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VieVinum 2012: Tu felix Austria – trink!

Viel Andrang bei Österreichs wichtigster Weinmesse VieVinum | Foto:©Österreichische Weinmarketing Gesellschaft
Wien im Weinrausch. Drei Tage lang schoben sich die Besucher durch die Barocksäle der Hofburg, nippten artig an edlen Tropfen oder soffen ungeniert, was sie kriegen konnten. Die VieVinum, Österreichs wichtigste Weinmesse, erregt immer auch die Gefühle. Die von Jens Priewe haben diesmal vor allem auf die Rotweine angeschlagen.

Wien im Wein­rausch. Drei Tage lang scho­ben sich die Besu­cher durch die Barock­sä­le der Hof­burg, nipp­ten artig an edlen Trop­fen oder sof­fen unge­niert, was sie krie­gen konn­ten. Die Vie­Vinum, Öster­reichs wich­tigs­te Wein­mes­se, erregt immer auch die Gefüh­le. Die von Jens Priewe haben dies­mal vor allem auf die Rot­wei­ne ange­schla­gen.   

Viel Andrang bei Österreichs wichtigster Weinmesse VieVinum | Foto:©Eva Kelety/ÖWMKühl und geschäfts­mä­ßig waren in Öster­reich am letz­ten Wochen­en­de nur die Autobahn-Gendarmen, die alles, was fünf Stun­den­ki­lo­me­ter zu schnell unter­wegs war, auf dem Weg in die Haupt­stadt gna­den­los abkas­sier­ten. Und zwar rich­tig. Bei Schnit­zeln waren die Öster­rei­cher schon immer Welt­klas­se, bei der Ver­kehrs­kon­trol­le sind sie es jetzt auch. Und nach dem Wochen­en­de muss man sagen: Beim Wein spie­len die Öster­rei­cher eben­falls ganz oben in der Welt mit, was in die­sem Fall erfreu­lich ist.

Am Wochen­en­de ging die Vie­Vinum über die Büh­ne, die bedeu­tends­te Mes­se für öster­rei­chi­sche Wei­ne. Alles, was unter den Wein­bau­ern des Lan­des ein Fünk­chen Ehr­geiz und Anspruch hat, prä­sen­tiert sich in den Barock­sä­len der Hof­burg mit­ten im Zen­trum der Stadt – fast 500 Weinbau-Betriebe die­ses Jahr. Natür­lich, nicht alles ist Welt­klas­se, was sie ent­kor­ken. Aber das Bes­te ist gut genug, um sich mit Fran­zo­sen, Ita­lie­nern und Spa­ni­ern zu mes­sen. Das wuss­te man zwar auch schon vor dem Wochen­en­de. Aber nach ihm weiß man es nun bes­ser.

Für 30 Euro Eintritt viel Wein und viel Schmäh

Logo der österreichischen Weinmesse VievinumWein hat immer mit Gefüh­len zu tun – Ver­zei­hung für die Plat­ti­tü­de. Aber nir­gend­wo wird so viel gelacht, geherzt, umarmt, gebus­selt, gefei­ert wie in Wien auf der Vie­Vinum. Auch wenn man­ches Gefühl, das da gezeigt wird, genau­so Schmäh ist wie die Geschich­ten, die erzählt wer­den – man möch­te weder die Geschich­ten noch die Gefüh­le mis­sen.

Für so eine hoch­emo­tio­na­le Ver­an­stal­tung ist die Hof­burg, die­se prunk­vol­le, kaiserlich-habsburgische Barock­fes­tung, der rich­ti­ge Ort: sti­ckig, heiß, eng, schlecht beleuch­tet, aber mit feins­tem Blatt­gold ver­se­he­ner Stuck an den Wän­den. Die Men­schen schie­ben sich durch die Gän­ge, pro­bie­ren Hin­tern an Hin­tern, rat­schen, ver­su­chen Noti­zen zu machen, man­che sau­fen. Für 30 Euro für die Tages­kar­te möch­te man schließ­lich einen Gegen­wert.

Die Rotweine des 2009er Jahrgangs – Weltklasse

Eingang der Weinmesse VieVinum in der Hofburg | Foto:©Anna Stöcher/ÖWMFür mich ist Öster­reich in aller­ers­ter Linie ein Weiß­wein­land. Aber mehr noch haben mich dies­mal die Rot­wei­ne in den Bann geschla­gen. Fan­gen wir beim Leit­ha­berg an, jenem Gebiet, das frü­her Neusiedlersee-Hügelland hieß und wegen sei­nes küh­len Kli­mas und sei­ner Schiefer- und Muschel­kalk­bö­den zum Anzie­hungs­punkt für Blaufränkisch- und Pinot Noir-Winzer gewor­den ist. Hans und Chris­ti­ne Nitt­naus simp­ler Blau­frän­kisch „Edel­grund“ für 7,50 Euro zeigt, dass, wo die Reb­sor­te hin­passt, auch die ein­fa­chen Wei­ne Qua­li­tä­ten auf­wei­sen, die anders­wo schnell das Dop­pel­te kos­ten: ein sau­be­rer, herr­lich kirsch­fruch­ti­ger Wein, der gro­ße Ehre für die Kate­go­rie der unter 10- Euro-Weine ein­legt. Nach oben ist das Nittnaus-Sortiment sowie­so offen.

Eine Kate­go­rie höher ste­hen die Wei­ne mit der Bezeich­nung Leit­ha­berg DAC. Auch wenn Blau­frän­kisch nicht immer auf dem Eti­kett steht, sind die roten Leithaberg-Weine immer zu hun­dert Pro­zent aus die­ser Sor­te gewon­nen. Fast jeder Wein­bau­be­trieb mit Wein­gär­ten im Lei­t­ha­ge­bir­ge erzeugt die­sen Wein. Und in 2009 sind vie­le die­ser Wei­ne gut, ver­dammt gut.

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