Der zur Hawesko-Gruppe gehörende Weinhändler Tesdorpf in Hamburg machte letzte Woche ein Sondermailing an seine Privatkunden: Er bot den 2022er Jahrgang des noblen australischen St. Henri Shiraz von Penfolds für 79,90 Euro an – statt der regulären 110 Euro. Von den einschlägigen Weinkritikern wurde der Australier durchweg mit 96/100 Punkten bewertet, was zeigt, dass es sich bei dem Wein nicht um einen kleinen Jahrgang oder gar um einen Ladenhüter handelt. Der St. Henri Shiraz ist einer von vier Ultra Premium Weinen des australischen Weinriesen. Im Gegensatz zum berühmten Grange ist er nicht in Barriques, sondern in großen, alten Holzfässern ausgebaut und gilt als dessen „leiseres“ Gegenstück. Die Trauben für ihn stammen dem Barossa Valley, aus McLaren Vale und aus Pathaway. Das Angebot gilt, solange der Vorrat reicht. Aber wenn der Vorrat aufgebraucht ist, wird man den St. Henri Shiraz bei Mitbewerbern zu einem ähnlichen Preis erstehen können. Das Weinpalais in Köln bietet ihn bereits jetzt für 79 Euro an. Bei Farr Vintners, einer größten und bestsortiertesten Weinimporteure in London, kostet die Flasche umgerechnet sogar nur 63 Euro (im 6er Pack). Damit wird klar, dass die Aktion nicht vom Handel, sondern vom Erzeuger, also Penfolds, ausgeht. Sie zeigt, dass es an der Preisfront für teure Premiumweine zu bröckeln beginnt.








































































