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Sommelier Silvio Nitzsche: Maxi-Erfolg mit Mini-Weinbar in Dresden

Silvio Nitzsche
Silvio Nitzsche war Sommelier bei Dieter Müllers 3-Sterne-Restaurant in Bergisch-Galdbach, bevor er vor drei Jahren nach Dresden zog und seine „Weinkulturbar“ eröffnete: eine Mini-Weinbar, in der es kleine Häppchen und tolle Weine zu bescheidenen Preisen gibt. Mittlerweile muss, wer dort geniessen möchte, länger im Voraus reservieren als in einem Drei-Sterne-Restaurant. Von Antje Seeling

Sil­vio Nitz­sche war Som­me­lier bei Die­ter Mül­lers 3-Sterne-Restaurant in Bergisch-Galdbach, bevor er vor drei Jah­ren nach Dres­den zog und sei­ne „Wein­kul­tur­bar“ eröff­ne­te: eine Mini-Weinbar, in der es klei­ne Häpp­chen und tol­le Wei­ne zu beschei­de­nen Prei­sen gibt. Mitt­ler­wei­le muss, wer dort genies­sen möch­te, län­ger im Vor­aus reser­vie­ren als in einem Drei-Sterne-Restaurant. Von Ant­je See­ling

Silvio NitzscheGera­de mal 20 Per­so­nen fin­den in ihr Platz: Mit sieb­zig Qua­drat­me­tern mutet die Wein­kul­tur­bar eher an wie ein gro­ßes Wohn­zim­mer. Vom offe­nen Laden­be­reich mit ver­füh­re­ri­scher Käse­the­ke füh­ren ein paar Stu­fen hin­auf, wo kar­min­ro­te Leder­pols­ter zum Genie­ßen ein­la­den. Die hohen, dunk­len Wein­re­ga­le am Ein­gang wir­ken wie eine Schleu­se, die Hek­tik des All­tags bleibt drau­ßen.

Allein das Stu­di­um des Wein­an­ge­bots nimmt eine Wei­le in Anspruch. Statt einer Wein­kar­te gibt es in der Wein­kul­tur­bar ein Wein­buch. Die fünf­te und zwei­te kom­plett über­ar­bei­te­te Auf­la­ge fasst mit rund sechs Zen­ti­me­ter Dicke zwi­schen 1200 und 1300 Wei­ne. „Mehr oder weni­ger“, genau kann es Nitz­sche gar nicht sagen. „Wäh­rend das Buch gedruckt wur­de, haben wir schon wie­der neue Wei­ne ein­ge­kauft.”

Die meis­ten bekann­ten Wein­re­gio­nen sind ver­tre­ten mit einer Brei­te und Tie­fe, an der man die Lei­den­schaft des enga­gier­ten Wein­pro­fis erken­nen kann. Vom preis­wer­ten All­tags­wein für vier Euro bis zum 1982 Che­val Blanc für 1200 Euro – die Aus­wahl ist beein­dru­ckend. Damit die Wahl zur Qual wird, schreibt Nitz­sche eine Tages­post: drei, vier Emp­feh­lun­gen pro Wein­art, das Tages­ge­richt (bei­spiels­wei­se Hummer-Ananasbisque mit roten Lin­sen) sowie ein paar datums­his­to­ri­sche Infor­ma­tio­nen und die Wet­ter­vor­her­sa­ge.

Die Prei­se der Wein­kul­tur­bar sind äus­serst genuss­freund­lich kal­ku­liert. Nur sie­ben Euro Auf­schlag pro Fla­sche gegen­über dem Mit­nah­me­preis machen es dem Gast leicht, eine gan­ze Fla­sche zu ordern. Doch die meis­ten Gäs­te wol­len gar kei­ne gan­ze Fla­sche trin­ken. Sie haben mehr Spass dar­an, ver­schie­de­ne Wei­ne zu pro­bie­ren. Zwi­schen 20 und 60 Sor­ten befin­den sich immer im offe­nen Aus­schank, dar­un­ter viel Bur­gun­der und Ries­ling.

Auf­wen­di­ger Ser­vice und umfas­sen­de Bera­tung sind für ihn das Wich­tigs­te. Dazu zählt, dem Gast mit dem Pro­be­schluck die Fla­sche am Tisch zu prä­sen­tie­ren – selbst beim offe­nen Aus­schank. „Ich ver­su­che, die Gedan­ken des Gas­tes zu erha­schen“, erklärt er. „Will er Klas­sik oder Pop? Erst wenn ich das weiß, emp­feh­le ich ihm einen Wein.“

Kommentar

  • Hal­lo und Guten Abend Herr Nitz­sche, in der heu­ti­gen „SZ“ habe ich von Ihnen gele­sen. Man staund was es so gibt. Bei mir ste­hen schon seit gerau­mer Zeit 2 Fla­schen Toka­jer da, eine 1967 und eine 1985, was soll man denn damit machen? Aller­dings 2 Szamo­rod­ni. Ganz herz­li­chen Dank für Ihre Ant­wort.

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