Gefälschter Wein – demnächst im Supermarkt?

Wenn es um gefälschte Weine einen geht, denkt man eigentlich immer nur an irgendwelche chinesischen Geschäftsleute, denen für ein paar hundert Euro gefälschter Lafite angedreht wurde. Umso erstaunlicher finde ich die folgende Geschichte: ein gefälschter Louis-Jadot Pouilly-Fuissé, der - auf £5 heruntergesetzt - in einem Tesco-Supermarktregal auf Käufer wartete.

Wenn es um gefälsch­te Wei­ne geht, denkt man eigent­lich immer nur an irgend­wel­che chi­ne­si­schen Geschäfts­leu­te, denen für ein paar hun­dert Euro gefälsch­ter Lafi­te ange­dreht wur­de. Umso erstaun­li­cher fin­de ich die fol­gen­de Geschich­te: ein gefälsch­ter Louis-Jadot Pouilly-Fuissé, der – auf £5 her­un­ter­ge­setzt –  in einem Tesco-Supermarktregal auf Käu­fer war­te­te. Frea­ko­no­mics  ana­ly­siert die­se dreis­te Fäl­schung und gibt drei Grün­de an, war­um sich Fäl­schun­gen im mit­tel­prei­si­gen Seg­ment loh­nen:

In that mar­ket, the trick might be a lot easier to get away with, for at least three rea­sons: first of all, evi­dence from psy­cho­lo­gy and neu­ro­sci­ence indi­ca­tes that the end con­su­mers of inex­pen­si­ve or mid­pri­ced wines pro­bab­ly aren’t pay­ing as much atten­ti­on to the wine’s sen­so­ry qua­li­ties as they would if it were expen­si­ve. Second of all, con­su­mers’ qua­li­ty expec­ta­ti­ons are clear­ly lower when they pay less, so they’re less likely to com­p­lain even if the wine doesn’t meet tho­se expec­ta­ti­ons. Third, and perhaps most import­ant­ly, there’s litt­le incen­ti­ve for any indi­vi­du­al to sue for fraud. Unli­ke, say, wine collec­tor Bill Koch, who alle­ges mil­li­ons of dol­lars in coun­ter­feit damages rela­ted to his collec­tion alone—and thus has incen­ti­ve to sue on his own behalf—even the theo­reti­cal smat­te­ring of con­su­mers that are more or less cer­tain the wine is coun­ter­feit pro­bab­ly can’t be bothe­red to rai­se a big stink over a poten­ti­al refund (bar­ring puni­ti­ve damages) of £5 per bott­le.

Quel­le: Coun­ter­feit Wine Below the Radar: The Case of Tesco

Der Haupt­grund ist also: es lohnt sich. Viel­leicht soll­te man beim nächs­ten Super­markt­be­such mal auf schlecht kopier­te Eti­ket­te ach­ten?

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