15 Michelin-Sterne, sieben Spitzenköche, ein Ort mit Geschichte: Schloss Elmau lud zum ersten kulinarischen G7-Gipfel. Der Abend stand ganz im Zeichen von Handwerk, Persönlichkeit und der verbindenden Kraft des Weins.
Wenn sich in Schloss Elmau Spitzenköche treffen, ist Kulinarik kein Selbstzweck. Sie wird zum Gesprächsanlass. So geschehen am 29. Juni, als das renommierte Luxus-Resort im bayerischen Alpenvorland Gastgeber für ein neues Format war: den kulinarischen G7-Gipfel – Bayern Edition.
Genuss mit Begegnung
Statt Politik und Protokoll bestimmte der Geschmack den Takt des Abends. Gastgeber Christoph Rainer (IKIGAI) und Philipp Schlosshauer (Summit) hatten sieben Kolleginnen und Kollegen eingeladen – allesamt Küchenchefs von Zwei-Sterne-Restaurants aus Bayern. Gemeinsam brachten sie 15 Michelin-Sterne nach Elmau – in einer Konstellation, die so noch nie stattgefunden hat.

Gekocht wurde an Stationen, offen und nahbar. Die Gäste bewegten sich zwischen den Tischen, konnten zusehen, fragen, probieren. Die Atmosphäre war lebendig, direkt, neugierig. Keine Bühne, kein Wettbewerb – stattdessen handwerkliche Spitzenleistung im Austausch mit einem aufgeschlossenen Publikum.
Kulinarische Vielfalt auf höchstem Niveau
Die Bandbreite der vertretenen Küchen reichte von französischer Haute Cuisine (Rosina Ostler, Christoph Kunz) über fränkische Regionalität (Tobias Bätz) bis hin zu japanisch inspirierten Aromenwelten (Tohru Nakamura). Auch Thomas Kellermann, Ulrich Heimann und Gastgeber Christoph Rainer trugen mit präzisen, pointierten Gerichten zum kulinarischen Profil des Abends bei.
Jedes Gericht war Ausdruck einer individuellen Handschrift – gleichzeitig Teil eines gemeinsamen Verständnisses von Qualität, Sorgfalt und Herkunft.
Winzerweine als Dialogpartner
Zu den Gerichten wurden gezielt ausgewählte Weine ausgeschenkt – präsentiert von Winzerinnen und Winzern, die persönlich anwesend waren. Ihre Rolle war keine untergeordnete: Sie führten Gespräche, erläuterten Herkünfte, kommentierten Jahrgänge. Der Wein war nicht bloß Begleitung, sondern gleichwertiger Akteur.

Die Weinauswahl war vielseitig, aber nicht beliebig: sorgfältig zusammengestellt, regional verwurzelt, mit europäischer Weite. Es dominierten klare Handschriften und pointierte Stile – kein Blendwerk, sondern Substanz im Glas.
Michelin Sommelier Award
Im Zentrum des Geschehens, aber ohne Pathos: Marie-Helen Krebs, Chef-Sommelière des Hauses und verantwortlich für eine der interessantesten Weinkarten Deutschlands. Sie wurde in diesem Jahr als erste Frau in Deutschland mit dem Michelin Sommelier Award ausgezeichnet – eine wichtige Würdigung ihrer jahrzehntelangen Arbeit.
Ein eindrucksvolles Erlebnis
Der kulinarische G7-Gipfel in Schloss Elmau war kein Event im klassischen Sinn – eher ein fein orchestrierter Austausch auf Augenhöhe. Was bleibt, sind nicht nur Gerichte oder Etiketten, sondern Gespräche, Eindrücke, Begegnungen. Ein Abend, der gezeigt hat, was passiert, wenn man Könnern Raum gibt – und guten Geschmack nicht inszeniert, sondern erlebbar macht.
Alle Bilder von Claudia Dinges








































































