Weingut Dr. Koehler: Gerade Linie im Land der tausend Hügel

© Peter Bender
In seinem Bechtheimer Weingut setzt Christian Dreißigacker auf sortentypische Weine mit klarer Ansprache.

Chris­ti­an Drei­ßig­acker mag es klar und deut­lich. So schme­cken auch die Wei­ne des Rhein­hes­sen: gerad­li­nig und schnör­kel­los. Die Eti­ket­ten spre­chen eben­falls eine deut­li­che Spra­che. Fünf Zif­fern zie­ren jede Fla­sche, sie bezeich­nen die jewei­li­gen Wein­berg­spar­zel­len, in den denen die Trau­ben wach­sen. Dazu nur noch die Reb­sor­te und der Name des Wein­guts.

„Ich bin kein Freund von kit­schi­ger Wein­gutro­man­tik“, erklärt Drei­ßig­acker. Die sucht man auf sei­nem Wein­gut Dr. Koeh­ler denn auch ver­ge­bens. Der Betrieb wur­de 1898 gegrün­det, im Jahr 2006 über­nahm ihn Drei­ßig­acker und drück­te ihm kon­se­quent sei­nen Stem­pel auf. Er selbst for­mu­liert das so: „Ich ver­än­de­re, wo ich es für nötig hal­te und belas­se, wo es rich­tig ist. Immer zum Bes­ten unse­rer Wei­ne.“

@ Peter Ben­der

Die 19 Hekt­ar Wein­ber­ge wer­den nach öko­lo­gi­schen Kri­te­ri­en bewirt­schaf­tet. So wird mit Pfer­de­mist gedüngt und es kom­men aus­schließ­lich bio­lo­gi­sche Prä­pa­ra­te zum Pflan­zen­schutz zur Anwen­dung. „So tra­gen wir zum Erhalt eines gesun­den Bodens bei“, erklärt der Win­zer. „Den Humus­haus­halt im Boden unter­stüt­zen wir zusätz­lich durch Ein­saat von Begrü­nung. So bie­ten wir unse­ren Böden und Reb­stö­cken eine gesun­de Grund­la­ge für eine lan­ge und aus­ge­gli­che­ne Rei­fe unse­rer Trau­ben.“

Aus­ge­baut wer­den die Wei­ne im alten Gewöl­be­kel­ler des wil­hel­mi­ni­schen Guts­hau­ses, wo sie viel Zeit zur Ent­wick­lung bekom­men. „Wir war­ten mit der Fül­lung so lan­ge wie mög­lich. Je län­ger der Wein auf der Fein­he­fe liegt, des­to har­mo­ni­scher und lager­fä­hi­ger wird er“, führt Chris­ti­an Drei­ßig­acker aus, „so erzie­len wir Wei­ne mit sor­ten­ty­pi­schem Cha­rak­ter. Wei­ne, die Spaß machen.“

@ Peter Ben­der

Spaß machen – das gilt für das gesam­te, über­schau­ba­re Port­fo­lio von Dr. Koeh­ler. Des­sen Kern bil­den fünf Guts­wei­ne, zwei Orts­wei­ne sowie ein Lagen­wein – über­wie­gend aus wei­ßen Bur­gun­der­sor­ten gekel­tert. Wobei der Spaß durch­aus mit Anspruch ein­her­geht, wie die Ver­kos­tung zeigt.

Weingut Dr. Koehler: Ausgewählte Weine

2015 Becht­hei­mer Gey­ers­berg Weiß­bur­gun­der tro­cken

Duf­tet fein nach tro­pi­schen Früch­ten und Äpfeln, dazu ein wenig Vanil­le vom Aus­bau im Holz. Kraft­voll und cre­mig am Gau­men, har­mo­ni­scher lan­ger Nach­hall. Passt zu beherzt gewürz­ten Mee­res­früch­ten und hel­lem Fleisch. 18 Euro.

2017 Becht­hei­mer Char­don­nay* tro­cken

Noten von Röst­aro­men,  Vanil­le und rei­fen Äpfel stei­gen aus dem Glas, mine­ra­lisch und fest im Geschmack. Zu Pas­ta mit Fisch sowie zu Fleisch mit hel­len Sau­cen. 12 Euro.

2019 Sau­vi­gnon blanc tro­cken

Aus­ge­präg­ter Sor­ten­typ mit Brenn­nes­sel, Holun­der und viel tro­pi­scher Frucht. Mit sei­nem fri­schen und bele­ben­den Geschmack ein guter Beglei­ter zu Mee­res­früch­ten und leich­ten Fusion-Gerichten. 8 Euro.

2019 Grau­bur­gun­der tro­cken

Kla­rer Duft nach Kern­obst und Kräu­tern, sehr geschmei­dig und weich am Gau­men, dabei zeigt er sich nicht breit son­dern mit eine fri­schen Finish. Zu Pas­ta mit Fisch oder Fleisch, vege­ta­ri­schen Gerich­ten mit Käse. 8 Euro.

2018 Blanc de Noirs tro­cken

Zar­te Lachs­far­be deu­tet auf die roten Trau­ben hin, aus denen die­ser Wein wie Weiß­wein gekel­tert wur­de. Fri­sche Frucht und sehr grif­fig am Gau­men. Schmeckt nicht nur im Som­mer zu gegrill­tem Fisch und reich­hal­ti­gen Sala­ten. 8 Euro.

2019 Char­don­nay & Weiß­bur­gun­der tro­cken

Ani­mie­rend Fri­scher Duft von Äpfeln und Zitrus, weich aber frisch am Gau­men, ein ein­neh­men­der, gesel­li­ger Wein für vie­le Gele­gen­hei­ten. 8 Euro.

Zu bestel­len unter www.dr-koehler-wein.de

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