Portrait Franken

Paul Weltner: Sylvaner aus dem fränkischen Rödelsee

Paul Weltner mit Hunden
Paul Weltner ist jung, ehrgeizig und Franke. Umso überraschender ist es, dass er seinen Silvaner bewusst altmodisch mit „y“ schreibt. Aber der Inhalt seiner Bocksbeutel unterscheidet sich nun einmal deutlich von anderen Silvanern. Manche tun sich schwer mit ihnen. Die Top-Gastronomie ist dagegen auf seiner Seite. Stefan Krimm über einen Winzer, der sich in die Spitzen Frankens vorgearbeitet hat.

Paul Welt­ner ist jung, ehr­gei­zig und Fran­ke. Umso über­ra­schen­der ist es, dass er sei­nen Sil­va­ner bewusst alt­mo­disch mit „y“ schreibt. Aber der Inhalt sei­ner Bocks­beu­tel unter­schei­det sich nun ein­mal deut­lich von ande­ren Sil­va­nern. Man­che tun sich schwer mit ihnen. Die Top-Gastronomie ist dage­gen auf sei­ner Sei­te. Ste­fan Krimm über einen Win­zer, der sich in die Spit­zen Fran­kens vor­ge­ar­bei­tet hat.

Paul Weltner mit HundenPaul Welt­ner ist in den elf Jah­ren, in denen er sein vom Vater über­nom­me­nes acht-Hektar-Weingut in Rödel­see lei­tet, zu einem der bes­ten Silvaner-Produzenten in Fran­ken gewor­den. Die Lie­be zu die­ser Reb­sor­te ist auf dem Gut „eine alte Geschich­te“: schon der Urgroß­va­ter hat­te sie zu Zei­ten, in denen noch der gemisch­te Satz domi­nier­te, unver­mischt ste­hen.

Aller­dings ist Welt­ners Syl­va­ner, den er bewusst alt­mo­disch mit „y“ schreibt, anders als die moder­nen, meist fet­ten Wei­ne aus die­ser Sor­te. Er ist schlank und geschmei­dig, auch im hohen Prä­di­kats­be­reich. Statt Fül­le besitzt er Span­nung.  „Span­nung hat ein Wein nur, wenn er kei­ne Über­rei­fe mit­bringt“, sagt Welt­ner pro­gram­ma­tisch. In den ers­ten Jah­ren sind sei­ne Syl­va­ner manch­mal etwas reduk­tiv. Aber sie sind ent­wick­lungs­fä­hig – bis hin zum gro­ßen gereif­ten Wein.

Gera­de auch bei sei­nem Gro­ßen Gewächs wird bewusst nicht zum letzt­mög­li­chen Zeit­punkt gele­sen. 12,5 Pro­zent Alko­hol sind ihm lie­ber als 13,5 Pro­zent. Dahin­ter ver­birgt sich eine Front­stel­lung gegen den Trend zur frü­hen har­mo­ni­schen Fül­le und Frei­gie­big­keit. „Voll­rei­fe bedeu­tet immer eine gewis­se Annä­he­rung der Pro­fi­le, so dass eine Spät­le­se vom Muschel­kalk ähn­lich schmeckt wie eine vom Keu­per. Jun­ge Wei­ne soll­ten nicht zu viel exo­ti­sche Früch­te, Brei­te und Mol­lig­keit zei­gen.“

Dabei weiß er, dass gera­de sol­che Wei­ne bei Ver­kos­tun­gen sehr über­zeu­gen kön­nen. „Aber ich möch­te Gewäch­se mit Poten­zi­al haben, die eine gewis­se Rei­fung zulas­sen. Voll­reif gele­se­ne Wei­ne sind oft schon gleich nach der Abfül­lung auf ihrem Höhe­punkt – und danach geht es, wenn auch viel­leicht lang­sam, nur noch abwärts!“

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