Degustationen Piemont

Noch nie so gut wie heute: die Weine von Angelo Gaja

Drei Weine von Angelo Gaja
Drei Weine von Angelo Gaja
Ende November war Jens Priewe im Piemont. Er kam, wie jedes Jahr, wegen der Trüffel. Sie waren hervorragend und teuer. Außerdem schaute er bei Angelo Gaja vorbei. Dessen Weine sind ebenfalls teuer. Aber diesmal waren sie auch unverschämt gut.

Ende Novem­ber war Jens Priewe im Pie­mont. Er kam, wie jedes Jahr, wegen der Trüf­fel. Sie waren her­vor­ra­gend und teu­er. Außer­dem schau­te er bei Ange­lo Gaja vor­bei. Des­sen Wei­ne sind eben­falls teu­er. Aber dies­mal waren sie auch unver­schämt gut.

Drei Weine von Angelo Gaja
Drei Wei­ne von Ange­lo Gaja

Jedes Jahr im Novem­ber rei­se ich mit einer klei­nen Grup­pe von Wein­lieb­ha­bern ins Pie­mont. Wir wol­len Baro­lo und Bar­ba­res­co genie­ßen, die bekann­tes­ten Rot­wei­ne der Regi­on. Natür­lich auch den wei­ßen Arn­eis, den Bar­be­ra, den Roero. Ein Glas süßer Mos­ca­to d’Asti darf auch nicht feh­len. Außer­dem wol­len wir gut essen und den wei­ßen Trüf­fel nicht nur in homöo­pa­thi­schen Dosen zu uns neh­men.

Man­che mei­ner Gäs­te sind noch nie im Pie­mont gewe­sen. Die­se Regi­on um Turin ken­nen sie durch die Piemont-Kirsche (die es nicht gibt), durch Gaja und durch den Alba-Trüffel (der übri­gens zu 90 Pro­zent aus der Emilia-Romagna, der Tos­ka­na, aus den Mar­ken und aus Istri­en kommt, schät­zungs­wei­se). Und wenn sie schon mal in Alba sind, dann möch­ten sie auch erle­ben, wie man den berühm­ten Trüf­fel sucht. Oder bes­ser: fin­det. Ver­ständ­lich.

Auf Trüffelsuche – aber ohne Schwein

Trüffelsuche mit Hund
Trüf­fel­su­che mit Hund

Zu die­sem Zweck habe ich Ezio ein­ge­spannt. Er ist Trüf­fel­su­cher. Wir ken­nen uns seit 15 Jah­ren, und genau­so lan­ge nimmt er mich mit auf Trüf­fel­su­che. Mei­ne Gäs­te auch. Aller­dings ist, wenn wir uns irgend­wo am Wald­rand tref­fen, die Ent­täu­schung erst mal rie­sen­groß, dass er nicht mit einem Schwein kommt. Er hat nur ein klei­nes, mick­ri­ges Hünd­chen dabei. „Boah“, ent­fuhr es dies­mal einem Gast. Die­ses Tier­chen soll die teu­re Knol­le fin­den?

Die Skep­sis bleibt, selbst nach­dem die unan­sehn­li­che Pro­me­na­den­mi­schung den ers­ten Trüf­fel erschnüf­felt hat und mit den Vor­der­pfo­ten zu schar­ren beginnt. Alle sind fest über­zeugt, die Knol­le sei vor­her ver­bud­delt wor­den, um sie hin­ter­her leich­ter zu fin­den. Ich las­se sie in dem Glau­ben. Ich sage nur: Der wei­ße Trüf­fel wird nie mit Schwei­nen, immer mit Hun­den gesucht, und nicht etwa mit Ras­se­hun­den wie Fox­ter­ri­er, Rau­haar­da­ckel oder Irish Set­ter, son­dern mit Kreu­zun­gen irgend­wel­cher Stra­ßen­kö­ter.

Hunde haben die bessere Nase

Butternudeln mit Trüffeln
But­ter­nu­deln mit Trüf­feln

Spe­zi­ell für deut­sche Ohren ist die­ses Argu­ment befremd­lich. Es klingt wie: Zer­beul­ter Fiat schlägt neu­es BMW-Coupé. Die Wahr­heit ist: Die klei­nen, oft wild gescheck­ten Vier­bei­ner haben häu­fig das bes­se­re Riech­or­gan. Sie kön­nen einen Trüf­fel noch einen hal­ben Meter unter der Erde erschnüf­feln. Die bes­ten Exem­pla­re, sagt Ezio, fin­den Trüf­fel im Wert von bis zu 20.000 Euro pro Sai­son.

Nach der (meist ergie­bi­gen) Trüf­fel­su­che nimmt Ezio uns mit zu sich nach Hau­se. Sei­ne Frau hat car­ne cru­da (Tatar vom pie­mon­te­si­schen Kalb) und But­ter­nu­deln vor­be­rei­tet, er selbst hobelt den fri­schen Trüf­fel dar­über. „All’abbondante?“ fragt er mich, was soviel wie „reich­lich“ bedeu­tet. „Si, pre­go“ ant­wor­te ich. Und dann flie­gen die Trüf­fel­blät­ter wie Schnee­flo­cken über die Tel­ler.

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