Die französische Gruppe Pommery & Assiociés ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Eine im Mai 2026 fällige 45 Millionen Euro-Anleihe konnte nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden. Eine Insolvenz wurde jedoch abgewendet, weil die Gläubiger einer Verlängerung der Anleihefrist um ein Jahr zugestimmt haben. In dieser Zeit will die börsennotierte Gruppe (Hauptgesellschafter: die Compagnie Vranken, die 70 Prozent der Anteile hält) das Geschäft konsolidieren und den enormen Schuldenberg durch Verkäufe reduzieren. Neben der Prestigemarke Champagne Pommery gehören zum Unternehmen die Champagnermarken Charles Lafitte, Bissinger, Vranken und Madame Pompadour sowie die Portweinmarken Rozès und San Pedro. Champagne Heidsieck & Monopole wurde bereits an Lanson verkauft.
Angesichts schrumpfender Märkte und anhaltender Kostensteigerungen reicht den Gläubigerbanken die Veräußerung von weiteren Vermögenswerten aber nicht aus. Sie drängen auf frisches Kapital. Dieses könnte von der zur Oetker-Collection gehörenden Gruppe Henkell Freixenet kommen. Sie stände bereit, die Mehrheit der Pommery-Aktien zu übernehmen. Allerdings sind die Gespräche über eine strategische Übernahme derzeit noch in vollem Gange. Henkell Freixenet ist die größte Schaumweinholding der Welt. Neben den deutschen Sektmarken (Henkell, Fürst von Metternich, Söhnlein Brillant, Kupferberg) sowie der spanischen Cava-Marke Freixenet befinden sich noch Champagne Alfred Gratien und Prosecco Mionetto im Portefeuille des Wiesbadener Getränkemultis. Vor allem der Prosecco hat das Umsatzwachstum von Henkell Feixenet in den letzten Jahren in die Höhe schnellen lassen.



















































