Vom Rotweintrinker zum Rotweinkenner

©Kelsey-Knight unsplash
Welcher Rotwein schmeckt am besten? Kommt ganz auf den persönlichen Geschmack an – aber der lässt sich bilden.

Wei­ne gibt es wie Sand am Meer, jeder Super­markt und jede Wein­hand­lung ver­fügt über eine mehr oder weni­ger gro­ße Wein­ab­tei­lung. Und den­noch, wer kennt die­se Situa­ti­on nicht: Man will einen beson­ders edlen Trop­fen kre­den­zen und wählt daher einen der teu­re­ren Wei­ne aus dem Regal. Wenn der Preis schon so hoch ist, dann muss der Wein doch auch schme­cken – den­ken wir. Die Ernüch­te­rung kommt jedoch schnell, wenn der aus­ge­wähl­te Wein trotz sei­nes hohen Prei­sesei­nem per­sön­lich nicht schmeckt, schon gar nicht zu dem Essen, auf das man sich freut.

Jeder Wein hat seine eigene Aromastruktur

Wein und Spei­sen – das gehört ein­fach zusam­men, beson­ders dann, wenn man Gäs­te erwar­tet. Ger­ne möch­ten wir uns dann als kul­ti­vier­te Wein­trin­ker prä­sen­tie­ren, die nicht nur eine Fla­sche öff­nen und ein Glas hin­stel­len kön­nen. Nur: Wo bekommt man das nöti­ge Fach­wis­sen gelie­fert? Wie kann man sich zum Wein­ken­ner fort­bil­den? Die Fra­ge, wie man ziel­si­cher den für sich pas­sen­den Wein fin­det, lässt sich nur beant­wor­ten, wenn man sei­nen per­sön­li­chen Geschmack kennt. Denn all die Wei­ne, die in den Rega­len der Super­märk­te und Wein­hand­lun­gen ste­hen, unter­schei­den sich durch ihre Her­kunft und wei­sen damit ganz unter­schied­li­che Weinaro­men auf.Wer die mög­li­chen Aro­men kennt, kann sie auch bestim­men

Jeder Wein hat seine eigene Aromastruktur

Typi­sche Rotwein-Aromen sind

  • Pflau­men
  • Tabak
  • Brom­bee­ren
  • schwar­zer Pfef­fer
  • Leder
  • Cas­sis
  • Vanil­le
  • Moschus
  • Zimt
  • Gewürz­nel­ken

Neh­men wir an, Sie suchen nach einem kör­per­rei­chen Rot­wein, der per­fekt zu ihrer def­ti­gen, haus­ge­mach­ten Pas­ta passt. Die­ser Wein soll gleich­zei­tig kräf­tig und fruch­tig sein, um den Geschmack der Pasta-Sauce per­fekt unter­stü­zen. Zur ita­lie­ni­schen Küche mit ihren inten­si­ven Aro­men passt ein voll­mun­di­ger Rot­wein mit einer sat­ten dun­kel­ro­ten Far­be am bes­ten – etwa der Con­te di Cam­pia­no Pri­mi­tivo di Man­duria aus dem süd­ita­lie­ni­schen Apu­li­en. Er war­tet mit einem kon­zen­trier­ten Frucht­aro­ma aus Pflau­men, Bee­ren und Kir­schen auf, die durch ein wei­ches Vanil­le­aro­ma ergänzt wer­den – ein per­fek­tes Match zu den Spa­ghet­ti. In der Regel pas­sen die Wei­ne des betref­fen­den Lan­des am bes­ten zur Küche des Lan­des.

Herkunft, Rebsorte und Herstellung machen den Geschmack aus

Grund­sätz­lich hat jeder Wein natür­lich sein eige­nes Aro­ma, das mit der Her­kunft der Trau­ben, der Reb­sor­te und der Wein­her­stel­lung zu tun hat. Hier unter­schei­den sich Weiß­wei­ne von Rot­wei­nen schon dadurch, dass sie meist aus nur einer Reb­sor­te gewon­nen wer­den, wäh­rend Rot­wei­ne oft aus meh­re­ren Reb­sor­ten bestehen. Außer­dem durch­lau­fen Rot­wei­ne immer eine Mai­sche­gä­rung (mit den Scha­len) und wer­den häu­fig im Holz­fass aus­ge­baut – im Gegen­satz zu Weiß­wei­nen. Jeder die­ser Pro­duk­ti­ons­schrit­te hat einen gro­ßen Ein­fluss auf das Aro­ma des Weins. Dazu kommt der Ein­fluss des Kel­ler­meis­ters. An ihm liegt es, dass der eine Wein leicht und fruch­tig aus­fällt, der ande­re kräf­tig und tan­n­in­hal­tig ist. Ken­ner kön­nen die Nuan­cen und Unter­tö­ne eines hoch­wer­ti­gen Rot­wei­nes her­aus­schme­cken, manch­mal sogar die Reb­sor­te erken­nen, etwa beim Pri­mi­tivo. Schwie­ri­ger wird es bei Rotwein-Cuvées, also dem Ver­schnitt meh­re­rer Reb­sor­ten zu einer har­mo­ni­schen Kom­po­si­ti­on, in der dann die ein­zel­ne Reb­sor­te nicht mehr zu erken­nen ist. Die meis­ten fran­zö­si­schen, spa­ni­schen und ita­lie­ni­schen Rot­wei­ne bestehen aus einen sol­chen Cuvée: vom Bor­deaux über Rio­ja bis zum Chi­an­ti (letz­te­rer kann aber auch aus einer ein­zi­gen Reb­sor­te gekel­tert sein). Wer sein Wein­wis­sen ver­tie­fen und wis­sen möch­te, wel­che Reb­sor­ten sich die­sen Rot­wei­nen befin­den, kann zum Bei­spiel auf ein Wein­glos­sar zurück­grei­fen.

Kommentar hinzufügen

Antwort schreiben