Vier 1996er Malts von Glendronach im direkten Vergleich

Ergänzend zu vergangener Woche heute nun 1996er Glendronach im Detailcheck! Vier Malts aus dem Jahr 1996 stehen sich hier im zweiten Vertikaltasting gegenüber. Als Bonus gibt es noch eine etwas andere Glendronach-Abfüllung von Cadenhead aus dem Jahr 1990.

Ergän­zend zu ver­gan­ge­ner Woche heu­te nun 1996er Glen­dro­nach im Detail­check! Vier Malts aus dem Jahr 1996 ste­hen sich hier im zwei­ten Ver­ti­kal­tas­ting gegen­über. Als Bonus gibt es noch eine etwas ande­re Glendronach-Abfüllung von Caden­head aus dem Jahr 1990.

Tasting Notes


Glendronach 17y 96-13 OB for Whiskykanzler CWH 13 PX #1483 678btl – 52,9%
85

Far­be: Kup­fer / Rost­rot
Nase: Sher­ry und Oran­gen­mar­me­la­de mit einem sei­fen­ar­ti­gen Vanil­le­touch, dazu dump­fe Noten von Wald­bo­den, Humus, nas­sem Laub und Leder. Das Gan­ze nur leicht wür­zig mit Noten von Oli­ven­öl und Honig.
Geschmack: Recht dünn, anfangs mit würzig-salziger Bal­sa­mi­co­no­te, dann sehr süß mit gezu­cker­ter Oran­gen­mar­me­la­de, anschlie­ßend schnell her­ber und pfeff­ri­ger wer­dend. Mäch­ti­ge Holz­no­ten tre­ten in den Vor­der­grund.
Finish: Mit­tel­lang – Pfeffer-Salz-Holz, süße Honiga­ro­men mit flach fruch­ti­ger Oran­ge polie­ren die sal­zi­gen Holz­no­ten noch etwas auf.
85 Punk­te (Nase: 87 / Geschmack: 86 / Finish: 82)


Glendronach 17y 96-13 OB for Whiskykanzler CWH 13 PX #1482 698btl – 53%
88

Far­be: Amon­til­la­do Sher­ry
Nase: Dicker Sher­ry und viel cre­mi­ger als das Schwes­ter­fass #1483. Noten von Bal­sa­mi­co, Kaf­fee, Kakao, Leder, aber auch Tabak mit einer ordent­li­chen Pri­se schwar­zem Pfef­fer. Ergän­zend dann süß­li­che Gum­mi­a­ro­men ohne bemer­kens­wer­ten Frucht­an­teil.
Geschmack: Süß, ölig, wür­zig – Oran­gen und getrock­ne­te, rote Früch­te mit sehr viel Salz und schwe­fe­li­gem Rauch. Auch hier viel län­ger und cre­mi­ger im Geschmack als #1483 (kla­re Geschmacks­vor­tei­le, da die Holz­no­ten erst spät dazu­sto­ßen).
Finish: Lang – grad­li­ni­ge, süße Aro­men, weni­ger wür­zig, mit etwas dezen­te­ren Holz­no­ten aus­klin­gend.
88 Punk­te  (Nase: 88 / Geschmack: 89 / Finish: 86)


Glendronach 14y 96-11 Wk for 25.A. Wein&Whisky Berlin PX #1372 401btl - 54,7%Glendronach 14y 96-11 Wk for 25.A. Wein&Whisky Berlin PX #1372 401btl – 54,7%
90

Far­be: Madei­ra
Nase: Rund, voll und aus­ge­wo­gen. Noten von fruchtig-süßen Oran­gen und Zitro­nen, tol­le Kom­bi­na­ti­on von Tabak, Leder, Scho­ko und Bal­sa­mi­cocreme, die mit eher weni­ger Wür­ze leicht rau­chig unter­legt ist.
Geschmack: Weich und dick-cremig, mit viel süßer roter Frucht und zähem Scho­ko­la­den­pud­ding. Immer mäch­ti­ger und inten­si­ver, jedoch auch sal­zi­ger wer­dend, mit lecke­ren Nuss­aro­men und Man­del­li­kör, die mit gut ein­ge­bet­te­ten Holz­no­ten ein­her­ge­hen und den Geschmack per­fekt abrun­den.
Finish: Lang – mit Noten wie im Geschmack, nur noch etwas inten­si­ver. Hol­zaro­men mit schwar­zem Tee tre­ten mehr und mehr in den Vor­der­grund. Alles recht gut ver­packt, mit Erin­ne­run­gen an alten Cognac und wür­zi­ge Kräu­ter aus­klin­gend.
90 Punk­te (Nase: 89 / Geschmack: 91 / Finish: 89)


Glendronach 17y 96-13 OB for Massen & Dram Brothers L PX #1479 706btl - 53,4%Glendronach 17y 96-13 OB for Massen & Dram Brothers L PX #1479 706btl – 53,4%
83

Far­be: Altes Gold / Bern­stein
Nase: Dumpf-süßer Sher­ry und sal­zi­ge Oran­ge, typi­sche Tabak und Leder­aro­men sowie getrock­ne­te Gar­ten­kräu­ter (wür­zi­ges Mag­gi­kraut). Leich­te Gum­mi­no­te in einer ins­ge­samt doch eher fla­chen Glendronach-Nase.
Geschmack: Cre­mig und weich, getrock­ne­te Kräu­ter mit her­ben Noten und dezen­tem Honig. Dann schlägt sofort das Eichen­holz zu, immer mehr und mehr. Mit vie­len rau­chig unter­leg­ten Tan­ni­nen geht es ins Finish.
Finish: Mit­tel­lang – holzig-süß mit sehr, sehr viel bit­te­rem Holz (zu viel für unse­ren Geschmack)!
83 Punk­te (Nase: 87 / Geschmack: 82 / Finish: 79)


Glendronach 21y 90-12 CA Auth. Collection Bourbon Hogshead 258btl – 51.1%
88

Far­be: Hel­les Gold
Nase: Sehr fruch­tig und unge­wöhn­lich im Ver­gleich zu sei­nen jün­ge­ren Vor­gän­gern. Limo­ne und etwas Zitro­nen­saft, Vanil­le, Tof­fee und Apfel­aro­men. Auch hier eine flach-blumige Gum­mi­no­te mit fri­schem Melis­sen­ex­trakt.
Geschmack: Mari­ti­me, blu­mi­ge Note mit Zitro­ne, Salz, Honig und Vanil­le. Ergän­zend dazu leich­te Kräu­ter­aro­men, die aber die­ses Mal nicht herb aus­fal­len – alles in allem ein eher dün­nes Mund­ge­fühl!
Finish: Lang – mari­tim und gut! Kein Holz, aber auch sonst eher weni­ger bzw. weich – abge­se­hen von mari­ti­men Vanille-Aromen. Gegen Ende kommt doch noch ein ganz klein wenig Holz dazu.
Bemer­kung: Hat etwas Ähn­lich­keit mit ein paar „leich­te­ren“ Bourbon-Cask-Abfüllungen von Port Ellen!
88 Punk­te (Nase: 87 / Geschmack: 89 / Finish: 88)


Über den Autor

Udo Kay­p­in­ger, Jahr­gang 1974, ver­hei­ra­tet, eine Toch­ter, lebt seit sei­ner Kind­heit im tra­di­ti­ons­rei­chen Wein­an­bau­ge­biet Ayl an der Saar und kennt die bes­ten Riesling-Weine der Welt.
Nach dem Stu­di­um für Bau­in­ge­nieur­we­sen arbei­tet er als Bau­in­ge­nieur in Bit­burg, wo “Bit­te ein Bit” erfolg­reich gebraut wird.
Aber der gute Wein und das gut gebrau­te Bier wer­den 2005 von dem ers­ten Sin­gle Malt abge­löst. Der Start­schuss für die Fas­zi­na­ti­on Whis­ky ist gesetzt und wur­de in den letz­ten Jah­ren mit meh­re­ren Schottland-Reisen und vie­len hun­dert Whisky-Verköstigungen wei­ter fort­ge­führt.
Eine Begeis­te­rung und Fas­zi­na­ti­on die mit einer spe­zi­el­len Vor­lie­be zur klei­nen Insel Islay an der West­küs­te Schott­lands zur Pas­si­on wur­de.

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