Unser Wein des Monats April ist ein Supertuscan für den kleinen Geldbeutel
Der amerikanische Weinkritiker James Suckling hat den 2021er Monte Antico als preiswertesten Supertuscan der Toskana bezeichnet. Das ist Musik in den Ohren von Rotweinfreunden, die unter den Preisen für gute toskanische Weine ächzen. Tatsächlich gibt es noch preiswertere Rotweine in der Region, die wie dieser Wein auch aus Sangiovese (in diesem Fall 85 Prozent) mit einigen kleinen Anteilen von Cabernet Sauvignon (10 Prozent) und Merlot (5 Prozent) bestehen. Aber so gut wie der Monte Antico ist keiner von ihnen. Er ist kein Blockbuster, sondern ein eher leichtes, hellfarbenes Sangiovese-Gewächs, das mit wilder, süßer Beerenfrucht prunkt, die immer auch ein paar grüne Noten enthält, mit zartem Veilchenbouquet, mit intensiver Kräuterwürze und glattem, polierten Tannin. Der Wein hat ein Jahr lang im Holz gereift und sich ein weiteres Jahr auf der Flasche verfeinert, bevor er freigegeben wurde. Die wichtigste Nachricht aber ist, dass er wesentlich mehr Trinkvergnügen bietet als der Preis vermuten lässt.
Der Sangiovese-Spezialist Franco Bernabei ist mit von der Partie
Monte Antico ist ein Weingut im Chianti Classico. Es wurde 1977 von dem amerikanischen Weinimporteur Neil Empson gegründet. Er hatte sich in eine Italienerin verliebt, Maria Gemma, und sich entschlossen, selbst Wein in der Toskana zu erzeugen. Im Zusamenhang mit dem Wein aber ist eine andere Person wichtiger: Franco Bernabei, ein önologischer Berater, der in den letzten Jahrzehnten für fast alle berühmten toskanischen Sangiovese-Erzeuger gearbeitet hat. Der Sangiovese-Spezialist ist Teilhaber von Monte Antico und kümmert sich von Anfang bis Ende um die Weine, während Empson und seine Frau in den USA sind. Der Topwein von Monte Antico kommt von alten Rebstöcken aus dem Chianti Classico. Er heisst Supremus, ist in seiner Machart und Rebzusammensetzung Antinoris Tignanello nachempfunden (kostet aber nur ein Fünftel).
Der Monte Antico ist kein Zweitwein
Der Monte Antico ist die einfachere Version des Supremus, aber kein Zweitwein. Seine Trauben kommen aus einem ganz anderen Anbaugebiet, nämlich aus verschiedenen Weinbergen in den Hügeln um Pisa, also aus der Groß-Appellation Chianti. Theoretisch könnte er auch als Chianti auf den Markt kommen. Aber das wollen Empson und Bernabei nicht. Ihr Wein ist tiefgründiger und strukturierter. Man mag einwenden, dass die Holznote bei ihm allzu deutlich durchschlägt (zu 20 Prozent ist der Monte Antico in Barriques ausgebaut, ein Teil davon neu). Doch durch Karaffieren tritt der Ton schnell in den Hintergrund.
Preis: 9,90 Euro
Bezug: https://www.gute-weine.de/produkt/monte-antico-monte-antico-2021-71601h/







































































