Am 4. März ist der österreichische Ausnahmewinzer Anton Kollwentz gestorben. Er wurde 86 Jahre alt. Aus seinem Weingut Römerhof im burgenländischen Großhöflein kamen bereits in der Zeit vor dem Glykolskandal Weine, die Österreich bewegten und vielen Weingenießern und Gastronomen die Augen öffneten. Mitte der 1960er Jahre erreichte Kollwentz mit seinem Zweigelt Qualitäten, die es ihm erlaubten, den Wein reinsortig abzufüllen. Bald darauf stand er in den Spitzenrestaurants am Arlberg auf den Weinkarten. In den 1970er Jahre gelang ihm das gleiche Kunststück mit dem Blaufränkischen, der damals noch die bestgehasste Sorte im Burgenland war. In den 1980er Jahren führte Kollwentz den unter Österreichs Winzern bis dahin noch unbekannten biologischen Säureabbau bei Rotweinen ein. Er erstritt eine Sondergenehmigung für den Anbau der Cabernet Sauvignon, die in Österreich damals noch nicht zum Anbau gelassen war, und löste so den Cabernet Sauvignon-Hype der 1990er Jahre aus. Mehr noch: Die Kollwentz-Weine waren durchgegoren. Eine Restsüße, die bis zum Glykolskandal fast alle österreichischen Rotweine auszeichnete, lehnte Kollwentz strikt ab. Er war ein echter „Rotweinpionier“ des Burgenlands.
Im Jahre 2003 übergab Kollwentz das Weingut an seinen Sohn Andi, der die Fußstapfen, die sein Vater hinterließ, mit Bravour ausfüllte. Heute umfasst der Römerhof 25 Hektar Reben, vorwiegend am Leithaberg. An dessen Fuß befinden sich die Lagen für die berühmten Blaufränkisch-Weine Steinzeiler, Point, Setz sowie die Zeigelt-/Blaufränkisch-Cuvée Eichkogel und den Cabernet Sauvignon. In den hohen Lagen Tatschler, Katterstein, Gloria und Spiegeln hat Andi Kollwentz Chardonnay gepflanzt, teilweise in Stockkultur. Alle diese Weine bauen auf dem auf, was Vater Anton geschaffen hat. Sie gehören zu den absoluten Spitzen Österreichs und genießen auch in Deutschland einen hervorragenden Ruf.








































































