Diesmal ist ein Chardonnay unser Wein des Monats März. Er kommt gerade richtig zur bevorstehenden Spargelsaison.
Dass die Sorte Chardonnay in Deutschland gut gedeiht, hat sich seit einiger Zeit bei Winzern und Weintrinkern herumgesprochen. Entsprechend häufig wird Chardonnay kultiviert, speziell in Rheinhessen. Appenheim, Ingelheim, Dittelsheim, Flörsheim-Dalsheim sind Chardonnay-Hotspots geworden, zunehmend auch Westhofen. Dreissigacker, Weedenborn, Gutzler, Wittmann haben, um ein paar prominente Beispiele aus dem Ort zu nennen, Chardonnay-Weine im Sortiment. Auch das Weingut Seehof hat erkannt, dass die Sorte auf dem Kalkriff, auf dem die Weinberge Westhofens wachsen, nicht nur der Riesling ungewöhnlich gute Weine hervorbringt. Die ersten Chardonnay-Reben hatte Florian Fauth, der Winzer, schon vor 13 Jahren gepflanzt. Der Wein gelang so gut, dass er ihn in burgundischer Manier (biologischer Säureabbau, Tonneaux-Ausbau) vinifizierte und als hochklassigen Lagen-Chardonnay in den Handel brachte. Vor fünf Jahren pflanzte er dann die Sorte in der Riesling-Lage Aulerde nach, einer „Großen Lage“. Im letzten Jahr kam der erste Wein von dort auf den Markt. Da die Reben noch jung sind, bot Fauth ihn als einfachen Gutswein zu einem entsprechend günstigen Preis an. Der Handel ließ sich nicht lange bitten, rund ein Dutzend Händler nahm ihn sofort ins Sortiment auf.
Als einfacher Gutswein etikettiert
Der 2025er ist der zweite Jahrgang, den es von diesem Wein gibt. Gutswein auch er, aber noch expressiver als der Vorgänger. In der Nase Birne und Banane, am Gaumen druckvoll mit salzig-mineralischer Komponente, im Finale vanillig-cremig. 80 Prozent der Trauben kommt aus der Lage Aulerde, 20 Prozent aus der etwas tiefer befindlichen Lage Steingrube, die wegen ihrer lehmig-kalkhaltigen Böden eher für Burgundersorten prädestiniert ist. Diese Partie wurde in Holzfässern ausgebaut. Der Gutswein ist besser als die meisten deutschen „Stahltank“-Chardonnays. Er ist saftig, packend und schon im jungen Stadium ungemein verführerisch. Zu weißem Spargel mit zerlassener Butter oder mit einer Beurre Blanc ist er ein fast luxuriöser Begleiter, der für kleines Geld zu haben ist.
Der Seehof: inmitten der Rebenmeere gelegen
Westhofen befindet sich mitten in Rheinhessen weitab vom Rhein und von irgendwelchen Gewässern. Der Ort hat 3.300 Einwohner und liegt inmitten der Rebenmeere des Wonnegau. Der Name Seehof, den das Weingut trägt, verdankt sich aber nicht der Rebenmeere, sondern einer sprudelnden Quelle mitten im Ort, aus der 5000 Kubikmeter Wasser pro Tag strömen. Das Wasser kommt aus schätzungsweise 10.000 Meter Tiefe im Erdinneren, hat Mineralwasserqualität und ganzjährig eine Temperatur von 9° Celsius. Sie gilt als die größte Naturwasserquelle Rheinhessens. Das Wasser läuft als Seebach bei Worms in den Rhein. Gutes Wasser, guter Wein – heißt eine alte Winzerweisheit.
2025 Chardonnay trocken, Weingut Seehof
Preis: 9,20 Euro









































































