La Mancha – Spaniens größtes Weinanbaugebiet

Wer Spanien liebt, aber überfüllte Strände satt hat, reist ins Landesinnere nach La Mancha. Dort wo Don Quichotte gegen die Windmühlenflügel kämpfte, findet er das alte, ursprüngliche Spanien mit all seinen Traditionen - und guten Wein dazu.

Seit Jahr­hun­der­ten küm­mern sich die Win­zer von La Man­cha mit Hin­ga­be um ihre Reben. Schon im 16. Jahr­hun­der­te kel­ter­ten sie den bes­ten roten Reben­saft für Kai­ser Karl V., und der mäch­ti­ge Herr­scher ließ ihn sich gut schme­cken. Die Regi­on ist mit Son­ne geseg­net. Die Böden bestehen aus einem Mix aus Lehm und Sand – ide­al für den Wein­bau. Heu­te sind unge­fähr 50 Pro­zent der La Man­cha mit wei­ßen Reb­sor­ten bestockt, aus denen kräf­ti­ge, sehr mar­kan­te Wei­ne gekel­tert wer­den.

Ein vielseitiges Urlaubsland für Sonnenanbeter

Beson­ders häu­fig kommt die weis­se Airén-Rebe in La Man­cha zum Ein­satz. Sie wird aus­schließ­lich in Spa­ni­en kul­ti­viert – und das schon seit Hun­der­ten von Jah­ren. Ihre dicke Scha­le befä­higt sie dazu, der Dauer-Hitze gut stand­zu­hal­ten. Sie ist, neben der seit eini­gen Jah­ren ver­mehrt ange­bau­ten Sau­vi­gnon blanc die häu­figs­te Weiß­wein­trau­be in La Man­cha. Die ande­re Hälf­te der Wein­ber­ge ist mit roten Trau­ben bestockt, in ers­ter Linie mit Tem­pranil­lo, wie man vom Rio­ja und vom Ribei­ra del Duero her kennt, sowie der Petit Ver­dot , die aus Bor­deaux stammt. La Man­cha ist den Wein­in­ter­es­sier­ten aber auch als Urlaubs­land ein Begriff. Denn nicht nur die Küs­te hat es in sich, son­dern auch die­ser im Lan­des­in­ne­ren gele­ge­ne Land­strich bie­tet fas­zi­nie­ren­de Erleb­nis­se. Kastilien-La Man­cha ist eine auto­no­me Regi­on inner­halb Spa­ni­ens, die Haupt­stadt Tole­do fun­gier­te bis zum Jahr 1561 sogar als Haupt­stadt Spa­ni­ens.

Historische Architektur “en masse”

Wer his­to­ri­sche Gebäu­de liebt, der kommt in La Man­cha voll auf sei­ne Kos­ten. Die zahl­rei­chen klei­nen Ort­schaf­ten besit­zen einen süßen, nost­al­gi­schen Touch und über­all fin­den sich klei­ne archi­tek­to­ni­sche Per­len. In Tole­do ist es die ganz gro­ße Archi­tek­tur, die den Besu­cher beein­druckt. Auf der höchs­ten Erhe­bung der Stadt thro­nen die Res­te einer uralten Fes­tung, die heu­te ein Muse­um und eine Biblio­thek beher­bergt. Die mit­tel­al­ter­li­che Brü­cke San Mar­tín dient als male­ri­sches Foto­mo­tiv, sie stammt aus dem 14. Jahr­hun­dert und brüs­tet sich mit star­ken Tür­men und ein­drucks­vol­len Bögen.

Noch mehr Historie in Tarazona

Im Jahr 2015 gab es in der Stadt Tara­zo­na de la Man­cha einen beson­de­ren Anlass zum Fei­ern: Das Gran Casi­no wur­de 100 Jah­re alt. Auch heu­te noch tref­fen sich hier gesel­li­ge Men­schen für span­nen­de Spiel­chen und hei­ße Debat­ten. Neben den Gesprächs­the­men, haben sich auch die ange­bo­te­nen Spie­le über die Zeit ver­än­dert. So kamen im Poker damals noch ande­re Vari­an­ten zum Zuge, bevor sich Texas Hold’em fast über­all durch­setz­te. Black­jack und Rou­let­te durch­leb­ten ihre eige­ne Evo­lu­ti­on, die Zei­ten änder­ten sich, aber der Spiel­trieb der Men­schen blieb unge­bro­chen. Heu­te zeigt sich die Spiel­bank in einem moder­nen Gewand, obwohl die Archi­tek­tur eine ande­re Spra­che spricht: ein span­nen­der Kon­trast, den es live zu erle­ben gilt.

Auf den Spuren von Don Quijote

Mit dem Miet­wa­gen gelan­gen Urlau­ber nicht nur in die Städ­te, son­dern auch bis ins letz­te, idyl­li­sche Berg­dorf. Spon­ta­ne Aus­flü­ge loh­nen sich, denn fast über­all gibt es etwas Inter­es­san­tes zu ent­de­cken. Die wei­ßen Wind­müh­len in der schier end­lo­sen Land­schaft fal­len beson­ders ins Auge, sie erin­nern dar­an, dass der berühmt-berüchtigte Don Qui­jo­te in die­ser Regi­on sei­nen Ursprung hat. Der Autor Miguel de Cer­van­tes schick­te die Roman­fi­gur einst in einen aus­sichts­lo­sen Kampf gegen eben die­se Wind­müh­len. Das Buch mit dem Titel „Der sinn­rei­che Jun­ker Don Qui­jo­te von der Man­cha“ erschien vor mehr als 400 Jah­ren, zieht die Men­schen aber bis heu­te noch in sei­nen Bann. Die Rou­te von Don Qui­jo­te in La Man­cha misst vol­le 2.500 Kilo­me­ter in der Län­ge und hält zahl­rei­che Sehens­wür­dig­kei­ten für Erleb­nis­hung­ri­ge bereit.

Stille Auen und tosende Wasserfälle

Die Regi­on schmückt sich außer­dem mit eini­gen der schöns­ten Natur­parks Spa­ni­ens. Mit dabei sind der Par­que Natu­ral de las Laguens de Rui­de­ra und der Natio­nal­park Las Tab­las de Dai­miel, ein klei­nes Schutz­ge­biet mit roman­ti­schen Fluss­au­en. Im Par­que Natu­ral de La Ser­ra­nia de Cuen­ca sind es eher wil­de Flüs­se und tosen­de Was­ser­fäl­le, die den Besu­cher erwar­ten. Aben­teu­er­lus­ti­ge wer­den gar nicht anders kön­nen als die stei­len Schluch­ten, die sich hier bie­ten, in Rah­men einer geführ­ten Canyoning-Tour zur durch­wan­dern. Teil­wei­se erge­ben sich auf­re­gen­de Klet­ter­par­ti­en und manch ein Wan­de­rer bekommt unter­wegs nas­se Füße. La Man­cha, das ist Natur­er­leb­nis pur, wenn der Urlau­ber sich dar­auf ein­lässt. Das abend­li­che Gläs­chen Wein auf der Ter­ras­se ist damit nur ein Puz­zle­teil von vie­len – aber ein äußerst ange­neh­mes.

Hohe Berge, weite Felder, historische Städte

Die bei­den Mon­tes de Tole­do bil­den die höchs­ten Erhe­bun­gen der Regi­on. Ihre Namen: Las Vil­lu­er­cas und Rocig­al­go, zwei raue Ber­ge, die sich in den (fast) immer­blau­en Him­mel stre­cken. Hin­zu gesel­len sich die Flüs­se Júcar, Rajo und Gua­dia­na, umge­ben von Oli­ven­hai­nen, Wei­zen­fel­der und, ja, end­lo­sen Wein­gär­ten. In Ciu­dad Real gibt es wie­der unzäh­li­ge his­to­ri­sche Gebäu­de zu sehen und Cuen­ca zeigt sich sogar in einem beein­dru­cken­den mit­tel­al­ter­li­chen Gewand mit­ten auf einem Fels­pla­teau. Als Rah­mung die­nen dem rei­zen­den Städt­chen zwei Fluss­läu­fe, die den Ort auf natür­li­che Wei­se präch­tig in Sze­ne set­zen. Die hän­gen­den Häu­ser gel­ten als beson­de­re Attrak­ti­on, sie wir­ken fast so als habe sie jemand an die stei­len Fel­sen geklebt.

Hinfahren, probieren und genießen

Dar­über hin­aus gäbe es noch viel mehr zu sagen, aber: La Man­cha ist eher Regi­on zum Selbst-Erleben, Bil­der und Geschich­ten allein genü­gen hier nicht. Das hat die­ser Land­strich mit einem edlen Wein gemein­sam, des­sen Geschmack sich schließ­lich nicht durch Wor­te ver­mit­teln lässt. Unse­re Emp­feh­lung: Hin­fah­ren, pro­bie­ren und genie­ßen! Das gilt für den ori­gi­nal spa­ni­schen Wein eben­so wie für die­se fan­tas­ti­sche Gegend, die sehn­lichst Ihren Besuch war­tet.

 

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