1981 Châ­teau Musar

Der ers­te, wirk­li­che rei­fe Wein, in der Far­be braun mit letz­ten gra­na­tro­ten Refle­xen, in der Nase deka­dent süß mit anfäng­li­chen Kamil­le­no­ten, die nach und nach aber ver­schwin­den, sicher­lich etwas gezehrt schon, dafür aber mit einem Würz­bou­quet, wie es einen beim Gang durch einen ori­en­ta­li­schen Gewürz­ba­sar ver­folgt: Zimt, Kar­da­mom, Mas­ala. Ein „Nasen­wein“, der an süßen, hun­dert­jäh­ri­gen Bal­sa­mes­sig erin­nert, für die Mas­se der Wein­trin­ker wahr­schein­lich grenz­wer­tig, für Alt­wein­trin­ker höchs­ter Genuss.

Über den Autor
Jens Priewe

Jens Priewe hat vie­le Jah­re als Politik- und Wirt­schafts­jour­na­list gear­bei­tet, bevor er auf das The­ma Wein umsat­tel­te. Er schreibt Kolum­nen für den Fein­schme­cker und für das schwei­ze­ri­sche Wein­ma­ga­zin Mer­um. Für den Wein­ken­ner, deren Gesell­schaf­ter er ist, hat er seit der Grün­dung über 200 Arti­kel bei­gesteu­ert. Außer­dem ist er Ver­fas­ser meh­re­rer erfolg­rei­cher Wein­bü­cher (u. a. „Wein – die gros­se Schu­le“, „Grund­kurs Wein“). Er stammt aus Schleswig-Holstein, lebt aber seit fast 40 Jah­ren in Mün­chen.

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