Portwein online kaufen: Daran lassen sich gute Portweine erkennen

Portwein erfreut sich wachsender Beliebtheit. Auch junge Leute legen sich gern ein paar Flaschen in den Keller – für sich und für ihre Kinder.

Port gehört zu den lang­le­bigs­ten Wei­nen der Welt. Er kann locker 20 und mehr Jah­re rei­fen – auch 50. Portwein-Spezialisten trin­ken ein Gläs­chen gern zu Blau­schim­mel­kä­se oder zu Nüs­sen. Ande­re legen sich den Geburts­jahr­gang ihrer Kin­der in den Kel­ler, um die Fla­sche spä­ter, wenn aus den Kin­dern Erwach­se­ne gewor­den sind, zu öff­nen. Wich­tig dabei ist: Der Port­wein muss gut sein, am bes­ten von höchs­ter Qua­li­tät.

Zur Geburt des Kindes einen Portwein kaufen

Gemäß einer aus dem Alter­tum über­lie­fer­ten Tra­di­ti­on soll ein Vater zur Geburt sei­nes Soh­nes oder einer Toch­ter eine gute Fla­sche Port­wein des­sel­ben Jahr­gangs kau­fen, um ihn dann 21 Jah­re lang zu lagern. Am 21. Geburts­tag des Soh­nes wird die Fla­sche Port von bei­den geköpft. Der Fla­schen­hals wird dazu nach alter Tra­di­ti­on mit einer glü­hen­den Kaminzan­ge erhitzt. Ein Faden, der zuvor in Eis­was­ser getränkt wur­de, wird im nächs­ten Schritt um den Fla­schen­hals gelegt. Da Glas solch gro­ße Tem­pe­ra­tur­sprün­ge nicht ver­trägt, springt es. Das Beson­de­re dar­an ist, dass das Glas am Fla­schen­hals kreis­för­mig springt. Der Fla­schen­kopf kann mit dem im Fla­schen­hals ste­cken­den Kor­ken zumeist split­ter­frei abge­bro­chen wer­den. Im Anschluss genie­ßen Vater und Sohn die Fla­sche Port und las­sen die letz­ten 21 Jah­re Revue pas­sie­ren.

Die Geschichte des Portweins

Port stammt aus dem Dou­ro­tal in Por­tu­gal. Wie so oft in der Geschich­te des Weins waren auch bei ihm Mön­che der Quell der Erfin­dung, und zwar gegen Ende des 17. Jahr­hun­derts. Namens­ge­ber war die wun­der­vol­le Hafen­stadt Por­to. Dort befan­den (und befin­den) sich die gro­ßen Kel­ler der Port­wein Com­pa­nies, in denen der Wein lagert. Ent­deckt wur­de der Port­wein von eng­li­schen Kauf­leu­ten, die einen „wär­men­den“ Wein für die lan­gen Win­ter in den kal­ten Häu­sern der Lon­do­ner Vor­städ­te such­ten. Nach­dem ein eng­li­scher Wein­händ­ler einen Mit­ar­bei­ter nach Por­to ent­sandt hat­te, um dort nach einer Ergän­zung für den auf der Insel so belieb­ten Bor­deaux zu suchen, gelang­ten 1678 die ers­ten Fäss­chen Por­to nach Eng­land. Schnell waren sei­ne Lands­leu­te von den Vor­zü­gen des Port­weins über­zeugt. Von Lon­don aus star­te­te dann der Sie­ges­zug von The Englishmen’s Wine, wie der Port­wein fort­an genannt wur­de, um die gan­ze Welt.

So entstehen Portweine

Die Her­stel­lung von Port­wein wird bis heu­te streng kon­trol­liert und ist genaus­tens defi­niert. Auf einem fest­ge­leg­ten Gebiet im Dou­ro­tal stel­len rund 30.000 klei­ne Win­zer Port­wein her. Die Gesamt­flä­che beträgt rund 330 Qua­drat­ki­lo­me­ter. Die Klas­si­fi­zie­rung erfolgt in sechs ver­schie­de­nen Qua­li­täts­ka­te­go­ri­en. Die­se defi­nie­ren sich nach Boden­typ, Zustand der Reben, Mikro­kli­ma, Lage und Reb­sor­ten. Dem gären­den Wein wird 80-prozentiger Wein­brand zuge­ge­ben, um die Gärung zum Still­stand zu brin­gen. Der Alko­hol tötet die im Wein ent­hal­te­nen Hefe­bak­te­ri­en ab. Der Wein ent­hält dann noch 40 bis 60 Gramm unver­go­re­nen Zucker, so dass ihm eine kräf­ti­ge Rest­süs­se ver­bleibt. Im Fach­jar­gon bezeich­net man die­se Vor­ge­hens­wei­se als auf­spri­ten. Der Alko­hol­ge­halt trink­fer­ti­ger Port­wei­ne liegt dann am Ende zwi­schen 19 und 22 % Vol.. Beson­ders gut wird Port­wein, wenn die Trau­ben mit den Füßen gestampft wer­den. Klei­ne Win­zer­be­trie­be ver­fah­ren auch heu­te noch nach die­ser alten Tra­di­ti­on. Die Lie­be zum Detail spie­gelt sich am Ende in der Qua­li­tät des Pro­dukts wider.

Daran erkennt man hochwertigen roten Portwein

Heut­zu­ta­ge wer­den Port­wei­ne in ver­schie­de­nen Ver­fah­ren pro­du­ziert. Dabei spie­len die Qua­li­tät und der Jahr­gang eine wich­ti­ge Rol­le. Wich­tig für den Geschmack roten Port­weins sind Gerb- und Farb­stof­fe. Die­se befin­den sich in den Scha­len der Bee­ren. Kate­go­ri­siert in unter­schied­li­che Rei­fe­gra­de und Qua­li­täts­stu­fen wer­den Vin­ta­ge Ports in die höchs­te Qua­li­täts­stu­fe klas­si­fi­ziert. Jeder Port­wein lagert für min­des­tens zwei Jah­re im Holz­fass. Nach zwei Jah­ren wird ent­schie­den, ob aus ihm ein Vin­ta­ge (Jahrgangs-Port), ein Taw­ny oder ein ein­fa­cher Ruby wird. Ein Vin­ta­ge kommt füh auf die Fla­sche und kann dort jahr­zehn­te­lang rei­fen. Ein Taw­ny reif­te 5, 10, 20 oder mehr Jah­re im Holz­fass, bevor er in den Ver­kauf kommt. Ein Ruby kommt gleich auf die Fla­sche und ist zum sofor­ti­gen Genuss bestimmt. Für Taw­nys und Vin­ta­ge Ports gilt, dass, je län­ger sie gela­gert wer­den, des­to hel­ler sie auch in der Far­be wer­den. Jahr­zehn­te lang gela­ger­te Vin­ta­ge Ports sind am Ende maha­go­nib­raun oder sogar bern­stein­gelb. Kurz gela­ger­te Port­wei­ne wie der Ruby sind dage­gen dun­kel­ru­bin­rot.

Weißer Portwein ist deutlich weniger süß

Neben roten Port gibt es auch wei­ßen Port­wein. Er wird aus wei­ßen Trau­ben her­ge­stellt. Zu den wich­tigs­ten zäh­len Fol­go­sao, Gou­veio sowie Encruz­ado. White Port, wie er in Fach­krei­sen bezeich­net wird, ist weni­ger süß als roter Port­wein. Dafür zeich­net er sich durch eine fruch­tig leich­te, aber fri­sche Geschmacks­no­te aus. Im Gegen­satz zu rotem Port­wein wird wei­ßer Port­wein gut gekühlt ser­viert. Vie­le wei­ße Port­wei­ne rei­fen eini­ge Zeit in Eichen­holz­fäs­sern. Wäh­rend die­ser Rei­fe­zeit erhal­ten sie ihre gold­gel­be Far­be und neh­men das leicht nus­si­ge Aro­ma der Eichen­holz­fäs­ser an

Portwein ist kein Dessertwein

Port­wei­ne wer­den häu­fig stief­müt­ter­lich behan­delt. Und miss­ver­stan­den. Nur weil sie süß sind, sond sie noch lan­ge kei­ne Des­sert­wei­ne. Sie besit­zen die wun­der­ba­re Eigen­schaft, sich per­fekt mit den Aro­men von Käse, von Nüs­sen und von Tro­cken­früch­ten zu ver­ei­nen. Ins­be­son­de­re Gor­gon­zo­la, Roque­fort, Bergader-Edelpilz Käse sowie vie­len wei­te­ren Blauschimmel-Käse pas­sen bes­tens zum Port­wein – egal ob rot oder weiß.

Profi-Tipp: Sal­zi­ge Käse­sor­ten ver­lan­gen nach edel­sü­ßen Wei­nen oder nach Wei­nen, die deut­lich mehr Säu­re in sich tra­gen als Port. Cre­mi­ge Käses ver­lan­gen eben­falls säu­re­be­ton­te Wei­ne. Hart­kä­se­sor­ten ver­lan­gen kräf­ti­ge, tan­nin­rei­che Wei­ne, kei­nen Port­wein.

Fak­ten­wis­sen: Um hoch­wer­ti­ge Port­wei­ne vor Licht­ein­fall zu schüt­zen, wer­den sie aus­schließ­lich in spe­zi­el­len Fla­schen aus dunk­lem Glas abge­füllt. Port­wei­ne in durch­sich­ti­gen Glas­fla­schen spre­chen also nicht für Qua­li­tät und sind defi­ni­tiv von min­de­rer Qua­li­tät.

 

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