Kellerei Kurtatsch: Weine, die vom Wachstum, Wind und Wetter erzählen

Das Führungsteam der Kellerei Kurtatsch, ©Florian Andergassen
Von den warmen Hügeln nahe dem Talboden der Etsch bis in luftige Höhen verteilt liegen die Weinberge dieser dynamischen Genossenschaft. Basis für eine Vielfalt authentischer Weine.

Es ist eine euro­pa­weit ein­ma­li­ge Kon­stel­la­ti­on: von 220 Metern See­hö­he bis 900 Meter ste­hen die 190 Hekt­ar Reben der 190 Win­ze­rin­nen und Win­zer der Kel­le­rei Kur­tatsch, die gera­de ihren 120. Geburts­tag fei­ern konn­te. So unter­schied­lich wie die Boden­for­ma­tio­nen und Mikro­kli­ma­ta prä­sen­tie­ren sich auch die Wei­ne.

Terroir im Fokus

„Unse­re Phi­lo­so­phie ist durch den Begriff des ,Ter­ro­irs‘ geprägt, also den geo­gra­phi­schen, kli­ma­ti­schen und geo­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten eines Wein­bergs“, erklärt Prä­si­dent Andre­as Kof­ler. „Die­se ver­lei­hen unse­ren nach­hal­tig pro­du­zier­ten Wei­nen ihren unver­wech­sel­ba­ren Cha­rak­ter.“

© Flo­ri­an Ander­gas­sen

Also auf zu einer Wein­bergs­tour in die Höhe. Nahe des Dorf­zen­trums von Kur­tatsch im Süd­ti­ro­ler Unter­land ste­hen rote Reben wie Mer­lot, Caber­net franc und Caber­net Sau­vi­gnon, wobei gera­de der letz­te­re hier zuver­läs­sig aus­reift und kraft­vol­le, tief­grün­di­ge Wei­ne erbringt, mit gro­ßer aro­ma­ti­scher Tie­fe und alpi­ner Fri­sche. Die Lage Brenn­tal gehört mit Tages­tem­pe­ra­tu­ren bis 40 Grad zu den wärms­ten in Süd­ti­rol.

Von hier geht es steil nach oben zu den bes­ten Weiß­wein­la­gen; Über den Wei­ler Rain zum weit­läu­fi­gen Orts­teil Pen­on von dem sich ein spek­ta­ku­lä­rer Blick auf Etsch­tal und Dolo­mi­ten bie­tet. Hier wach­sen auf kal­ki­gen Böden zwi­schen 450 und 700 Metern See­hö­he die Trau­ben für den balan­cier­ten Pinot Bian­co (Weiß­bur­gun­der) Hof­statt sowie den Pinot Gri­gio (Grau­bur­gun­der) Penoner, der für die Reb­sor­te unge­wöhn­li­che Fri­sche, Struk­tur und Tie­fe zeigt.

© Flo­ri­an Ander­gas­sen

In luftiger Höhe

Am Penoner Kofl ste­hen Sau­vi­gnon Reb­stö­cke, deren Frucht hier beson­ders frisch und aus­ge­prägt gerät. Und es geht noch höher: Auf 900 Metern, dem Hoch­pla­teau von Graun, wächst win­dum­weht unter­halb des Men­del­kamms, fri­scher, struk­tu­rier­ter Müller-Thurgau, der zu den bemer­kens­wer­tes­ten Ver­tre­tern die­ser Sor­te über­haupt gehört.

Auf der gegen­über­lie­gen­den Tal­sei­te lie­gen die Wein­ber­ge von Mazon und wie­der­um ober­halb davon die von Glen, die dank ihres son­ni­gen aber ver­gleichs­wei­se küh­len Mikro­kli­mas zu den bes­ten für den anspruchs­vol­len Blau­bur­gun­der in ganz Nord­ita­li­en gezählt wer­den.

Im Kel­ler sieht der lang­jäh­ri­ge Kel­ler­meis­ter Oth­mar Doná sei­ne Auf­ga­be dar­in „mit scho­nen­der und prä­zi­ser Vini­fi­zie­rung, die Wei­ne so zu pro­du­zie­ren, dass sie die unter­schied­li­chen Stand­or­te best­mög­lich wider­spie­geln“, und tritt Jahr für Jahr den Beweis an.

© Phil­ipp Fran­ce­schi­ni

Kellerei Kurtatsch: Ausgewählte Weine

2019 Pinot Gri­gio Selec­tion

Saf­tig und rund; leben­dig und von unge­wöhn­li­cher Fri­sche, die von hoch gele­ge­nen Reb­stö­cken her­rührt. Um 10 Euro.

2016 Caber­net Sau­vi­gnon Riser­va Frei­en­feld

Wird nur in den bes­ten Jah­ren, wie auch 2015 und 2011, gekel­tert. Die Reben ste­hen an stei­len Hän­gen nahe dem Etsch­grund. Kom­ple­xe rei­fe Aro­ma­tik mit Frucht, (Kräuter-) Wür­ze und ani­ma­li­schen Noten. Geschlif­fe­nes Tan­nin, anhal­ten­der Geschmack, gro­ßes Rei­fe­po­ten­zi­al. Zu dunk­lem Fleisch und Hart­kä­se. Um 50 Euro.

2017 Char­don­nay Riser­va Frei­en­feld

Viel­schich­ti­ge Frucht (Zitrus, tro­pi­sche Frucht) und Wür­ze (Holz, Vanil­le), opu­lent aber nicht über­la­den mit viel Kraft am Gau­men und lan­gem Nach­hall. Ein Wein von inter­na­tio­na­lem For­mat. Zu hel­lem Fleisch, Fisch und Mee­res­früch­ten. Um 34 Euro.

2014 „600“ Riser­va Pas Dosé, Blanc de blancs, Sekt

Spek­ta­ku­lä­re Pre­mie­re: Auf 600 Metern Höhe wuch­sen die Chardonnay-Trauben für die­sen Sekt, der 55 Mona­te in der Fla­sche gär­te und reif­te und dann kei­ne wei­te­re Dosa­ge erhielt. Fei­ne Per­len, rei­fe, tief­grün­di­ge Aro­men bei leben­di­ger Fri­sche. Weit mehr als ein Ape­ri­tif, ein seriö­ser Beglei­ter auch eines gan­zen leich­ten Menüs. Um 30 Euro

Bezug über den offi­zi­el­len Online-Shop der Kel­le­rei Kur­tatsch.

Die neue Vino­thek, © Flo­ri­an Ander­gas­sen

Besu­cher sind in der Kel­le­rei will­kom­men und kön­nen in der neu erbau­ten Vino­thek neben den Wei­nen auch den Blick über das Etsch­tal genie­ßen. Am drit­ten Diens­tag jedes Monats ver­an­stal­tet die Kel­le­rei eine ganz­tä­gi­ge Wein­ex­pe­di­ti­on durch die Wein­la­gen von Graun bis hin­un­ter ins Tal.

Eine Füh­rung unter dem Titel Terroir-Parcours mit Ver­kos­tung in der Kel­le­rei fin­det zwei­mal in der Woche statt (Don­ners­tag 16 Uhr und Sams­tag 14.30 Uhr).

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