Teuer gleich besser? Es kommt auf den persönlichen Geschmack an!

Weinregal
Dass teuer nicht immer besser bedeutet, haben die meisten Weintrinker schon häufig erfahren müssen. Sicher aber ist: Gute Weine können nie billig sein.

Ob teu­rer Wein letzt­lich bes­ser ist als bil­li­ger, lässt sich pau­schal nicht beant­wor­ten. Auf­grund der vie­len ver­schie­de­nen Fak­to­ren, die mit die­ser Fra­ge­stel­lung zusam­men­hän­gen, gibt es dar­auf kei­ne all­ge­mein gül­ti­ge Ant­wort. Im Fach­han­del wer­den ten­den­zi­ell teu­re­re Wei­ne ange­bo­ten als in Super­märk­ten oder bei Dis­coun­tern. Nor­mal­ver­die­ner kön­nen sich die­se Wei­ne nicht immer leis­ten. Doch bevor man sich von hohen Prei­sen abschre­cken lässt, soll­te man sei­ne Wahl erst­mal den eige­nen Geschmacks­vor­lie­ben anpas­sen. Nicht jeder teu­re Wein erfüllt die Erwar­tun­gen eines Wein­trin­kers. Dann erst soll­te man auf den Preis schau­en.

Ver­sier­te Wein­ken­ner, die einen erst­klas­si­gen Wein zu schät­zen wis­sen, zah­len dafür ger­ne einen höhe­ren Preis. Aller­dings soll­te der bevor­zug­te Wein nicht nur aus­ge­wählt wer­den, weil er kost­spie­lig ist. Viel wich­ti­ger sind ande­re Para­me­ter: die Regi­on, aus wel­cher der Wein kommt, das Wein­gut, die Reb­sor­te. Die­se Para­me­ter haben einen gro­ßen Ein­fluss auf die Qua­li­tät und den Geschmack des Wei­nes. Auch ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um bei der Wein­aus­wahl: die Ein­stel­lung des Win­zers bezüg­lich Natur und Umwelt. Bio­wei­ne sind in der Regel teu­rer als kon­ven­tio­nel­le Wei­ne.

Die preislichen Grenzen für guten Wein

Gene­rell lässt sich fest­hal­ten, dass Wei­ne zwi­schen drei und fünf Euro pro Fla­sche kein gro­ßes Erleb­nis bie­ten. Es sind Indus­trie­wei­ne, erzeugt aus Über­men­gen oder Rest­men­gen, wäss­rig, aus­drucks­los, oft gesüßt oder mit Koh­len­säu­re ver­setzt, um über Feh­ler oder ande­re Unzu­läng­lich­kei­ten hin­weg­zu­täu­schen. Über einen indi­vi­du­el­len Geschmack ver­fü­gen sie nicht. Akzep­ta­ble Qua­li­tä­ten fan­gen bei etwa fünf Euro an, zumin­dest wenn man sie direkt beim Wein­gut kauft: ein­fa­che, aber ordent­li­che Weiß­wei­ne, Roséwei­ne und Rot­wei­ne. Wei­ne mit Cha­rak­ter und indi­vi­du­el­lem Geschmack begin­nen bei etwa sie­ben Euro ab Kel­ler­tür, ab acht Euro teil­wei­se auch schon bei Dis­coun­tern und in Super­märk­ten. Aldi ist dafür bekannt, soli­de Wei­ne preis­wert anzu­bie­ten. Aber auch Lidl offe­riert Wei­ne unter­schied­li­cher Regio­nen zu einem fai­ren Preis, ein­schließ­lich Lie­fe­rung nach Hau­se. Aktu­ell kann man sich hier auch die Lie­fer­kos­ten durch Rabat­te bei Lidl spa­ren.

Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Auswahl von Weinen

Genau­so wie bei Lebens­mit­teln auch, lässt sich das Preis-Leistungs-Verhältnis in Bezug auf Wei­ne nur sehr schwer beur­tei­len. Neben dem Auf­wand für die Bewirt­schaf­tung der Wein­ber­ge und die Erzeu­gung flie­ßen auch Trans­port und Mar­ke­ting in die Kal­ku­la­ti­on ein. Ein Win­zer kann sei­nen Wein nie­mals so preis­wert anbie­ten wie eine Genos­sen­schaft oder eine Groß­kel­le­rei. Die wich­tigs­te Vor­aus­set­zung für qua­li­ta­tiv hoch­ste­hen­de Wei­ne ist die Ertrags­re­du­zie­rung. Der Win­zer muss die Men­ge der Trau­ben an den Reb­stö­cken redu­zie­ren – schon im Win­ter durch den Reb­schnitt, spä­ter im Jahr durch Aus­dün­nen der Trau­ben. Die­se Maß­nah­men sind auf­wen­dig und kost­spie­lig. Und das Resul­tat ist, dass am Ende nur halb so viel Trau­ben wie theo­re­tisch mög­lich geern­tet wer­den. Der höhe­re Preis ist also auch ein Aus­gleich für den Men­gen­ver­lust. Das bedeu­tet nicht, dass alle Winzer­wei­ne bes­ser sind als die der Wein­in­dus­trie. Aber die gro­ßen Kel­le­rei­en haben sel­ten die Mög­lich­keit, so im Detail an der Qua­li­täts­schrau­be zu dre­hen wie ein Win­zer.

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