Panaiotis: „1996 war kein Jahrhundert-Jahrgang“

Frederic Panaiotis
Frederic Panaiotis
Frédéric Panaiotis, Önologe von Champagne Ruinart, hat sich kritisch über das Marketing der Champagnerhäuser geäußert.

Es gäbe „zu vie­le Jahrhundert-Champagner“ klag­te er kürz­lich auf einer Ver­an­stal­tung in Lon­don und mahn­te mehr Vor­sicht an bei der Bewer­tung von Jahr­gän­gen. Als Bei­spiel nann­te er den Jahr­gang 1996. „1996 ist ein Jahr­gang, der hoch­ge­schrie­ben wur­de. Die Wein­ma­cher der Cham­pa­gner­häu­ser wuss­ten, dass es ein guter Jahr­gang ist. Aber die Marketing-Leute und die Jour­na­lis­ten erzähl­ten, was die Öffent­lich­keit ger­ne hören woll­te. Ein rie­si­ger Hype ent­stand, und was ist jetzt? Nur weni­ge 1996er Jahrgangs-Champagner sind außer­ge­wöhn­lich, die Mehr­heit ist es nicht.“

Champagner Ruinart Rose BrutDie Kri­tik rich­tet sich also auch gegen die Pres­se: „Zu vie­le Schrei­ber sehen die Cham­pa­gne durch die Bril­le von Bor­deaux.“ Dies sei beson­ders in 2013 zu spü­ren, in Bor­deaux einer der schwächs­ten Jahr­gän­ge der letz­ten 20 Jah­re, in der Cham­pa­gne dage­gen einer der sehr guten Jahr­gän­ge: „Trotz rela­tiv spä­ter Lese sind wir dem Regen weit­ge­hend ent­kom­men, und der Som­mer war warm, nicht heiß“, erklärt er. „Die Cham­pa­gne war 2013 eine der geseg­nets­ten Wein­re­gio­nen Frank­reichs.“

Über den Autor
Jens Priewe stammt aus Schleswig-Holstein. Nach dem Stu­di­um der Wirtschafts- und Sozi­al­ge­schich­te arbei­te­te er zwei Jahr­zehn­te als poli­ti­scher und wirt­schafts­po­li­ti­scher Jour­na­list für Nach­rich­ten­ma­ga­zi­ne und Zeit­schrif­ten. Danach wid­me­te er sich dem Wein, schrieb meh­re­re Bücher und grün­de­te 2010 mit ande­ren Gesell­schaf­tern zusam­men Weinkenner.de.

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