Vier rare Islay-Whiskys aus dem Jahr 1974

Aus gege­be­nem Anlass haben wir in unse­rem heu­ti­gen Tas­ting aus­schließ­lich Sin­gle Malts aus dem Jahr 1974 auf unse­rer Liste ste­hen – und alles sehr rare Islay-Whiskys: Ard­beg 22y 1974-1996 G&M for Sestante Bolo­gna Mel­low Matu­red – 40%, Ard­beg 23y 1974-1997 OB Pro­venance 1st release L7 322 Bour­bon 5000btl – 55.6%, Caol Ila 22y 1974-1997 W&M for Rossi & Rossi Italy – 57.5% sowie Caol Ila 24y 1974-1998 SMWS 53.35 – 58.4%.

Aus gege­be­nem Anlass haben wir in unse­rem heu­ti­gen Tas­ting aus­schließ­lich Sin­gle Malts aus dem Jahr 1974 auf unse­rer Lis­te ste­hen – und alles sehr rare Islay-Whiskys: Ard­beg 22y 1974-1996 G&M for Sestan­te Bolo­gna Mel­low Matu­red – 40%, Ard­beg 23y 1974-1997 OB Pro­ven­an­ce 1st release L7 322 Bour­bon 5000btl – 55.6%, Caol Ila 22y 1974-1997 W&M for Ros­si & Ros­si Ita­ly – 57.5% sowie Caol Ila 24y 1974-1998 SMWS 53.35 – 58.4%.

1974 war sicher­lich ein gutes „Whis­ky­jahr“. Die Chro­ni­ken zei­gen, dass es über­pro­por­tio­nal vie­le gute bis sehr gute Abfül­lun­gen gab. Dazu dann ein Whis­kyal­ter um die 20 Jah­re, und wir sind in unse­rem Ele­ment! Aber ob die fei­nen Trop­fen die Vor­schuss­lor­bee­ren auch ver­die­nen? Das erfahrt ihr im nach­fol­gen­den Tas­ting.

Tasting Notes


Ardbeg 22y 1974-1996 G&M for Sestante Bologna Mellow Matured – 40%
84

Far­be: Stroh­gelb / Blas­ses Gold
Nase: Sehr weich und frisch, sal­zi­ge Zitro­ne, Meer­was­ser, leicht tor­fi­ges Malz und nas­ses Schiffstau, rund und dezent, mit wenig Aro­men­ent­fal­tung in der Nase.
Geschmack: Würzig-blumig und leicht seifig-parfümiert, weich und abgeflacht-rund, spä­ter sal­zi­ger und nur leicht pri­ckelnd wer­dend. Limet­te und Zitro­ne drängt in den Vor­der­grund. Torf und Rauch sind vor­han­den, jedoch wie die gesam­te Palet­te sehr, sehr dünn.
Finish: Maxi­mal mit­tel­lang. Jetzt etwas mehr tor­fi­ger Rauch, aber auch immer noch blumig-süß. Die Limet­ten­frucht bekommt Gesell­schaft von etwas Asche und Koh­le. Ohne jeg­li­che Fehl­tö­ne klingt der Malt tro­cken und weich aus.
Bemer­kung: Blind hät­ten wir hier nie­mals auf Ard­beg getippt! Es sieht so aus, als gäbe es zwei ver­schie­de­ne Abfül­lun­gen mit iden­ti­schem Label! Eine sehr gute und eine oxi­dier­te, etwas kaput­te Ver­si­on (lei­der äußer­lich nicht zu erken­nen). Wir haben defi­ni­tiv nicht die sehr gute Ver­si­on erwischt. Die­se hier war sehr abge­flacht und mit wenig Aro­men­ent­fal­tung – Scha­de!
84 Punk­te (Nase: 83 / Geschmack: 84 / Finish: 85)


Ardbeg 23y 1974-1997 OB Provenance 1st release L7 322 Bourbon 5000btl – 55.6%
92

Far­be: Mais­gelb – vol­les Gold
Nase: Mari­ti­me, süße Honigno­ten gepaart mit Aro­men von rei­fen Äpfeln; Heu und Torf­bal­len sind sofort prä­sent. Dazu kommt dann etwas spä­ter Limet­ten­saft mit viel Vanil­le, Karam­bo­le (Stern­frucht) und leicht säu­er­li­che Tro­pen­früch­te mit wür­zi­gem Tabak, ein wenig Salz und Rauch.
Geschmack: Ölig und mäch­tig, sal­zi­ger Rauch und viel Torf mit süß­li­chen Momen­ten von Honig, Vanil­le, Mar­me­la­de und Sirup. Aro­men von Grape­fruit und Zitro­ne, die jetzt schon trock­ner wer­den und mit schwar­zem Pfef­fer, viel Ruß und Asche unter­legt sind.
Finish: Gar nicht mal so lang! Tro­cken, Koh­le und Asche, immer stau­bi­ger wer­dend. Wie­der die leicht säu­er­li­chen Tro­pen­früch­te und mit geball­tem Torf und tro­cke­nem Kakao­pul­ver auf der Zun­ge aus­klin­gend.
92 Punk­te (Nase: 91 / Geschmack: 93 / Finish: 93)


Caol Ila 22y 1974-1997 W&M for Rossi & Rossi Italy – 57.5%
92

Far­be: Stroh­gelb
Nase: Dump­fe Noten von nas­sem Heu, Löwen­zahn, Avo­ca­dos und Kom­post­hau­fen. Dazu erdi­ge, rau­chi­ge Momen­te und kurio­se Spu­ren von Kero­sin und Ter­pen­tin. Nach weni­gen Minu­ten „Atmen“ immer ange­neh­mer wer­dend. Die etwas „künstlich-dumpfen“ Noten sind wei­test­ge­hend ver­schwun­den.
Geschmack: Mäch­tig, schmierig-cremig, sehr süß (aber kei­ne kleb­ri­ge Zucker­sü­ße) und sal­zig. Malzig-torfige Mar­me­la­de­no­ten (Orangen/Limetten), sehr mari­tim und mit leicht far­mi­ger Her­be. Die pri­ckeln­de Sal­zig­keit wird enorm hin zum Finish.
Finish: Lang und tro­cken – viel, viel Torf und mit leicht süß­li­cher Frucht und Leder aus­klin­gend.
Bemer­kung: Die­ser Malt braucht viel Zeit! Nach anfäng­li­chen Geruch­sex­tre­mi­tä­ten über­rascht er spä­ter mit sehr tol­len Geschmacks­no­ten.
92 Punk­te (Nase: 89 / Geschmack: 93 / Finish: 93)


Caol Ila 24y 1974-1998 SMWS 53.35 - 58.4%Caol Ila 24y 1974-1998 SMWS 53.35 – 58.4%
91

Far­be: Stroh­gelb
Nase: Dick, fett und cre­mig, mit viel Vanil­le, Zitruspudding/-creme, mal­zi­ges Gers­ten­feld, rau­chi­ge Torf­schwa­den, Jod, Muscheln und süß-zuckerreiche „Wash“.
Geschmack: Super­cre­mig und süß-bitter-torfig. Noten von Asche und Koh­le mit sehr viel Torf und erdig-dumpfen Aro­men. Immer stär­ker auf­kom­men­der Honig gepaart mit lecke­rem Zitronen- und Vanil­le­eis.
Finish: Lang – Vanil­le und viel tro­cke­ner Torf, leicht bit­ter wer­dend. Tro­cken, süß, etwas bit­ter und nur leicht rau­chig aus­klin­gend.
Bemer­kung: Begin­nend mit der eher typisch heu­ti­gen Caol-Ila-Nase wird die­ser hin zum Ende doch noch ein „Old-Style“ Caol Ila!
91 Punk­te (Nase: 91 / Geschmack: 92 / Finish: 91)


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