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Über das lange Leben der großen Rotweine aus der Neuen Welt

1991 Dominus Red Wine
1991 Dominus Red Wine
Können Weine aus der Neuen Welt alt werden? Jens Priewe testete sechs berühmte Rote aus Kalifornien, Chile, Australien. Alle waren in guter, einige in bestechender Verfassung. Wer mit großen Bordeaux Geduld hat, sollte auch mit Weinen der Neuen Welt Geduld haben.

Kön­nen Wei­ne aus der Neu­en Welt alt wer­den? Jens Priewe tes­te­te sechs berühm­te Rote aus Kali­for­ni­en, Chi­le, Aus­tra­li­en. Alle waren in guter, eini­ge in bestechen­der Ver­fas­sung. Wer mit gro­ßen Bor­deaux Geduld hat, soll­te auch mit Wei­nen der Neu­en Welt Geduld haben.

1991 Domi­nus Red Wine

Wei­ne aus Über­see haben in Euro­pa einen gespal­te­nen Ruf. Einer­seits gel­ten sie als Kopi­en euro­päi­scher Wei­ne – und häu­fig kom­mer­zi­el­le Kopi­en. Ande­rer­seits schme­cken sie vie­len Wein­trin­kern ver­dammt gut. Rich­tig ist, dass die ein­fa­chen Reb­sor­ten­wei­ne – egal aus wel­cher über­see­ischen Regi­on sie kom­men – ziem­lich main­strea­m­ig sind: Pro­duk­te einer Wein­in­dus­trie, aus zusam­men­ge­kauf­ten Trau­ben erzeugt, in gro­ßer Men­ge pro­du­ziert und als Mar­ken­wei­ne welt­weit dis­tri­bu­iert. Der Super­markt lässt grü­ßen.

Das Paris Judgement lässt grüßen

Dane­ben hat sich in den über­see­ischen Län­dern aber längst eine Wein­in­dus­trie eta­bliert, die den Fokus auf Premium-, Superpremium- und Ultrapremium-Weine legt. Deren Erzeug­nis­se sind rar, teu­er und genau­so luxu­ri­ös wie euro­päi­sche Spit­zen­wei­ne. Sie kön­nen auf Augen­hö­he mit den gro­ßen Gewäch­sen aus Frank­reich, Spa­ni­en und Ita­li­en sein. Manch­mal über­stei­gen sie die­se sogar. Das berühm­te Paris Jud­ge­ment von 1976 ist noch in guter Erin­ne­rung, als fran­zö­si­sche Spit­zen­wei­ne in einer Blind­pro­be gegen kali­for­ni­sche Caber­net Sau­vi­gnons bezie­hungs­wei­se Char­don­nays gestellt wur­den und in bei­den Kate­go­ri­en ein Kali­for­ni­er den ers­ten Platz beleg­te. Übri­gens bestand die Jury damals über­wie­gend aus Fran­zo­sen.

Anderes Klima, andere Böden

Aller­dings muss man wis­sen, dass Wei­ne aus Über­see ein ande­res Aro­men­pro­fil haben als ihre euro­päi­schen Pen­dants – auch wenn sie aus den glei­chen Reb­sor­ten gewon­nen wer­den. Sie sind weder im atlantisch-kühlen Kli­ma Bor­deaux’ gewach­sen noch im mil­den medi­ter­ra­nen Kli­ma, son­dern in Regio­nen, die durch­weg wär­mer sind und ande­re (durch­weg sau­re­re) Böden als in Euro­pa auf­wei­sen. Hand­werk­lich sind die­se Spit­zen­wei­ne aller­dings mit dem glei­chen Auf­wand erzeugt wie in Euro­pa.

Die Aus­wahl der Wei­ne ist zufäl­lig. Die Fla­schen habe ich von den Pro­du­zen­ten bekom­men. Sie lagen seit­dem kühl und dun­kel. Der Zustand, in dem sich ihr Inhalt befand, zeigt, dass sich zumin­dest die Ultrapremium-Weine je nach Jahr­gang, Her­kunft und Reb­sor­te, zehn, 20 oder mehr Jah­re auf der Fla­sche ver­fei­nern.


Jens Prie­wes Ver­kos­tungs­no­ti­zen fin­den Sie auf Sei­te 2.


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