Eine der wichtigsten und einflussreichsten deutschen Weinhändler ist am 23. Oktober 2024 gestorben: Karl Steines aus Erding bei München. Er wurde 78 Jahre alt. Der gelernte Betriebswirt hatte 1977 mit dem Handel von Pfälzer Weinen begonnen, die er an Freunde verkaufte und eigenhändig auslieferte. Doch bald dürstete es ihn, den bekennenden Bonvivant, nach mehr. Er verschrieb sich den französischen Weinen, speziell Burgund, Champagne, Rhône. Zum Portfolio von Caves Steines, wie sein Weinhandel hiess, gehörten beispielsweise Kultwinzer wie Coche-Dury und Roulot. 1985 begann er seinen Weinhandel auf Italien auszuweiten und nahm Lageder, Braida, Jermann, Gaja ins Programm auf, später auch österreichische Topwinzer wie Tement, Polz, FX Pichler, Sattler. Sein Radius war auf Süddeutschland ausgerichtet, wobei die Sterne-Gastronomie, wo er selbst gern zu Tisch saß, den Fokus bildete. Ohne Karl Steines hätten Eckart Witzigmann in der Münchener Aubergine und Heinz Winkler (anfangs im Tantris, später in seiner Residenz in Aschau) ihre ambitionierten Weinkarten nicht schreiben können. Bereits 2006 holte er seinen Sohn Axel in die Geschäftsführung, war aber selbst noch voll präsent im Unternehmen – wovon seine Freunde und Weggefährten sich 2017, zum 40jährigen Jubiläum, das er groß feierte, überzeugen konnten. Danach zog er sich langsam aus dem Tagesgeschäft zurück, das Axel Steines bis heute ebenso passioniert wie erfolgreich führt.
Weinhändler Karl Steines gestorben
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von weinkenner
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