Am 12. Februar fand der Opernball in Wien statt. Die große Frage lautete: Was trinken die Gäste? Sekt oder Champagner?
Der Wiener Opernball wird traditionell um 22 Uhr mit dem Abspielen der österreichischen Nationalhymne eröffnet. Dann heißt es „Alles Walzer“. Wer sich gern auf dem roten Teppich zeigen will, und das sind die meisten, kommt allerdings schon zwei Stunden früher und genießt es, in der Schlange vor der Tür anzustehen. Denn spätestens um 20.15 Uhr beginnt die Life-Übertragung des österreichischen Fernsehens. Die Kameras richten sich dann auf Gesichter, Frisuren, Schmuck, Roben, Schuhwerk der ankommenden Gäste. Die Kleidervorschriften beim Opernball sind streng. Bodenlange Ballkleider für die Damen und schwarzer Frack beziehungsweise Smoking für die Herren sind ein Muss. Das Tragen von Armbanduhren ist nicht gestattet.
Österreichischer Sekt steht im Mittelpunkt
Aber eine Uhr braucht es auch nicht auf dem Opernball. Wenn sich die Türen zu den Sälen und Logen öffnen, ist es genau 20.40 Uhr. Dann strömen die Gäste herein. Bevor die Fanfare ertönt, die den Beginn der offiziellen Zeremonie ankündigt, ist noch reichlich Zeit. Die ist auch nötig, um all die Schatzis und Hawaras (wienerisch für Freund) zu umarmen, zu herzen, zu knödeln, abzubusseln und mit ihnen anzustoßen – natürlich mit irgendetwas Prickelndem. Ohne Prickelndes kein Ballvergnügen. Aber womit wird angestoßen? Mit Champagner? Nicht unbedingt. Ein ungeschriebenes Gesetz will es, dass österreichischer Sekt im Mittelpunkt des Balls steht, und jedes Jahr wird ein festlicher Schaumwein aus heimischer Produktion ausgewählt, um den Gästen kredenzt zu werden. Österreich hat eine große, alte Sektkultur. Schlumberger, Kattus, Bründlmayer, Harkamp, Steininger, Madl sind landesweit berühmt für ihre hochklassigen Sekte, von denen es im Lande heißt, sie hätten Weltformat. Dieses Jahr kommt Schloss Gobelsburg mit seiner Brut Reserve die Ehre zu, den Durst der Opernballgäste zu stillen. Das Glas kostet 21 Euro.

Ohne Champagner geht es aber nicht
Da der Opernball eine glamouröse Veranstaltung ist, darf der festlichste aller Schaumweine der Welt nicht fehlen: Champagner. Dieses Jahr wurde das Champagnerhaus Bollinger ausgewählt, die Gäste zu beglücken. Seine Special Cuvée kostet 39 Euro pro Glas. Farblich noch besser macht sich – vor allem für Damen in weißer Robe – Bollingers Rosé Champagner. Kenner (und Angeber) optieren dagegen für Bollingers Spitzenprodukt La Grande Année. Beide kosten selbstverständlich ein paar Euro mehr, was angesichts des Ticketpreises von 410 Euro aber nicht groß ins Gewicht fällt. Wer gerade (oder überhaupt) im Anti-Alkohol-Modus ist, hält nichtsdestotrotz ein Champagner- oder Sektglas in der Hand, das er (oder sie) irgendwann unberührt wieder abstellt, wenn niemand hinguckt. Auch Bier und Cola werden ausgeschenkt für die, die das flüssige Kulturgut Wein geschmacklich noch nicht für sich erschlossen haben.
Champagner und Leberkäs im Falstaff Salon
Natürlich wird auch Stillwein kredenzt. Die Weingüter Mayer am Pfarrplatz, Sattlerhof, Kerschbaum, Moric, Hirtzberger und Bernhard Ott sind in 2026 ausgewählt worden, die erlauchten Gäste mit ihren Kreszenzen zu begeistern. Wer sich nicht scheut, seinen Wohlstand zu zeigen, lässt sich und seiner Begleitung an einer speziellen Bar Lafite-Rothschild, Cheval Blanc, Sassicaia oder Pétrus einzuschenken. Auch ein Wein vom ungeliebten Nachbarn Deutschland ist dabei: die Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese von Joh. Jos. Prüm. Nochmal zurück zum Champagner: Ausgebuffte Champagnerfreunde treffen sich in dem mit rotem Samt ausgeschlagenen Falstaff Salon im 3. Stock der Oper. Dort schenken die Sommeliers des benachbarten Hotels Imperial 30 Champagner by the glas aus, darunter Dom Pérignon 2015 und Louis Roederer Collection 246. Dazu gibt es als zünftigen Snack eine Leberkäs-Semmel vom „Leberkas Pepi“. Der Linzer Metzger ist längst auch in Wien eine Institution, er hat inzwischen sogar in London eine Filiale eröffnet. Mehr zu beißen gibt es im Orchestergraben, wo Heinz Reitbauer (Restaurant Steirereck, Wien), Thomas Dorfer (Landhaus Bacher, Mautern) und Josef Floh (Gastwirtschaft Floh, Langenlebarn) ihre Signature Dishes anbieten.







































































