Wolf-Dietrich Salwey stirbt bei Autounfall

Wolf-Dietrich Salwey
Schock für die deutsche Weinwelt: Der Kaiserstühler Winzer Wolf-Dietrich Salwey ist am Dienstag Nachmittag bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen. Er wurde 69 Jahre alt. Seine säurebetonten, knochentrockenen Weißweine und die geschmeidigen Spätburgunder waren stilbildend für den badischen Wein. Den Betrieb hatte Salwey bereits 2005 Sohn Konrad übergeben. Von Jens Priewe

Schock für die deut­sche Wein­welt: Der Kai­ser­stüh­ler Win­zer Wolf-Dietrich Sal­w­ey ist am Diens­tag Nach­mit­tag bei einem schwe­ren Auto­un­fall ums Leben gekom­men. Er wur­de 69 Jah­re alt. Sei­ne säu­re­be­ton­ten, kno­chen­tro­cke­nen Weiß­wei­ne und die geschmei­di­gen Spät­bur­gun­der waren stil­bil­dend für den badi­schen Wein. Den Betrieb hat­te Sal­w­ey bereits 2005 Sohn Kon­rad über­ge­ben. Von Jens Priewe

Tödlicher Autounfall: Wolf-Dietrich Salwey ist totWolf-Dietrich Sal­w­ey war auf dem Rück­weg von der VDP-Präsentation in Mün­chen, die am Mon­tag die­ser Woche im Hotel Königs­hof statt­ge­fun­den hat­te. Am Diens­tag Nach­mit­tag gegen 14.45 Uhr geriet er laut Badi­scher Zei­tung mit sei­nem Auto auf der B 31 kurz vor Meers­burg am Boden­see auf die Gegen­fahr­bahn und kol­li­dier­te mit einem Last­wa­gen. Sal­w­ey starb noch an der Unfall­stel­le. Er hin­ter­lässt Frau und vier Kin­der.

Sal­w­ey war ein auf­ge­klär­ter Kon­ser­va­ti­ver, der den klas­si­schen Stil des Kai­ser­stüh­ler Weins hoch­hielt und pfleg­te. Irgend­wel­chen Moden, gar dem Zeit­geist hin­ter­her zu lau­fen, war sei­ne Art nicht. Wohl aber war er offen für neue Ent­wick­lun­gen und Ver­bes­se­run­gen. Behut­sam, aber kon­se­quent feil­te er an sei­nen Wei­nen. So war er einer der Ers­ten, die ihren Spät­bur­gun­der in Bar­ri­ques aus­bau­ten – aber auch einer der Ers­ten, der den Neu­hol­z­an­teil nach eini­gen Jah­ren wie­der redu­zier­te.

Gleich­zei­tig war er ein streit­ba­rer Win­zer. Er kämpf­te für sei­ne Über­zeu­gun­gen und scheu­te sich nicht Stel­lung zu bezie­hen. Sei­ne Win­zer­kol­le­gen erin­nern sich gut, wie er in den letz­ten Jah­ren unnach­gie­big gegen den Schraub­ver­schluss argu­men­tier­te und für die Bei­be­hal­tung des Kor­kens warb.

Sohn Kon­rad hat­te bereits seit 2002 die Ver­ant­wor­tung für die Weiß­wei­ne, seit 2005 dann auch die Gesamt­ver­ant­wor­tung für das Wein­gut über­nom­men. Der Vater blieb jedoch der wich­tigs­te Rat­ge­ber und war mehr denn je prä­sent – im Wein­gut oder auf Ver­an­stal­tun­gen. Auch Schwie­ger­toch­ter Ste­fa­nie arbei­tet im Wein­gut. Sie küm­mert sich um die betrieblich-administrativen Abläu­fe. Ehe­frau Mar­ti­na ist das öko­lo­gi­sche Gewis­sen und der mensch­li­che Mit­tel­punkt des Betrie­bes.

Ich kann­te Wolf-Dietrich Sal­w­ey seit fast 30 Jah­ren und pflich­te dem Wein­jour­na­lis­ten Rudolf Knoll bei, der ange­sichts des tra­gi­schen Todes schrieb, Sal­w­ey selbst wür­de allen, die ihn kann­ten, den Rat geben: „Trau­ert nicht lang. Trinkt ein Glas auf mich. Oder zwei.“

Ja, so war er!

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