßen Sor­ten voll­mun­di­ge, frucht­be­ton­te Wei­ne von gro­ßem Aro­mareich­tum, wie sie in die­ser Qua­li­tät und Men­ge an kei­ner ande­ren Stel­le Ita­li­ens wach­sen. Das benach­bar­te Ison­zo ist zwar optisch flach, doch kom­men die Wei­ne an Kraft und Fein­heit denen aus den Hügel­zo­nen nahe. Der Car­so, ein schma­les Kalk­hoch­pla­teau zwi­schen Sag­ra­do und Tri­est mit roter, mine­ra­li­en­rei­cher Decker­de, ist die Hei­mat des Ter­ra­no, einer Spiel­art des Refosco.

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