Low Carb und Wein: Geht beides zusammen gut?

©pexels Megan Markham
Alkohol und Low Carb gelten im Verbund als problematisch. Müssen Weinkenner nun auf ihren edlen Tropfen verzichten? Wir geben Antworten.

Low Carb ist ein all­ge­mei­ner Ernäh­rungs­trend mit einer zah­len­mä­ßig wach­sen­den Anhän­ger­schaft. Die­se zieht sich durch alle gesell­schaft­li­chen Grup­pen und macht auch vor Lieb­ha­bern edler Wei­ne nicht Halt. Vie­le Wein­ken­ner fra­gen sich des­halb, ob die Ernäh­rungs­um­stel­lung über­haupt mit ihrem Wein­kon­sum ver­ein­bar ist. Schließ­lich ist auch Alko­hol ein Koh­le­hy­drat und gilt wäh­rend einer Low Carb Diät als pro­ble­ma­tisch. Wir möch­ten in die­sem Punkt eine Klä­rung her­bei­füh­ren und geben dar­über hin­aus ver­tie­fen­de Ein­bli­cke zur Fra­ge­stel­lung, wie Alko­hol über­haupt auf unse­ren Orga­nis­mus wirkt. Las­sen sich die belieb­tes­ten Abnehm­re­zep­te ohne Wei­te­res mit Wein ver­bin­den?

Darf man bei Low Carb Alkohol trinken?

Obwohl der mensch­li­che Kör­per im Gegen­satz zu Fet­ten, Koh­len­hy­dra­ten und Pro­te­inen nicht auf die Ver­wer­tung von Alko­hol ange­wie­sen ist, lässt sich Alko­hol gut mit die­sen drei Makro­nähr­stof­fen ver­glei­chen. Nicht zufäl­lig gilt Bier in Deutsch­land tra­di­tio­nell als „flüs­si­ges Brot“. Der Kalo­ri­en­ge­halt von Alko­hol liegt mit 7 Kalo­ri­en pro Gramm zwi­schen Koh­len­hy­dra­ten und Eiwei­ßen (jeweils 4,1 Kalo­ri­en) sowie Fet­ten (9 Kalo­ri­en). Doch haben wir von Low Carb gelernt, dass rei­nes Kalo­ri­en­zäh­len bei einer Diät ver­al­tet ist.

Viel wich­ti­ger sind ande­re Fra­gen wie der Sät­ti­gungs­ef­fekt, Sucht­fak­tor und die Prio­ri­sie­rung des Stoff­wech­sels beim Abbau. In die­sen Dis­zi­pli­nen schnei­den Fet­te im Sin­ne des Abneh­mens wesent­lich bes­ser ab als Koh­len­hy­dra­te. Wie ver­hält sich nun Alko­hol in die­sen Punk­ten?

Die Eigenschaften von Alkohol beim Abnehmen

Beim Durch­ge­hen die­ser Fak­to­ren fällt auf, dass das Pro­fil von Alko­hol sich im Sin­ne der Gewichts­re­duk­ti­on äußerst ungüns­tig ver­hält. Wird Alko­hol kon­su­miert, dann wird er von allen Makro­nähr­stof­fen am schnells­ten abge­baut. Der Grund dafür ist, dass der Kör­per Alko­hol als Gift­stoff wahr­nimmt und ihn folg­lich gar nicht schnell genug wie­der los­wer­den kann.

Die Sucht­wir­kung von Alko­hol ist unum­strit­ten und noch viel direk­ter als bei der von Low Carb Ver­fech­tern ange­nom­me­nen „Dro­ge Zucker“. Außer­dem regt Alko­hol den Appe­tit an, was sich in der Tra­di­ti­on des gepfleg­ten Ape­ri­tifs wider­spie­gelt. Alko­hol ist wie Zucker ein­ge­bet­tet in ein Milieu aus lee­ren Kalo­ri­en. Das heißt, wo viel Alko­hol drin ist, ist wenig drin an Mine­ra­li­en, Vit­ami­nen und ande­ren Nähr­stof­fen. Schließ­lich ist auch der ent­hem­men­de Effekt von Alko­hol kon­tra­pro­duk­tiv für das Abneh­men, denn eine Diät ist immer mit Selbst­dis­zi­plin ver­bun­den. Wer sich hin­ge­gen dem Rausch hin­gibt, der wirft schnell alle guten Vor­sät­ze über Bord. Stu­die­ren lässt sich das Ver­hal­ten bei der Rauch­ent­wöh­nung, bei der das gesel­li­ge Zusam­men­sein in locke­rer Run­de mit aller­lei alko­ho­li­schen Geträn­ken einer der schwer­wie­gends­ten Fak­to­ren ist, der Men­schen wie­der rück­fäl­lig wer­den lässt. Alle Stu­di­en zei­gen des­halb an, dass Viel­trin­ker viel stär­ker mit Gewichts­pro­ble­men zu kämp­fen haben als Absti­nenz­ler oder mode­ra­te Trin­ker.

Wein in Maßen ist alles andere als schädlich

Wein­ken­ner sind sich einig: Wein ist nicht irgend­ein belie­bi­ges alko­ho­li­sches Getränk, son­dern das kom­ple­xes­te Getränk der Welt. Das „Getränk der Göt­ter“, das die alten Grie­chen dem Gott Dio­ny­sos geweiht haben, ist untrenn­bar mit der anti­ken und abend­län­di­schen Kul­tur Euro­pas ver­bun­den. Außer­dem war Wein schon im Alten Ägyp­ten das Getränk der exklu­si­ven Schich­ten.

Die­ser Exkurs soll ver­deut­li­chen, dass Wein­ken­ner eben anders ticken als Sauf­brü­der, die sich zum Zwe­cke des Rauschs mit bil­li­gem Fusel zuschüt­ten. Das Trin­ken erle­se­ner Wei­ne wird in der Sze­ne als genuss­vol­les und anre­gen­des Zere­mo­ni­ell bei gutem Essen gepflegt. Dies gilt auch des­halb, weil Wein in Maßen die Durch­blu­tung und das Herz­kreis­lauf­sys­tem stär­ken kann. Wer Wein rich­tig kon­su­miert, für den stellt sich das Pro­blem der Ent­hem­mung nicht und er über­for­dert mit dem Abbau von Alko­hol nicht sei­nen Orga­nis­mus.

Welcher Wein ist für Low Carb weniger bedenklich?

Abge­se­hen vom rich­ti­gen Umgang mit Alko­hol spe­zi­ell wäh­rend einer Low Carb Diät hat auch die Aus­wahl des Weins eine Bedeu­tung dafür, wie stark das Wein­trin­ken mit der Ernäh­rungs­um­stel­lung ver­ein­bar ist. Tro­cke­ner Wein ist näm­lich weni­ger pro­ble­ma­tisch als süßer Wein. Die Süße ist nichts ande­res als unver­go­re­ner Rest­zu­cker und somit ein koh­le­hy­drat­hal­ti­ger Kalorien-Booster. Auch lohnt es sich auf den Alko­hol­ge­halt der Sor­te zu schau­en: Je mehr Alko­hol, des­to mehr Koh­le­hy­dra­te ent­hält der Wein. Bei einer hal­ben Fla­sche Wein (2 bis 3 Glas) macht es aller­dings kei­nen gro­ßen Unter­schied, ob auf dem Eti­kett 12 oder 14 % Vol. steht. Ein Stück Baguette zum Wein kon­ter­ka­riert die Low Carb-Diät wesent­lich stär­ker.

 

 

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