Das renommierte VDP-Weingut von Hövel an der Saar hat zum 31. Januar 2025 seine Tätigkeit eingestellt. Gründe für die Schließung wurden nicht genannt. Es ist aber kein Geheimnis, dass Mosel und Saar besonders hart unter den US-Zöllen leiden. 43 bis 47 Prozent der Moselweine werden in die USA exportiert. Das ist die Hälfte alle USA-Exporte von deutschem Wein. Zugleich geht der Inlandskonsum an Wein merklich zurück, besonders der Riesling-Konsum. Mit seiner starken Riesling-Orientierung (62 Prozent des Rebsortiments) leidet die Mosel mehr als andere Regionen unter dem Rückgang. Die steigenden Kosten (u.a. der gestiegene Mindestlohn) dürfte ebenfalls die Krise verstärkt haben. Vor allem aber gab es innerhalb der Familie von Kunow, den Eigentümern, Unstimmigkeiten über die Bewertung der Rebflächen (samt der Zukäufe) nach dem Tod des Patrons Eberhardt von Kunow im Oktober 2025.
Das Aus für das traditionsreiche Weingut kommt auch für Insider überraschend. Selbst der VDP erfuhr erst kürzlich von dem Ende der Aktivitäten. Nach dem Weingut Dr. Wagner, das im Sommer 2025 verkauft wurde und seinen Betrieb einstellte, ist von Hövel das zweite VDP-Weingut an der Saar, das schließt. Die Schließung ist umso bedauerlicher, als die Weine unter Maximilian von Kunow, der das Gut seit 2011 leitet, einen deutlichen Aufschwung genommen haben. Mit seinem 2024er Saar Riesling trocken belegte von Hövel erst kürzlich den ersten Platz in der „Kategorie Riesling trocken“ in der Weinzeitschrift VINUM. Die Großen Gewächse vom Scharzhofberg und der Monopollage Oberemmeler Hütte gehören seit Jahren schon zu den besten Weinen des Anbaugebiets. Und erst im letzten Jahr war mit Paul Truszkowski ein neuer Gutsdirektor eingestellt worden.






































































