Ostdeutschland lohnt sich auch für Weinkenner

Für Wein­lieb­ha­ber sind die meis­ten Regio­nen Ost­deutsch­lands ein wei­ßer Fleck auf der Land­kar­te. Nur zwei der 13 deut­schen Wein­an­bau­ge­bie­te befin­den sich hier:

Saale-Unstrut und Sach­sen.

An Saa­le und Unstrut, wo bereits seit mehr als 1.000 Jah­ren Wein ange­baut wird, macht der Muschel­kalk­bo­den den Wein beson­ders weich, aber Spät- oder Aus­le­sen fin­det man im Sor­ti­ment der hie­si­gen Win­zer nicht.

Die­se Wein­re­gi­on zieht sich übri­gens von Thü­rin­gen bis hoch nach Wer­der in Bran­den­burg. Drei Vier­tel der Reb­flä­che ist übri­gens für Weiß­wein reser­viert.

Noch höher ist der Anteil an Weißwein-Rebsorten im Anbau­ge­biet Sach­sen – mehr als 80 Pro­zent. Hier wur­de vor mehr als 200 Jah­ren die ers­te euro­päi­sche Win­zer­schu­le eröff­net.

Die Wei­ne sind tro­cken, haben aber eine mar­kan­te fruch­ti­ge Säu­re. Es wer­den vor allem Müller-Thurgau, Ries­ling, Wei­ßer Bur­gun­der, Grau- und Spät­bur­gun­der ange­baut. Aber auch die Elbtal-Schaumweine aus Rade­beul sind eben­so ein Genuss wie die frisch-feinfruchtigen Meiß­ner Wei­ne.

Kleines Gebiet, große Weine

An Saa­le und Unstrut wur­den im Jahr 2017 rund 55.600 Hek­to­li­ter Wein erzeugt. Damit stieg die Pro­duk­ti­on im drit­ten Jahr in Fol­ge an, was kei­ne ande­re Regi­on in Deutsch­land von sich behaup­ten kann.

Auch nicht Sach­sen, wo im ver­gan­ge­nen Jahr etwa halb so viel abge­füllt wur­de wie im Gebiet Saale-Unstrut. Etwa drei Dut­zend Wein­gü­ter gibt es in die­sen bei­den Wein­an­bau­ge­bie­ten – ein Bruch­teil des­sen, was bei­spiels­wei­se in Rhein­hes­sen ansäs­sig ist. Dort wer­den dem­nach auch mehr als zwei Mil­lio­nen Hek­to­li­ter pro Jahr erzeugt.

Jeder Deut­sche trinkt im Durch­schnitt 21 Liter Wein pro Jahr. Knapp zwölf Pro­zent tun dies mehr­mals im Monat, drei Pro­zent min­des­tens ein­mal pro Woche. Je rund acht Pro­zent des Wein­ab­sat­zes fin­det in Thü­rin­gen und Sach­sen bzw. dem Nord­os­ten der Repu­blik statt, was genau dem Anteil an der deut­schen Bevöl­ke­rung ent­spricht.

Berlin ein Hotspot für Weinliebhaber?

In Ber­lin wer­den vier Pro­zent der Wei­ne in Deutsch­land ver­kauft. Ob ihn die Ber­li­ner wie in ande­ren Tei­len der Bun­des­re­pu­blik zu 76 Pro­zent im Super­markt kau­fen, ist uns nicht bekannt. Es gibt hier aber auch eini­ge Wein­händ­ler, die nicht nur mit edlen Trop­fen, son­dern auch mit inter­es­san­ten Zusatz­an­ge­bo­ten locken.

Blick auf das Brandenburger Tor Berlin

Dazu gehört “Pla­net Wein” in der Moh­ren­stra­ße in Berlin-Mitte. Hier gibt es Wei­ne aus aller Welt von 5 bis 3.000 Euro.

Das “phi­no­vi­le Abend­pro­gramm” reicht von Käse und Wein aus Deutsch­land über Grund­kur­se mit Wein­ba­sics bis hin zu “Was passt zu Gans & Co.?

Die Events begin­nen bei 30 Euro. Zudem kann man im Laden oder Online­shop ein Wein­abo abschlie­ßen und sich dann monat­lich mit einer Fla­sche der aktu­ells­ten Planet-Wein-Entdeckung über­ra­schen las­sen.

Innovative Konzepte in der deutschen Hauptstadt

Seit mehr als 30 Jah­ren bie­tet die “Wein und Glas Com­pa­gnie” in Berlin-Wilmersdorf vor allem deut­sche Wei­ne, aber auch sol­che aus Frank­reich, Ita­li­en, Spa­ni­en und Öster­reich an.

Dar­un­ter befin­den sich auch eini­ge Spit­zen­wei­ne. Regel­mä­ßig sind Win­zer zu Gast und stel­len ihre Pro­duk­te vor.

Mit Wein­se­mi­na­ren von Ein­stei­ger bis Exklu­siv und Ver­kos­tun­gen locken die Besit­zer die Ber­li­ner Wein­lieb­ha­ber in ihren Laden. Wer fran­zö­si­sche Wei­ne und Käse mag, der fährt zu “Chez Bru­no” in Berlin-Wilmersdorf. Natür­lich gibt es hier auch Cham­pa­gner.

Stan­des­ge­mäß ist der Inha­ber selbst Fran­zo­se und pflegt gute Kon­tak­te zu Win­zern in sei­ner Hei­mat.

Hammers Weinbr Außenansicht
Bild­quel­le: hammers-wein.de

“Ham­mers Wein­kost­bar” in der Kreuz­ber­ger Kör­te­stra­ße set­zen auf ein Bar-Food-Konzept. Hier kann man nicht nur Wein ver­kos­ten und kau­fen, son­dern auch exqui­si­ten Roh­milch­kä­se, Ril­let­tes, Wurst und Schin­ken.

Selbst­ge­ba­cke­ner Kuchen und def­ti­ge Sup­pen run­den das Feinkost-Angebot ab. Das Wein­zim­mer kann für pri­va­te oder geschäft­li­che Fei­er­lich­kei­ten gebucht wer­den, bei denen der Genuss im Vor­der­grund steht.

Ber­lin ist also auch für Wein­lieb­ha­ber immer eine Rei­se wert.

 

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